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Bewertung

Der aktuelle Kurs zehrt den Goodwill der Vergangenheit auf

2,9
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei CEWE Stiftung & Co. KGaA in Oldenburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der großartige Kollegenzusammenhalt im Team, durch den man sich im Alltag gegenseitig unterstützt.

Zudem lässt mich der über Jahre aufgebaute Goodwill aus der Vergangenheit noch nicht komplett die Hoffnung aufgeben, dass das Unternehmen langfristig wieder zu seinen alten, mitarbeiterorientierten Stärken zurückfindet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die spürbare Diskrepanz zwischen wirtschaftlichen Rekorden nach außen und zeitgleichen Sparmaßnahmen beim Personal.

Der aktuelle Kurs wird durch eine schrumpfende Flexibilität und Wertschätzung geprägt.

Berechtigte Kritik wird oft bagatellisiert oder mit unpassenden Vergleichen abgetan.

Verbesserungsvorschläge

Glaubwürdigkeit stärken: Die interne Kommunikation sollte aufrichtiger gestaltet werden. Wenn in großen Versammlungen Rekordergebnisse und die historische Dividendenkontinuität gefeiert werden, passt das nicht zu spürbaren Einsparungen beim Personal.

Führungskultur professionalisieren: Kritik an der Work-Life-Balance oder dem Arbeitsdruck muss ernst genommen werden, statt sie mit unpassenden Vergleichen abzutun.

Flexibilität als moderner Arbeitgeber bewahren: Die unternehmensweite Reduzierung der Homeoffice-Quote auf 40 % sollte überdacht werden.

Schleichende Entwertung stoppen: Es sollte dem spürbaren Trend einer internen „Enshittification“ entgegengewirkt werden. Das sukzessive Zurückfahren von Flexibilität, das Erhöhen von Eigenanteilen bei etablierten Benefits und das Streichen von Fachschulungen entwerten das Gesamtpaket als Arbeitgeber schleichend und schaden der Mitarbeiterbindung.

Arbeitsatmosphäre

Bei Projektabschlüssen wird auf der Tonspur zwar viel Lob und Zufriedenheit geäußert. Das Feedback der Belegschaft, dass der damit verbundene Crunch die Kollegen extrem ausgelaugt hat, wird jedoch belächelt und nicht ernst genommen. Die verbale Anerkennung verliert an Wert, wenn die tatsächliche Erschöpfung nach intensiven Phasen ignoriert wird, anstatt die Erholungsphasen aktiv zu fördern.

Die Stimmung ist spürbar belastet. Was durch Einbußen in der Work-Life-Balance nicht besser wird.

Kommunikation

Im direkten Team und in der interdisziplinären Zusammenarbeit läuft die Kommunikation insgesamt gut.

Viele Stakeholder betrachten ihre eigenen Anliegen als oberste Priorität. Man gerät dadurch regelmäßig in die Position, zwischen den Stühlen zu sitzen und Prioritäten verschiedener Personen/Abteilungen abwägen zu müssen.

Betriebserfolge werden quartalsweise präsentiert. Es gibt Plattformen und E-Mail Verteiler für andere News.

Kollegenzusammenhalt

Das absolute Highlight bei der Arbeit: Die Menschen, mit denen man täglich zusammenarbeitet. Der Zusammenhalt im Team ist großartig, man unterstützt sich gegenseitig und hält auch in stressigen Phasen zusammen.

Work-Life-Balance

Positiv hervorzuheben sind die vertragliche Arbeitszeit von 37,5 Stunden sowie die Unterstützung bei der Kinderbetreuung (Tagespflege und Ferienangebote).

Allerdings ist eine negative Tendenz bei der Flexibilität spürbar. Die angekündigte Reduzierung der Homeoffice-Quote von 60 % auf 40 % ab dem kommenden Jahr ist ein deutlicher Rückschritt. Zudem führen wichtige saisonale Phasen (wie das Jahresendgeschäft) sowie Großprojekte zu starken Einschränkungen bei der Urlaubsplanung.

Es entsteht der Eindruck, dass hier zulasten der Belegschaft Grenzen ausgetestet werden.

Vorgesetztenverhalten

Es kommt wiederholt zu unterschwelligen, unangebrachten Kommentaren über das Privatleben, persönliche Einstellungen oder persönliche Merkmale von Beschäftigten.

Die Feedbackkultur bei Belastungsthemen ist stark verbesserungswürdig. Bringen Beschäftigte berechtigte Kritik an der schlechter werdenden Work-Life-Balance oder dem steigenden Arbeitsdruck vor, wird dies oft nicht ernst genommen. Statt konstruktiver Lösungen folgen häufig Vergleiche mit anderen Bereichen oder eine Bagatellisierung der Probleme.

Besonders ernüchternd ist es, wenn in großen Versammlungen sinngemäß kommuniziert wird, dass unzufriedene Mitarbeitende sich gerne woanders umgucken können, da es dort auch nicht besser sei. Ein solcher Umgang mit berechtigter Kritik zeugt von mangelnder Wertschätzung und drückt die Motivation massiv.

Es fehlt an echter Empathie und Unterstützung durch die Verantwortlichen.

Zudem wirkt die Kommunikation widersprüchlich, wenn Rekorde gefeiert werden, im Alltag aber spürbare Einsparungen spürbar sind. Hier wird dringend mehr Aufrichtigkeit und Professionalität benötigt.

Interessante Aufgaben

Die Aufgabenfelder bieten eine große Vielfalt und es wird im Arbeitsalltag nie langweilig. Die Projekte sind abwechslungsreich und bieten viel Raum, sich inhaltlich einzubringen.

Gleichberechtigung

Im Bereich der Entgeltgleichheit und Transparenz gibt es Optimierungsbedarf. Es entsteht der Eindruck, dass bei vergleichbaren Aufgabenfeldern und Qualifikationen teils spürbare Unterschiede bei den Rahmenbedingungen existieren. Hier wird eine klarere, nachvollziehbarere und fairere Struktur gewünscht, um jegliches Gefühl der Ungleichbehandlung von vornherein auszuschließen.

Umgang mit älteren Kollegen

Die Loyalität langjähriger Mitarbeitender wird aus meiner Sicht zu oft als selbstverständlich vorausgesetzt. Es entsteht der Eindruck, dass bei langjährigen Kollegen weniger Initiative für Gehaltsanpassungen oder spürbare Wertschätzung gezeigt wird. Dieses Ausnutzen von Betriebszugehörigkeit sendet auch an jüngere Beschäftigte ein fatales Signal: Es schürt die Sorge, bei langer Treue irgendwann in dieselbe Sackgasse mangelnder Wertschätzung zu geraten.

Kollegen im Ruhestandalter haben die Möglichkeit mit reduzierter Stundenzahl aktiv zu bleiben. Diese Option wird genutzt, um das Team zu unterstützen, und wird sehr geschätzt.

Arbeitsbedingungen

Die bereitgestellte Technik ist vollkommen in Ordnung und ermöglicht ein gutes Arbeiten. Auch die Modernisierung durch kürzlich renovierte Gebäude ist positiv.

Allerdings gibt es bei der Ausstattung ein spürbares Gefälle: Während einige Räume gut klimatisiert sind, wird eine vollständige Nachrüstung der verbleibenden Büros laut internen Informationen nicht weiter verfolgt, was angesichts der steigenden Büropräsenz unverständlich ist.

Ein großes Manko im Alltag sind zudem die riesigen Großraumbüros mit teilweise über 40 Arbeitsplätzen. Hier ist die Sorge vor einer unzumutbaren Geräuschkulisse bei steigender Auslastung.

Für diese großen Einheiten wären flächendeckende, effektive Lärmschutzmaßnahmen zwingend erforderlich, diese wurden jedoch nicht proaktiv umgesetzt. Es entsteht der Eindruck, als würde man dem Urteil der Büronutzer nicht trauen und erst prüfen wollen, ob das denn wirklich so schlimm sei, bevor gehandelt wird.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Bei den Produkten und Verpackungen wird sichtlich auf Nachhaltigkeit geachtet.

Allerdings zeigt sich ein Widerspruch: Die verordnete Erhöhung der Büropräsenz zwingt die Belegschaft zu deutlich mehr Pendelverkehr. Dass hierdurch das Verkehrsaufkommen und der CO2-Fußabdruck der Mitarbeitenden künstlich erhöht werden, passt nicht zu den Nachhaltigkeitszielen, die man nach außen hin präsentiert.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt für meine Branche ist aus meiner Sicht nach der ver.di-Tariferhöhung im letzten Jahr in den höheren Tarifstufen fair.

Demgegenüber steht jedoch die kritische Situation in den unteren Tarifgruppen, insbesondere im Bereich der Produktion. Dass dort historisch niedrige Stufen aufgrund des gesetzlichen Mindestlohns angepasst oder komplett gestrichen werden mussten, spricht für sich.

Die Mitarbeiterrabatte sowie die Teilnahme an externen Plattformen wie corporate benefits sind positiv. Die Kantine/das Betriebsrestaurant in Oldenburg ist Geschmackssache, ich bin voll zufrieden.

Zudem ist eine schleichende Verschlechterung bei bestehenden Angeboten spürbar: Der Eigenanteil für Hansefit wurde im letzten Jahr drastisch von 15 € auf 25 € erhöht. Dies ist natürlich immer noch besser als gar kein Hansefit.

In Kombination mit den allgemeinen Sparmaßnahmen im Alltag verliert das Gesamtpaket für Arbeitnehmende sukzessive an Attraktivität.

Image

Die Produkte nach außen hin werden als premium Produkte wahrgenommen.

Das Unternehmen sichert sich auf dem Papier stolz eine absolute Top-Position (Platz 2 in Deutschland) mit einer fortlaufenden Steigerung der Dividende über 17 Jahre in Folge.

Während diese wirtschaftlichen Rekorde und der Erfolg nach außen hin gefeiert werden, spürt die Belegschaft im Alltag primär Einsparungen im operativen Geschäft und eine Reduzierung der zeitlichen Flexibilität.

Karriere/Weiterbildung

Umfangreiches Angebot mit aktuellen Einschränkungen: Positiv hervorzuheben ist das breite Spektrum an internen Schulungen, das von klassischen Tool-Kursen bis hin zu persönlichkeitsbezogenen Seminaren reicht. Auch die firmeninterne Job-Plattform für interne Wechsel und Aufstiegsmöglichkeiten wirkt gut strukturiert.

Demgegenüber steht jedoch der aktuelle IST-Zustand bei externen Weiterbildungen: Diese waren in der Vergangenheit gang und gäbe, wurden jedoch im Zuge der jüngsten Kosteneinsparungen spürbar eingeschränkt. Gerade in fachspezifischen Bereichen ist der Verzicht auf externen Input ein Rückschritt. Es bleibt zu hoffen, dass es sich hierbei nur um eine temporäre Maßnahme handelt.

Gute Angebote in der Vergangenheit oder Hoffnungen auf die Zukunft können über die gegenwärtigen Defizite im IST-Zustand nicht hinwegtäuschen. Daher nur 2 Punkte.

3Hilfreichfinden das hilfreich9Zustimmenstimmen zuMeldenTeilen

Arbeitgeber-Kommentar

Marion Gerdes, Personalleiterin
Marion GerdesPersonalleiterin

Liebe Kollegin, lieber Kollegen,

vielen Dank für deine sehr ausführliche und differenzierte Rückmeldung. Du hast dir die Zeit genommen nicht nur zu bewerten, sondern auch Verbesserungsvorschläge zu machen. Das weiß ich sehr zu schätzen! Gerne möchte ich zu einigen Punkte eine Rückmeldung geben.

Mobiles Arbeiten und Work-Life-Balance:
Im Mittelpunkt deiner Bewertung steht die geplante Anpassung des mobilen Arbeitens ab dem 1. Januar 2027. Der Umfang soll von derzeit drei auf künftig zwei mobile Arbeitstage pro Woche reduziert werden. Das entspricht einer Anpassung der möglichen mobilen Arbeitstage von 60 auf 40 Prozent.
Uns ist bewusst, dass diese Veränderung für Mitarbeitende eine spürbare Umstellung bedeuten kann und je nach Wohnort, familiärer Situation und individueller Arbeitsorganisation mit zusätzlichem Aufwand verbunden sein kann. Wir verstehen daher, dass diese Entscheidung kritisch und teilweise emotional bewertet wird.
Mobiles Arbeiten bleibt jedoch weiterhin ein fester Bestandteil unseres Arbeitsmodells. Ziel der Anpassung ist es, eine ausgewogene Verbindung aus Flexibilität, persönlichem Austausch, Zusammenarbeit und Unternehmenskultur zu schaffen. Die Entscheidung ist nicht als Misstrauen gegenüber unseren Mitarbeitenden zu verstehen. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die Auswirkungen für einzelne Beschäftigte unterschiedlich ausfallen und dass die damit verbundenen Belastungen ernst genommen werden müssen.

Wirtschaftliche Entwicklung und Einsparungen:
Deine Wahrnehmung einer Diskrepanz zwischen positiven Geschäftsergebnissen und gleichzeitig notwendigen Maßnahmen zur Kostensteuerung nehmen wir zur Kenntnis. Wirtschaftlicher Erfolg und die nachhaltige Sicherung von Arbeitsplätzen schließen eine verantwortungsvolle Kosten- und Ressourcenplanung nicht aus. Auch ein erfolgreiches Unternehmen muss regelmäßig Prioritäten setzen und Rahmenbedingungen überprüfen.
Wir verstehen zugleich, dass Veränderungen bei Arbeitsmodellen, Weiterbildungen oder einzelnen Benefits als Verlust wahrgenommen werden können – insbesondere dann, wenn an anderer Stelle Unternehmenserfolge kommuniziert werden. Deshalb ist es wichtig, Entscheidungen transparent zu erläutern und nachvollziehbar zu machen.
So haben wir, um dein Beispiel zu Hansefit aufzugreifen sehr transparent der Grund der Eigenanteilerhöhung an alle Mitarbeitenden kommuniziert. Das ist die erste Erhöhung seit dem wir mit Hansefit zusammenarbeiten. Also nach über 15 Jahren. Hansefit hat die Preise massiv erhöht. Der neue MA-Beitrag von 25 € monatlich deckt weiterhin nicht alle Kosten. CEWE trägt einen erheblichen Anteil. Wenn du Interesse an den Zahlen und tieferen Einblick haben möchtest, komm gerne auf mich zu.
Schade finde ich, dass du unser weiterhin bestehendes, und meines Erachtens herausragendes Weiterbildungsangebot im Rahmen der CEWE-Akademie, im Verhältnis zu in diesem Jahr eingeschränkteren externen fachlichen Weiterbildungen in Summe nur mit zwei Sternen bewertest. Das kann ich nicht nachvollziehen und finde ich nicht angemessen.

Arbeitsatmosphäre, Arbeitsdruck und Erholungsphasen:
Du beschreibst eine hohe Belastung in intensiven Projekt- und saisonalen Phasen sowie den Eindruck, dass die damit verbundene Erschöpfung nicht ausreichend berücksichtigt wird. Das nehmen wir ernst.
Anerkennung für ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt kann die notwendige Auseinandersetzung mit Belastung und Arbeitsbedingungen nicht ersetzen. Wenn du hierzu konkretere Einblicke oder auch Vorschläge/Ideen für mich oder auch die Kolleg:innen aus dem BGM-Team hast, freue mich sehr auf dein Feedback.

Führungsverhalten:
Die von dir beschriebenen Kommentare über persönliche Lebensumstände oder persönliche Merkmale sowie die Wahrnehmung einer Bagatellisierung von Kritik entsprechen nicht unserem Anspruch an einen respektvollen und wertschätzenden Umgang. Wenn ein Gespräch mit HR hilfreich sein kann, stehe ich als Türöffner bzw. Kontakt gerne zur Verfügung.

Arbeitsbedingungen und Büroarbeitsplätze:
Vielen Dank für die positive Einschätzung der technischen Ausstattung und der modernisierten Gebäude. Wir arbeiten kontinuierlich daran unsere Gebäude und damit die Arbeitsplätze zu verbessern. Erst in diesem Jahr wurde eine weitere Gebäudesanierung abgeschlossen und sind sehr moderne Büro- und Besprechungsräumlichkeiten am Meerweg entstanden. Ein weiterer Neubau für Büros, etc. ist in Arbeit. CEWE investiert m. E. eine Menge in die Arbeitsplätze und die damit verbundenen Rahmenbedingungen für uns alle.

Kollegiale Grüße!

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Puls

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.