Zwischen Sparmaßnahmen, Bürozwang und Vertrauensverlust
Gut am Arbeitgeber finde ich
CEWE WAR für mich lange ein engagierter und wertschätzender Arbeitgeber mit einem guten Miteinander, interessanten Aufgaben und grundsätzlich guten Arbeitsbedingungen. NUR die Zusammenarbeit innerhalb meiner Abteilung empfinde ich weiterhin als positiv.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die aktuelle Entwicklung im Unternehmen ist zunehmend enttäuschend. Sparmaßnahmen, mangelnde Transparenz und die aus meiner Sicht schlechte Kommunikation bei wichtigen Entscheidungen sorgen für Unsicherheit und Frustration. Gleichzeitig werden Arbeitsbedingungen teilweise verschlechtert, während von den Mitarbeitern wieder mehr Präsenz im Büro erwartet wird, obwohl bereits jetzt Arbeitsplätze, Parkmöglichkeiten und geeignete Räumlichkeiten fehlen. Besonders problematisch empfinde ich den zunehmenden Vertrauensverlust zwischen Mitarbeitern und Führungskräften sowie den Umgang mit kritischen Äußerungen.
Verbesserungsvorschläge
Transparenter und respektvoller kommunizieren und Mitarbeiter stärker in Entscheidungen einbeziehen. Kritik sollte ernst genommen und offen diskutiert werden, anstatt das Vertrauen zwischen Mitarbeitern und Führungskräften weiter zu schwächen. Bei Veränderungen wie der neuen mobilen Vereinbarung sollten außerdem die praktischen Gegebenheiten – insbesondere verfügbare Arbeitsplätze, Arbeitsbedingungen und individuelle Situationen – stärker berücksichtigt werden.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe CEWE als ein engagiertes und wertschätzendes Unternehmen kennengelernt, aber was aktuell hier passiert, ist wirklich nur noch traurig. Daher nehme ich mir hier einmal die Zeit, mit Bedacht widerzuspiegeln, wie ich die Situation – und wie sie auch viele meiner Kollegen wahrnehmen – und die aktuellen Umstände beurteile.
Aktuell verbirgt sich hinter allem gefühlt die nächste Diskussion. Gespräche in der Kaffeeküche, Meetings, spontane Gespräche mit Kollegen – alles endet darin, dass das Unternehmen Entscheidungen über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg trifft und dabei in Kauf nimmt, das Miteinander zunehmend zu verschlechtern.
Jeder Kollege ist angespannt, Vorgesetzte haben teils eine merkbar kurze Zündschnur. Das Vertrauen von oben nach unten wird zunehmend weniger. Niemand möchte mehr etwas entscheiden, und wenn dann doch Entscheidungen getroffen werden, werden diese nicht kritisch hinterfragt, sondern eher als verantwortungslos oder schlecht dargestellt.
Image
Ich möchte hier noch eine Sache ansprechen, die mich zwar persönlich nicht betrifft, aber meiner Meinung nach sehr viel über das Unternehmen aussagt.
Nach außen wirbt CEWE als ein so toller Arbeitgeber. Azubis sind herzlich willkommen und bisher hieß es immer, dass man nach der Ausbildung auch übernommen wird. Zudem wird weiterhin damit geworben, dass Azubis mindestens für drei Monate übernommen werden.
Was ich aktuell allerdings von den Azubis mitbekomme, ist das Gegenteil. Viele Azubis sind ebenfalls von CEWE enttäuscht. Die angebliche Übernahmegarantie von drei Monaten wurde offenbar nie vertraglich festgehalten und muss daher wohl auch nicht erfüllt werden.
Irgendwie echt traurig.
Work-Life-Balance
War immer super. Aber wenn der Arbeitgeber mit dem „WE in CEWE“-Programm nun die Mitarbeiter dazu bringen möchte, wieder ins Büro zu kommen, und dies damit begründet, dass unser Arbeitsleben besser mit unserem Privatleben vereinbar wäre, wenn wir mehr im Büro sind, ist das für mich schlichtweg lächerlich. Weitere Argumente waren eine bessere Zusammenarbeit, eine bessere Arbeitsleistung und ein schöneres Miteinander.
Das stelle ich mir teilweise aber schwierig vor. Allein die Lärmbelästigung in einem Dachgeschoss mit 40+ Arbeitnehmern, die alle telefonieren, dürfte dabei eine Herausforderung sein. Zudem kommt der Fakt hinzu, dass es zu wenige Arbeitsplätze gibt.
Ganz vielleicht klappt es, wenn 20 % der Belegschaft kündigen und ich zudem nicht selbst entscheiden kann, an welchen Tagen ich ins Büro komme. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wäre selbst ein Stern hier noch zu viel.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist nicht wirklich konkurrenzfähig. Man kann davon zwar gut leben, und zusammen mit den bisher guten Bedingungen im Unternehmen war das Gesamtpaket auch gar nicht so schlecht. Aber so, wie sich das Unternehmen aktuell entwickelt, wird selbst das zunehmend weniger attraktiv.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachdem verkündet wurde, dass künftig wieder alle mehr ins Büro kommen sollen, wurde direkt die Nachhaltigkeitswoche gestartet.
Wie nachhaltig es ist, eine Vielzahl von Arbeitnehmern dazu zu bewegen, mit dem Auto ins Büro zu fahren – gerade aus Bremen, Vechta oder dem Landkreis Emden, wo man teilweise nur sehr eingeschränkt mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Büro kommen kann –, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden.
Kollegenzusammenhalt
Das kann ich natürlich nur für meine Abteilung beurteilen, aber die ist eigentlich ganz gut. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass auch diese zunehmend durch Entscheidungen des Arbeitgebers verschlechtert wird.
Ich habe bereits öfter gehört, dass Kollegen nach kritischen Äußerungen auf öffentlichen Veranstaltungen abgestraft worden sein sollen. Das geht teilweise so weit, dass Sondermeetings einberufen wurden, um betreffende Arbeitnehmer zu konfrontieren.
Solche Umstände machen mir ehrlich gesagt Angst. Kaum wird Kritik geäußert, die dem Unternehmen nicht passt, entsteht der Eindruck, dass anschließend versucht wird, die entsprechenden Arbeitnehmer durch HR kleinzuhalten. Wie kann so etwas in einem solchen Unternehmen passieren?
Wie sollen Kollegen unter solchen Umständen langfristig noch Vertrauen zueinander haben? Am Ende erzählt man dem falschen Kollegen etwas, und muss befürchten, dafür eine Abmahnung zu bekommen. Das wäre wirklich schrecklich.
Vorgesetztenverhalten
Wie bereits angesprochen, sind kurze Zündschnuren bei Vorgesetzten leider keine Seltenheit. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie Kollegen angeschrien und respektlos behandelt werden und ihnen dabei gleichzeitig das Vertrauen entzogen wird.
Arbeitsbedingungen
Da ich nun eine neue Bewertung schreibe, möchte ich hier noch einmal etwas genauer auf die Missstände bei CEWE eingehen.
In einem großen Bürogebäude bei CEWE gibt es zwei Treppenhäuser. In beiden öffnen sich alle Türen in das Treppenhaus. Dadurch wird der Weg zu den Treppen teilweise blockiert. Arbeitsschutzrechtlich ist das aus meiner Sicht eine Katastrophe. Das sind Rettungswege!
Zusätzlich gibt es offenbar Büros, in denen zu viele Schreibtische aufgestellt wurden und dadurch kaum noch ausreichend freie Fläche vorhanden ist. Auch das erscheint mir unter arbeitsschutzrechtlichen Gesichtspunkten äußerst fragwürdig.
Im Sommer erhitzen sich Büroräume teilweise auf über 35 Grad. Dafür gibt es dann ein bis zwei Standventilatoren.
Aufzüge für Menschen mit Einschränkungen gibt es ebenfalls nicht. Gut, dass ich noch laufen kann und nicht darauf angewiesen bin.
Parkplätze sowie ausreichend Flächen, um Fahrräder abzustellen, sind bereits jetzt an bestimmten Tagen Mangelware. Das wird im kommenden Jahr sicher besser, wenn alle ins Büro kommen.
Kommunikation
Wo soll ich da bloß anfangen …
Auf der einen Seite gibt es drastische Sparmaßnahmen. Plötzlich fehlt das Budget für kleine vierstellige Projekte, Lärmschutzwände sind zu teuer und Klimaanlagen sind Luxuswünsche, um im Sommer nicht bei über 35 Grad an einem Hitzschlag zu leiden.
Aber Geld, um einen Neubau mit Tiefgarage zu planen? Ja, na klar! Erzählen wir das unseren Angestellten? Nein! Es reicht, dass dies manche in der Zeitung lesen können.
Die Kommunikation zur neuen mobilen Vereinbarung ist fast noch schlimmer. Ausnahmegenehmigungen werden schlichtweg immer abgelehnt. Vorgesetzte und Bereichsleiter haben teilweise völlig unterschiedliche Informationen und können den Angestellten nicht klar kommunizieren, wie und was umgesetzt wird.
Zudem will der Arbeitgeber wieder alle ins Büro holen. Dass massiv Arbeitsplätze fehlen, ist aber offenbar egal. Es scheint auch egal zu sein, ob ich am Ende im Stehen arbeiten muss oder mit Glück einen Arbeitsplatz in einem Raum ohne Fenster und Monitore bekomme. (Ja, so einen Raum gibt es wirklich. Das ist nicht übertrieben!)
Ich verstehe ja, dass das Unternehmen etwas verändern will. Aber warum wird das nicht respektvoll kommuniziert?

