Stark angefangen, unheimlich stark nachgelassen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kollegen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist in den letzten 10 Monaten rapide schlechter geworden. Angefangen mit Aussagen über Cost Containment, daraus resultierendem Streichen von Teamevents, Betriebsreisen und Besuch von relevanten Konferenzen, dem "Kostenkrokodil" bis über Reduzierung des Mobilen Arbeitens, obwohl kurz vorher ein Riesenprojekt mit größtem Zeitdruck erfolgreich abgeschlossen wurde. Auf Rückfragen, Bedenken etc., egal zu welchem der o.g. Punkte, wurde nicht reagiert oder sogar eher belächelt.
Image
Nach außen hin projiziert das Unternehmen, dass es sehr familienfreundlich und sozial ist. Intern schlägt das m.M.n. aber recht stark um.
Work-Life-Balance
Wann man anfängt und aufhört bleibt einem so ziemlich selbst überlassen. Das ist einer der Vorteile. Durch die Reduktion des Home Office und teilweise lange Anreisewege, gibt es hier aber deutliche Abstriche.
Karriere/Weiterbildung
Karriere ist hier mit Führung vorgesehen. Fachliche Spezialisierungen haben hier kaum eine Chance und werden dementsprechend auch nicht durch Gehaltsanpassungen belohnt. Eher je mehr Verantwortung in der Führung oder PM, desto mehr Gehalt, wobei man selbst da drum kämpfen muss.
Gehalt/Benefits
Gehalt könnte für die Größe des Unternehmens höher sein. Veraltete Tarifverträge, die sich dank der Verdi aber schon etwas verbessert haben.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In der Produktherstellung wird sich meines Wissens nach um Nachhaltigkeit bemüht. Durch den Zwang mehr ins Büro entstehen aber unweigerlich mehr CO2-Emissionen.
Kollegenzusammenhalt
Die Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen ist der Lichtblick in diesem Unternehmen. Wenn alles andere zu Wünschen lässt, holt dieser Punkt immer noch sehr viel raus.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich glaube, das ist an und für sich okay. Allerdings bekomme ich auch Sachen mit wie "Um Person XY brauchen wir uns nicht mehr bemühen, die bleibt eh bis zur Rente." Finde ich eine kritische Aussage und nicht sehr wertschätzend.
Vorgesetztenverhalten
Wie beim Punkt Arbeitsatmosphäre bereits angerissen, werden Bedenken oder Argumente häufig ignoriert oder sogar belächelt. Häufig werden Begründungen für Entscheidungen genannt, bei denen man das Gefühl bekommt, dass sie überhaupt nichts mit dem Thema zu tun haben, oder schlichtweg einfach schwach ist. Die neue Regelung zum Mobilen Arbeiten wurde u.a. m.M.n. mit klarem Whataboutism erklärt ("Aber andere Unternehmen haben 0 Tage Mobiles Arbeiten").
Arbeitsbedingungen
Gutes Equipment, auch wenn die Kopfhörer häufig mal Probleme machen. Höhenverstellbare Tische. Allerdings "Open Space" Büro ("Großraumbüro" soll man nicht sagen), was eine sehr hohe Lautstärke mit sich bringt.
Kommunikation
Transparenz sieht anders aus. Man hat ständig das Gefühl, dass einem was vorgelogen wird. Beim Bearbeiten von Tickets wird einem ständig Druck und Stress gemacht, wenn man aber Rückfragen hat oder Rückmeldung braucht, passiert teilweise über Wochen hinweg nichts oder es wird überhaupt nicht auf die Fragen eingegangen.
Gleichberechtigung
Ist an sich nicht schlecht. Trotzdem kommen einem Geschichten zu Sexismus und unangebrachten Kommentaren zu Ohren. Stellenweise bekommen Kolleginnen auch ohne ersichtlichen Grund schlechteres Gehalt als ihre männlichen Kollegen oder müssen über mehrere Monate hinweg um eine Gehaltsanpassung kämpfen.
Interessante Aufgaben
Die Arbeitsaufgaben wären zum Großteil interessant, wenn der Druck und unrealistische Deadlines nicht ständig steigen würden. Jedes Jahr kommen mehr Projekte auf die Liste, die erledigt werden sollen und auch von den Vorgesetzten so abgenickt werden. Trotzdem kommen ständig neue Anforderungen oder Projekte von der Seite rein, die die gesamte Planung und Priorisierung wieder über Bord werfen.

