Ambitioniertes SaaS-Scale-up im Kulturwandel
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nachhaltiges Produkt, Remote #1, Perspektive der Industrie, Kolleg:innen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aktueller Culture Clash und ein Mix aus toxischer Positivität und kollektiver Nörgelei. Beides halte ich für nicht zielführend.
Verbesserungsvorschläge
Konsequenter in Entscheidungen werden, Kommunikation weiter und schneller professionalisieren
Arbeitsatmosphäre
Hier treffen aktuell zwei Welten aufeinander: die alte Garde aus der Start-up-Phase und die Neuen, die aus Konzernen und reiferen Unternehmen geholt wurden, um das Scale-up zu professionalisieren. Das ist dringend nötig, löst aber wie jeder Change-Prozess Konflikte aus (das sieht man derzeit auch an Bewertungen von (Ex-)Chargies). Seit diesem Jahr deutlich ergebnisorientierter und ambitionierter – die "Chargie"-Kultur versucht man zu erhalten, das gelingt nicht überall. Feedbackprozesse (PowerUp, Peer Reviews) sind strukturiert, ernst gemeint und im Vergleich zu anderen Unternehmen richtig professionell. Kommunikation besser als vor einem Jahr, aber auf allen Ebenen ausbaufähig – Remote First macht das nicht leichter. Die Führungskräfte haben sehr heterogene Erfahrungswerte. Teilweise sehr gute Leute, teilweise ist noch Entwicklung nötig. Meine Führungskraft unterstützt mich, wo möglich und ich bin ganz happy. Sehr hohes Tempo (zuletzt nochmal angezogen), viel Veränderung, viel Druck. Trotzdem macht es Spaß, was vor allem an den Kolleg:innen liegt. Wer Stabilität sucht, wird hier dennoch nicht glücklich.
Gehalt/Benefits
Gehalt ist okay – kann immer besser sein, ist aber marktüblich für ein Scale-up. Das Image ist positiv, die Sichtbarkeit wurde allerdings erst in den letzten 12 Monaten richtig aufgebaut. Karrieretechnisch ist man etwas auf Momentum angewiesen: Talente werden gefördert, aber nicht überall gleich konsequent. Ein strukturierter, fairer Ansatz für alle wäre wünschenswert.
Arbeitsbedingungen
Modernes SaaS-Setup, gute Tools, viel Eigenverantwortung – manchmal fast zu viel. Remote First (!) ist Gold wert, gerade jetzt, wo große Techkonzerne ihre Leute zurück ins Büro holen. Ich kenne es anders und bin sehr happy damit. Teams sind bewusst schlank aufgestellt: viel Gestaltungsspielraum, aber spürbare Belastung, wenn Rollen doppelt getragen werden. Überlastung wird adressiert, entsteht aber immer wieder – personelles Backup gibt es kaum. Nachhaltigkeit ist Teil der Unternehmensphilosophie, es wird an einem Nachhaltigkeitsbericht gearbeitet und regelmäßig berichtet. Das Thema ist dem Unternehmen erkennbar wichtig.
Gleichberechtigung
Gut und zunehmend international. Gemischte Teams über alle Erfahrungsstufen, Junior bis Senior werden aktiv entwickelt. Ältere Kolleg:innen sind allerdings rar – mit 30+ gehört man gefühlt schon zu den Älteren. Bei struktureller Diversität in Führungsrollen ist Luft nach oben, aber deutlich besser als in vielen anderen Unternehmen. Man merkt, dass das Thema bei Entscheidungen tatsächlich eine Rolle spielt.

