Coole Kollegen, aber fehlende strategische Klarheit und zu viele widersprüchliche Entscheidungen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Kollegenzusammenhalt ist in vielen Teams nach wie vor gut. Es gibt viele erfahrene und fachlich starke Mitarbeiter, die Verantwortung übernehmen und Kundenprojekte zuverlässig tragen.
Auch eigenständiges Arbeiten ist grundsätzlich möglich. Wer sich gut positioniert und ein belastbares Netzwerk hat, kann durchaus Gestaltungsspielraum haben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
CGI Deutschland befindet sich aus meiner Sicht in einer schwierigen Transformation, ohne dass ein klares und konsistentes Zielbild erkennbar ist.
Es wird viel über AI, Cloud, Data und Transformation gesprochen. Dass das aber massiv die sehr T&M lastige Auslastungskultur angreift, wird aktuell nicht aktiv gemanaged. Gleichzeitig fehlt aus meiner Sicht an vielen Stellen die kritische Masse, um diese Themen wirklich sichtbar und skalierbar im Markt zu platzieren. Stellenweise gewinnt man den Eindruck, dass sich die Wahrnehmung des Marktes und seiner Realitäten durch das Senior Managements komplett von der Wahrnehmung der Teams entkoppelt hat.
Hinzu kommen personelle Abgänge, schwaches Recruiting und immer wieder schwer nachvollziehbare organisatorische Entscheidungen. Rollen werden verändert oder entzogen, Verantwortlichkeiten verschoben und ähnliche Strukturen später an anderer Stelle wieder aufgebaut.
Eine übergeordnete strategische Logik ist für Mitarbeitende von außen schwer erkennbar. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass stärker auf kurzfristige Opportunities, einzelne Führungskonstellationen und Auslastung reagiert wird, als langfristig ein klares Portfolio- und Kompetenzmodell aufzubauen.
Verbesserungsvorschläge
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Arbeitsatmosphäre
Im direkten Team häufig gut. Auf Organisationsebene nimmt die Unsicherheit allerdings zu. Umorganisationen, Personalabgänge und -rochaden sowie fehlende Klarheit über die weitere Entwicklung wirken sich aus meiner Sicht zunehmend auf Motivation und Identifikation aus.
Image
CGI ist ein großer internationaler Anbieter und verfügt grundsätzlich über ein breites Portfolio.
Im deutschen Markt fehlt mir derzeit aber ein wirklich klares Profil (mal Defense außen vorgelassen). Gerade bei Zukunftsthemen wirkt die Positionierung teilweise stärker kommunikativ als operativ verankert.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich akzeptabel und stark vom jeweiligen Projekt abhängig.
Auf Senior- und Führungsebene relativiert sich das allerdings deutlich, weil neben Kundenarbeit auch Recruiting, Sales, Mitarbeiterführung, interne Steuerung und zahlreiche administrative Themen erwartet werden.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsangebote sind vorhanden, aber unterliegen dem Utilization-Dogma. Was fehlt, ist eine konsequente strategische Entwicklung von Mitarbeitern in neue Kompetenzfelder. Weiterbildung wirkt teilweise stärker angebotsgetrieben als an einem klaren zukünftigen Skill-Modell ausgerichtet. Das online Angebot kann 24/7 in der Freizeit genutzt werden, das ist auch sehr ordentlich bestückt.
Gehalt/Benefits
Aus meiner Sicht nur durchschnittlich, mit Tendenz zu unterdurchschnittlich. Gerade auf Senior- und Führungsebene (bis Direktor) passt die Vergütung nicht zur Kombination aus Umsatzverantwortung, Personalführung, Recruiting, internen Aufgaben und Kundenverantwortung. Wer sich eine kontinuierliche Verbesserung entlang seiner Entwicklung erwartet wird mit Sicherheit enttäuscht. Die letzte Gehaltsrunde war insgesamt homöopathisch.
Variable Vergütung ist nur dann sinnvoll, wenn die Ziele realistisch erreichbar und tatsächlich beeinflussbar sind.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
ok
Kollegenzusammenhalt
Nach wie vor eine der Stärken des Unternehmens.
Viele Teams funktionieren vor allem deshalb gut, weil erfahrene Kollegen Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen.
Umso problematischer ist es, wenn gerade solche Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.
Umgang mit älteren Kollegen
Grundsätzlich respektvoll.
Langjährige Erfahrung wird geschätzt, allerdings fehlt mir teilweise ein klares Konzept, wie erfahrene Mitarbeiter systematisch in neue technologische Themen weiterentwickelt werden. Das man Mitarbeiterinnen nach 30 Jahren Zugehörigkeit kommentarlos "verabschiedet" muss jeder für sich selbst bewerten.
Vorgesetztenverhalten
Sehr abhängig von der jeweiligen Person.
Ich habe sehr gute Führung erlebt, aber auch Entscheidungen, bei denen Strategie, Rollen und Verantwortlichkeiten nur schwer nachvollziehbar waren. Teilweise entsteht der Eindruck, dass kurzfristige Kennzahlen, Auslastung und Forecast (bis hin zum dreiwöchigen forecast von Krankheitstagen) stärker gewichtet werden als langfristiger Kompetenzaufbau oder eine klare strategische Richtung.
Arbeitsbedingungen
Funktional, aber nicht besonders attraktiv.
Gerade der Standort Eschborn wirkt aus meiner Sicht teilweise nicht zeitgemäß für ein Unternehmen, das moderne Technologie- und Transformationskompetenz vermitteln möchte.
Kommunikation
Es wird viel kommuniziert, aber nicht immer ausreichend erklärt.
Positive Entwicklungen werden ausführlich dargestellt. Bei schwierigen Themen, organisatorischen Veränderungen oder Personalentscheidungen fehlt dagegen häufig Transparenz. Das fördert zwangsläufig Flurfunk und Spekulationen.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich unauffällig und aus meiner Wahrnehmung fair.
Interessante Aufgaben
Es gibt interessante Projekte, aber die Qualität hängt stark vom jeweiligen Kunden, Projekt und persönlichen Netzwerk ab.
Teilweise bleiben Mitarbeiter sehr lange in vergleichbaren Rollen, während gleichzeitig extern neue Zukunftskompetenzen gesucht werden. Das ist auch entsprechend der KPI Logik und der Fixierung auf eigene Kunden durchaus gewünscht. Das angebotene "Rotationsverfahren" ist eher hinderlich.

