Hoher Druck, unklare Strukturen und sinkende Motivation trotz Potenzial
Gut am Arbeitgeber finde ich
Besonders schätze ich die flexiblen Arbeitsmodelle, insbesondere das Homeoffice. Auch der fachliche Anspruch der Aufgaben und der starke Zusammenhalt unter Kolleginnen und Kollegen sind für mich klare Pluspunkte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Belastend empfinde ich den hohen Druck, die ständigen Prioritätswechsel und den Führungsstil des oberen Managements. Fehlende Transparenz, mangelnde Anerkennung und die wachsende Distanz zwischen kommunizierten Werten und gelebter Realität wiegen für mich schwer. Insgesamt fühlt sich das Arbeiten für mich deutlich weniger motivierend an als noch vor einigen Monaten und macht in dieser Form immer weniger Spaß.
Verbesserungsvorschläge
Eine Stabilisierung der bestehenden Strukturen sowie eine klare, verlässliche Produktstrategie würden zur Entlastung beitragen. Weniger kurzfristige Richtungswechsel und mehr Kontinuität wären wünschenswert. Kurzfristig könnten bereits ein stärkeres, hierarchieübergreifendes Miteinander, mehr Dialog und ein respektvollerer Umgang die Situation spürbar verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Aus meiner Sicht ist die Stimmung im Unternehmen aktuell deutlich angespannt. In vielen Gesprächen erlebe ich Unverständnis gegenüber der Herangehensweise der C-Suite. Im Alltag begegnen mir viel Druck, Frust und Unzufriedenheit, vor allem im Zusammenhang mit sehr ambitionierten Zielen und einer wenig strukturierten Umsetzung. Die Veränderungen der letzten Monate nehme ich sehr deutlich wahr. Das Arbeiten fühlt sich für mich heute anders an als noch vor einiger Zeit und leider auch spürbar weniger positiv.
Kommunikation
Die Kommunikation erlebe ich überwiegend als von oben herab. Entscheidungen werden aus meiner Sicht nur vorgegeben, nicht gemeinsam entwickelt. Häufig fehlt mir das Warum hinter Aufgaben und Zielen, besonders dann, wenn diese sehr ambitioniert oder kaum realistisch erscheinen. Zwischen den Ebenen nehme ich wenig echtes Zusammenspiel wahr. Führungskräfte und operative Teams versuchen gemeinsam viel abzufangen, werden dabei aus meiner Sicht aber kaum unterstützt und stattdessen zusätzlich vom Top-Management unter Druck gesetzt.
Kollegenzusammenhalt
Ich erlebe den Zusammenhalt unter uns Kolleg:innen als große Stärke. Viele unterstützen sich gegenseitig und versuchen gemeinsam, die Belastung aufzufangen. Dieser Zusammenhalt trägt für mich aktuell einen großen Teil dazu bei, dass der Arbeitsalltag überhaupt noch funktioniert.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance erlebe ich insgesamt als gut, vor allem durch die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Das ist für mich ein sehr wichtiger Faktor. Mehrarbeit kann auf operativer Ebene teilweise ausgeglichen werden. In Führungsrollen wird ein hohes Maß an Verfügbarkeit aus meiner Sicht jedoch als selbstverständlich angesehen und auch so vorgelebt. Die offiziell vorgesehenen acht Stunden pro Tag passen für mich nur selten zur tatsächlichen Arbeitsmenge, es sei denn, Aufgaben werden eigenständig depriorisiert.
Vorgesetztenverhalten
Gemeinsame Werte und ein erarbeitetes Führungsverständnis sind für mich klar erkennbar und wurden lange Zeit auch gelebt. In letzter Zeit erlebe ich jedoch zunehmend einen hierarchischen, stark top-down geprägten Führungsstil. Das führt aus meiner Sicht zu Spannungen, insbesondere durch die hohe Arbeitsmenge und eine als ungerecht empfundene Behandlung. Kritik und Probleme werden zwar angehört, ich habe jedoch häufig den Eindruck, dass daraus keine spürbaren Veränderungen entstehen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabeninhalte sind grundsätzlich spannend und fachlich anspruchsvoll. Gleichzeitig erschweren häufige Prioritätswechsel und kurzfristige Richtungsänderungen eine nachhaltige inhaltliche Vertiefung und führen dazu, dass ich mein Potenzial nicht vollständig ausschöpfen kann.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt nicht viele ältere Mitarbeitende. Das Unternehmen ist ingesamt jung aufgestellt.
Arbeitsbedingungen
Das Verhältnis zwischen Arbeitslast, Prioritäten und verfügbaren Ressourcen empfinde ich insgesamt als unrealistisch. Prioritäten wechseln aus meiner Sicht häufig und sehr kurzfristig, während die Kapazitäten gleich bleiben. Ohne regelmäßige Überstunden ist die Arbeit für mich kaum zu bewältigen. Entgegen der internen Darstellung gibt es bei der technischen Ausstattung keine freie Auswahl. Die bereitgestellte Hardware entspricht nicht in allen Bereichen einem modernen Standard und ist für die täglichen Anforderungen nur eingeschränkt geeignet.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umwelt- und soziale Themen sind Teil der Außendarstellung des Unternehmens. Konkrete Maßnahmen und eine klare strategische Verankerung sind im Arbeitsalltag jedoch nur begrenzt sichtbar. Hier besteht aus meiner Sicht noch Entwicklungspotenzial.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung bewegt sich im durchschnittlichen Rahmen. Es wird von Gehaltsstrukturen gesprochen, diese sind jedoch bislang nicht transparent kommuniziert. Dadurch fehlt Vergleichbarkeit. Anerkennung für geleistete Arbeit bekomme ich vom Top-Management gar nicht, da der Fokus überwiegend auf noch offenen Aufgaben liegt.
Image
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen für mich modern und ambitioniert. Intern deckt sich dieses Bild aus meiner Sicht nur teilweise mit der Realität. Die Diskrepanz zwischen Außenwirkung und internem Erleben wird zunehmend größer.
Karriere/Weiterbildung
Karrierepfade bestehen.


