Es geht steil abwärts!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Leider aktuell kaum noch etwas, was einer besonderen Erwähnung wert wäre.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang mit der Belegschaft ist katastrophal und treibt Mitarbeiter und Arbeitgeber immer weiter auseinander.
Verbesserungsvorschläge
Hört auf eure Mitarbeiter! Wer engagierte Menschen ignoriert und ihre Sorgen übergeht, verspielt Vertrauen – und damit die Zukunft des Unternehmens.
Arbeitsatmosphäre
Die Situation ist extrem angespannt. Tägliche Nadelstiche gegen die Mitarbeiter vergiften zunehmend die Arbeitsatmosphäre. Statt das Unternehmen voranzubringen, versucht die Unternehmensleitung, überholte Themen und Methoden mit aller Macht durchzusetzen – und bewährte Praktiken zurückzudrehen.
So modernisiert man kein Unternehmen – so vergrault man Mitarbeiter. Die Stimmung war auf breiter Mitarbeiterbasis noch nie so schlecht wie heute.
Kommunikation
Die Lage ist schlicht miserabel. Was gestern noch als „können wir so machen“ und lockerer Umgang verkauft wurde, wird jetzt täglich weiter verschärft mit dem Verweis auf vermeintliche Nicht-Einhaltung getroffener Vereinbarungen – konsequent zulasten der Belegschaft. Es wirkt, als würde gezielt nach neuen Nadelstichen gegen die Mitarbeiter gesucht. Transparenz, einheitliche Kommunikation und vor allem eine ehrliche Begründung fehlen völlig. Statt Klarheit gibt es nur Spekulationen und Nebel.
Kollegenzusammenhalt
Die aktuellen Veränderungen treiben eine gefährliche Spaltung zwischen Produktion und Office voran. Aus der Verschärfung der mobilen Arbeit wird gezielt Stimmung gegen Office-Beschäftigte gemacht. Dass weitere Einschränkungen für Office-Worker inzwischen mit gehässigem Applaus aus der Produktion quittiert werden, zeigt, wie weit die Lagerbildung bereits geht. Kaum etwas spaltet ein Unternehmen effektiver.
Work-Life-Balance
Wird gerade abgeschafft. Etablierte Möglichkeiten für mobiles Arbeiten werden zum Nachteil der Belegschaft beschnitten, während man uns noch auffordert, dankbar zu sein, dass nicht alles gestrichen wurde. Das hat mit Balance nichts mehr zu tun – es ist eine Machtdemonstration des Vorstands auf Kosten der Belegschaft, kaschiert durch fadenscheinige Begründungen.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetzte, die gestern noch individuelle Vereinbarungen getroffen und sich für ihre Mitarbeiter eingesetzt haben, wissen heute plötzlich von nichts mehr. Persönliche Härtefälle – etwa bei Kinderbetreuung oder familiären Problemen – werden schlicht ignoriert. Von früheren Zusagen will niemand mehr etwas wissen. Statt Verantwortung zu übernehmen und hinter den eigenen Mitarbeitern zu stehen, versteckt man sich plötzlich hinter der Ausrede: „Ich befolge auch nur Anweisungen von oben.“
Interessante Aufgaben
Im Zuge der aktuellen Veränderungen steigt die Belastung weiter. Gleichzeitig wird permanent signalisiert: Egal, was geleistet wird – es ist nie genug. Klare, nachvollziehbare Ziele? Fehlanzeige. Stattdessen bleiben Vorgaben bewusst vage, sodass sich jedes Ergebnis im Nachhinein als unzureichend abwerten lässt.
Als bereits vor Jahren auf Vorstandsebene von mangelnder „Wirkmächtigkeit“ die Rede war, hätte man erkennen können, wohin die Reise geht. Heute sehen wir das Ergebnis.
Gleichberechtigung
Anspruch und Wirklichkeit liegen hier immer noch meilenweit auseinander.
Umgang mit älteren Kollegen
Immer mehr entsteht der Eindruck, dass die aktuellen Maßnahmen vor allem eines bezwecken: langjährig Beschäftigte gezielt zu vergraulen. Wer erfahrene Mitarbeiter vertreibt und durch jüngere Kollegen in niedrigeren Gehaltsklassen ersetzt, senkt die Personalkosten – und verbessert kurzfristig das EBIT.
Das EBIT scheint inzwischen zum goldenen Kalb des Unternehmens geworden zu sein, dem selbst jahrzehntelang etablierte Prinzipien und Werte geopfert werden.
Arbeitsbedingungen
Schlecht klimatisierte, veraltete Großraumbüros, kaum Rückzugsmöglichkeiten und Lärm – das ist für viele der tägliche Büroalltag. Kein Wunder, dass sich Mitarbeiter ins Homeoffice geflüchtet haben und sich heute mit Händen und Füßen gegen die Rückkehr wehren. Denn zu Hause finden sie oft eine modernere, ruhigere und bessere Arbeitsumgebung vor.
Und selbst wenn alle zurückkommen sollen: Es fehlen Parkplätze, Fahrradstellplätze und offenbar sogar Arbeitsplätze. Ein Konzept oder Lösungen? Fehlanzeige. Stattdessen heißt es: „Das sehen wir dann.“
Erst Forderungen durchsetzen, dann die Folgen ignorieren – und Mitarbeiter im Zweifel zusammenpferchen. Das wirkt weniger wie ein durchdachtes Arbeitsplatzkonzept als wie eine gezielte Strategie, das Arbeiten im Büro so unattraktiv wie möglich zu machen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit endet nicht beim Öko-Siegel. Wer mehrere Hundert Mitarbeiter wieder täglich ins Büro pendeln lässt, produziert zusätzliche CO₂-Emissionen – ganz gleich, wie grün die Produktion oder wie nachhaltig die Materialien sind. Diese Emissionen werden in offiziellen Bilanzen gerne ausgeblendet. Ökologisch verschwinden sie dadurch allerdings nicht.
Gehalt/Benefits
Ein Unternehmen, dessen eigene Einstiegsgehälter inzwischen unter dem Mindestlohn liegen, hat jeden Bezug zur Realität verloren. Und Mitarbeitern dann bei Gehaltsverhandlungen ernsthaft die „dritte oder vierte Lohnstufe“ vorzuhalten, ist keine Argumentation, sondern plumpe Augenwischerei. Wenn die unteren Gehaltsstufen unter dem Mindestlohn liegen, gehören sie gestrichen – und nicht als billiges Druckmittel gegen Gehaltsforderungen herangezogen.
Image
Das gute Produktimage kaschiert derzeit noch den massiven Absturz als Arbeitgeber. Die wenigen Verbesserungen sind angesichts des Tempos des Imageverlusts praktisch wirkungslos. Der Trend ist eindeutig: steil abwärts.
Karriere/Weiterbildung
Karriere kann im Unternehmen nur noch der Diener und Opportunist machen. Kritisch-kreative Denker sind zunehmend unerwünscht.

