Wo Zahlen Überstunden schieben, Wertschätzung im Urlaub ist und Fairness offenbar nie eingestellt wurde.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut am Arbeitgeber finde ich vor allem die Kollegen. Mit den meisten Sachbearbeitern hatte ich sehr gute Erfahrungen und eine schöne Zeit. Auch die Weihnachtsfeiern und Sommerfeste waren wirklich gut. Ansonsten fällt mir nach vier Jahren ehrlich gesagt nicht viel Positives ein.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht am Arbeitgeber finde ich fast alles. Zahlen, Druck und Leistung stehen an erster Stelle, während Gehalt, Wertschätzung und Mitarbeiterführung gefühlt irgendwo ganz hinten stehen. Kommunikation oft eine Katastrophe, Entscheidungen laufen über zig Ebenen und bei Kritik wird dafür umso genauer hingeschaut. Für mich ein Arbeitgeber, bei dem man sich irgendwann fragt, warum man sich das überhaupt antut.
Verbesserungsvorschläge
Wo soll man da anfangen? Aus meiner Erfahrung müsste sich coeo in fast allen Bereichen grundlegend verbessern. Führung, Kommunikation, Gehalt, Wertschätzung, Arbeitsbedingungen und Umgang mit Mitarbeitern. Erst den Menschen sehen und dann die Zahlen. Nach vier Jahren ist mein Fazit klar: Für mich einer der schlechtesten Arbeitgeber, bei denen ich je gearbeitet habe.
Arbeitsatmosphäre
Extrem belastende Arbeitsatmosphäre. Ständiger Druck, Zahlen und Leistung standen im Vordergrund. Wenig Wertschätzung, viel Druck von oben nach unten. Für mich persönlich eine der schlechtesten Arbeitsatmosphären, die ich erlebt habe.
Kommunikation
Aus meiner Erfahrung sehr schlecht. Gespräche mit Teamleitungen dauerten teils Wochen, mit Abteilungsleitungen sogar Monate. Für Anliegen der Mitarbeiter kaum Zeit, bei Problemen des Unternehmens musste man dagegen sofort reagieren. Auf mein Arbeitszeugnis wartete ich fast sechs Monate und erhielt es trotzdem nicht.
Kollegenzusammenhalt
Sehr guter Kollegenzusammenhalt. Ich habe mit vielen tollen Menschen zusammengearbeitet und hatte mit meinen Kolleginnen und Kollegen eine sehr gute Zeit. Einzelne Personen waren für mich menschlich schwierig, insgesamt waren meine Erfahrungen mit den Kollegen aber durchweg positiv.
Work-Life-Balance
Schlechte Work-Life-Balance. Der ständige Leistungsdruck und negative Gespräche haben mich auch nach Feierabend beschäftigt. Trotz hoher Arbeitsleistung hatte ich häufig das Gefühl, dass es nie genug war. Das hat mich auch privat belastet.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetztenverhalten absolut katastrophal. In meiner Erfahrung hatten Teamleitungen kaum eigenen Entscheidungsspielraum. Alles musste nach oben abgeklärt werden. Eigenständige Führung und Rückgrat habe ich dabei häufig vermisst. Der Druck von der Abteilungsleitung wurde aus meiner Wahrnehmung massiv nach unten weitergegeben. Selbst bei alltäglichen Entscheidungen entstand der Eindruck, dass erst um Erlaubnis gefragt werden musste. So eine Führungskultur habe ich in dieser Form noch nie erlebt.
Interessante Aufgaben
Kaum interessante oder abwechslungsreiche Aufgaben. Die Tätigkeiten waren weitgehend vorgegeben und wiederholten sich täglich. Im Vordergrund standen vor allem Vorgaben, Zahlen und die tägliche Leistung, nicht die Vielfalt oder Eigenständigkeit der Arbeit.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung habe ich dort nicht erlebt. Mein Eindruck war, dass persönliche Beziehungen und Sympathien teilweise wichtiger waren als die tatsächliche Arbeitsleistung. Bei manchen wurden Fehler und Fehlverhalten aus meiner Sicht deutlich großzügiger behandelt, während bei anderen sehr genau hingeschaut wurde. Wer zum Kreis der „Lieblinge“ gehörte, schien aus meiner Wahrnehmung deutlich bessere Karten zu haben. Für mich hatte das mit fairer und gleicher Behandlung wenig zu tun.
Umgang mit älteren Kollegen
Unter den Kollegen sehr gut. Ältere Kolleginnen und Kollegen wurden von uns respektvoll und wertschätzend behandelt. Von den Führungsebenen habe ich dagegen wenig besonderen Respekt gegenüber älteren Mitarbeitern wahrgenommen. Dort hatte ich eher den Eindruck, dass Hierarchie und Macht wichtiger waren.
Arbeitsbedingungen
Meine Erfahrung schlecht organisiert. Es wurden Mitarbeiter eingestellt, ohne ausreichend feste Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Ständiges Suchen und Reservieren von Plätzen, wöchentliche Änderungen und unnötiger organisatorischer Aufwand. Ich wollte im Büro arbeiten, musste aber aufgrund fehlender Plätze ins Homeoffice wechseln.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Aus meiner Erfahrung sehr schwach. Im Arbeitsalltag wurde aus meiner Sicht unnötig viel Papier gedruckt und anschließend entsorgt. Nachhaltigkeit habe ich dabei kaum wahrgenommen. Auch beim sozialen Umgang mit Mitarbeitern hatte ich nicht den Eindruck, dass der Mensch im Mittelpunkt steht. Für mich standen Leistung, Zahlen und Vorgaben deutlich vor Umweltbewusstsein und sozialer Verantwortung.
Gehalt/Benefits
Sachbearbeiter leisten enorm viel, stehen ständig unter Druck und werden dafür sehr zurückhaltend bezahlt. Kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Stattdessen ein Jahresbonus, bei dem Leistung, Zahlen, Fehlzeiten und Verhalten eine Rolle spielen. In Jahresgesprächen wird aus meiner Erfahrung gezielt nach Kritikpunkten gesucht, selbst einzelne schwächere Tage werden Monate später hervorgeholt. Auch bei Gehaltserhöhungen wird äußerst sparsam vorgegangen. Nach vier Jahren war mein Eindruck klar: maximale Leistung, möglichst geringe Kosten.
Image
Ganz ehrlich, für mich einfach nur lächerlich. Nach vier Jahren weiß ich, was hinter der schönen Außendarstellung steckt. Nach außen alles schön, intern habe ich vieles komplett anders erlebt. Nach dem ganzen Theater und meinem gewonnenen Rechtsstreit ist mein Vertrauen in diese Firma gleich null. Für mich ist coeo als Arbeitgeber absolut keine Empfehlung.
Karriere/Weiterbildung
Für mich eher ein Schleimwettbewerb als echte Entwicklung. Fachliche Leistung allein schien mir nicht zu reichen. Wer besonders gut mit der Führungsebene konnte, sich angepasst zeigte und bereit war, dauerhaft Vollgas zu geben, hatte aus meiner Erfahrung deutlich bessere Karten. Support- und Teamleitungspositionen wirkten auf mich teilweise eher wie eine Belohnung für besonders gute Anpassung als für fachliche Kompetenz.


