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Bewertung

Gute Basis, toxische Führung: Favoritismus bei Projekten, zähe Gehaltspolitik und an der kurzen Leine

2,8
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei Computacenter in Frankfurt am Main gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Fachlich gibt es hervorragende Möglichkeiten, um im Enterprise-Microsoft-Umfeld an komplexen Kundeninfrastrukturen zu arbeiten. Der Zusammenhalt und der fachliche Austausch im direkten IT-Consultant-Team sind klasse. Zudem stimmen die Rahmenbedingungen auf dem Papier: Moderne Hardware-Optionen über das MPP, Angebote wie JobRad sowie die grundsätzlich flexiblen Homeoffice-Regelungen erleichtern den Arbeitsalltag im Regelfall spürbar.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Eine bedenklich autoritäre Führungskultur, die extrem auf Favoritismus ("Flavor of the Month") setzt. Während Günstlinge mit Rosinen-Projekten überhäuft werden, muss der Rest um passende Aufgaben kämpfen. Eigeninitiative wird bestraft, indem Risiken bei Problemen voll auf den Mitarbeiter abgewälzt werden. Sobald man unbequem wird oder Kritik äußert, schlägt das Klima um: Mitarbeiter werden durch Mikromanagement, Arbeitsanweisungen und Abmahnungen systematisch unter Druck gesetzt und eiskalt aussortiert. Flexibilität und Homeoffice werden dann als Druckmittel entzogen. Zudem sind Führungsprozesse zäh, Gehaltssprünge gibt es meist nur über Kündigungsandrohungen und externe Schulungen werden stark limitiert.

Verbesserungsvorschläge

Schluss mit Machtspielen, Druckmitteln wie vorschnellen Arbeitsanweisungen oder Abmahnungen und dem mikromanageten Aussortieren unbequemer Mitarbeiter. Führungskräfte müssen zu einer transparenten und wertschätzenden Kommunikation auf Augenhöhe verpflichtet werden – auch und gerade dann, wenn sich Wege trennen. Der extrem ausgeprägte Favoritismus bei der Projektvergabe muss gestoppt werden: Auslastung und anspruchsvolle Enterprise-Projekte müssen fair nach Skillset auf das gesamte Team verteilt werden, anstatt einzelne Günstlinge mit 200 % zu überlasten, während der Rest um passende Einsätze kämpfen muss. Wenn Mitarbeiter Eigeninitiative zeigen und dem Management aushelfen, darf das Risiko bei Problemen nicht einseitig auf sie abgewälzt werden. Zudem müssen reguläre Gehaltsanpassungen nach Leistung erfolgen und nicht erst dann, wenn eine Kündigung auf dem Tisch liegt. Letztlich sollte der Arbeitgeber mehr Offenheit für individuelle, externe Weiterbildungen zeigen, anstatt Mitarbeiter nur auf interne Standardformate und reine Zertifizierungen zu beschränken.

Arbeitsatmosphäre

Im Team hervorragend, aber spürbare Unruhe bei strategischen Umstrukturierungen.

Kommunikation

Transparenz existiert nur, solange man brav spurt. Sobald man nicht mehr ins Schema der Führungskräfte passt oder unbequem wird, schlägt die Stimmung komplett um: Statt Dialog auf Augenhöhe erlebt man eine Führung wie den Hund an der kurzen Leine. Mitarbeiter werden durch gezielte Arbeitsanweisungen, förmliche Abmahnungen und erzwungene Maßnahmen systematisch mürbe gemacht und aussortiert. Das grenzt stellenweise an gezieltes Mobbing, um Trennungen durchzudrücken.

Kollegenzusammenhalt

Absolutes Plus. Der fachliche Austausch unter den Consultants und Spezialisten funktioniert einwandfrei.

Work-Life-Balance

Gute Regelungen wie Homeoffice gibt es nur auf dem Papier und solange man funktioniert. Sobald man jedoch unbequem wird, Kritik äußert oder ins Visier der Führungskräfte gerät, verändert sich das Bild schlagartig: Die Flexibilität wird als Druckmittel missbraucht, Arbeitszeiten werden engmaschig kontrolliert und Präsenz erzwungen. Private Belange interessieren dann niemanden mehr – stattdessen erzeugt das Mikromanagement so viel ständigen Druck, dass von Life-Balance keine Rede mehr sein kann.

Vorgesetztenverhalten

Es wird absolute Konformität erwartet. Kritisches Hinterfragen oder eigene Lösungsansätze werden nicht akzeptiert. Statt auf Motivation und Vertrauen zu setzen, reagiert das Management bei Abweichungen mit reinem Druck, Anweisungsdruck und formalen Maßnahmen. Das hat mit moderner Mitarbeiterführung nichts zu tun.

Interessante Aufgaben

Die Projekte bei den Enterprise-Kunden wären fachlich anspruchsvoll, aber die Verteilung ist reine Glücks- und Gunstsache. Wer beim Management gerade „Flavor of the Month“ ist, wird mit den besten Rosinen-Projekten zugeschüttet und fährt 200 % Auslastung. Der Rest muss mühsam um Aufgaben kämpfen, die überhaupt zum eigenen Skillset passen. Versucht man proaktiv auszuhelfen, trägt man das volle Risiko: Läuft etwas nicht wie geplant, zieht sich das Management aus der Verantwortung und schiebt einem die Schuld in die Schuhe.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung existiert vor allem im Marketing. Im Arbeitsalltag hängt die Behandlung nicht von Leistung oder Skillset ab, sondern davon, ob man zu den Favoriten des Managements gehört. Während Günstlinge Sonderrechte genießen und bei der Projektvergabe bevorzugt werden, werden andere systematisch benachteiligt und strenger kontrolliert. Von einer fairen, chancengleichen Behandlung aller Mitarbeiter unabhängig von Symphatien kann hier keine Rede sein.

Gehalt/Benefits

Das Gehaltsniveau ist im Grundsatz eher Durchschnitt. Echte Gehaltserhöhungen oder Sprünge gibt es meist nur dann, wenn man bereits die Kündigung auf den Tisch gelegt hat und ein Gegenangebot provoziert. Ansonsten verlaufen Gehaltsgespräche oft im Sande oder hängen primär an der persönlichen Auslastung. Die Zusatzangebote (JobRad, MPP, Mobilitätsmodelle) sind gut, können das zähe Gebaren bei regulären Gehaltsanpassungen aber nur bedingt wettmachen.

Image

Nach außen als IT-Dienstleister etabliert, intern aber durch Umstrukturierungen und unfaire Trennungsmethoden stark belastet.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildung ist grundsätzlich möglich, beschränkt sich aber primär auf interne Angebote. Echte externe Schulungen werden nur sehr begrenzt genehmigt. Zertifizierungen (besonders im Microsoft-Umfeld) funktionieren zwar problemlos, da sie gut ins Firmenportfolio passen, aber für individuelle Entwicklung abseits interner Standardpfade muss man kämpfen. Und wie fast alles hier gilt auch für den Karriereschritt: Es ist reine Glückssache, abhängig von der Auslastung und dem Wohlwollen des Managements.


Umgang mit älteren Kollegen

Arbeitsbedingungen

Umwelt-/Sozialbewusstsein

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Arbeitgeber-Kommentar

Eva Fiene, Employer Branding Team
Eva FieneEmployer Branding Team

Liebe:r Ex-Kolleg:in,

vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Erfahrungen so ausführlich zu teilen!

Obwohl du ein paar Punkte positiv hervorhebst, wie die gute Zusammenarbeit mit deinen Kolleg:innen und die fachlich interessanten Möglichkeiten, zeigt deine Bewertung deutlich, dass du deine Zeit bei uns in wesentlichen Bereichen sehr negativ erlebt hast. Du schreibst u. a. etwas von systematischem Druck, aussortiert werden, Machtspielen – ich kann mir vorstellen, dass ein Arbeitsalltag, der von Frustration, Enttäuschung und möglicherweise auch persönlicher Belastung geprägt war, sehr viel Kraft gekostet hat.

Am schwersten wiegt für dich die schlechte Zusammenarbeit mit deinen Führungskräften. Wenn Mitarbeitende das Vertrauen in Führung verlieren, entsteht oft ein Gefühl von Ohnmacht oder mangelnder Wertschätzung. Ich finde, niemand sollte das Gefühl haben, mit Anliegen nicht gehört zu werden und fehlende Unterstützung zu erfahren. Dass du diese Erfahrungen mit unserem Unternehmen verbindest, bedauere ich sehr.

Bei Dir scheint Vieles nicht so gelaufen zu sein, wie du es erwartet hast und wie es auch unser ausdrücklicher Anspruch beispielsweise an Führung ist. Du beschreibst eine Unternehmenskultur und eine Arbeitsrealität, die ich persönlich so nicht kenne und tagtäglich auch komplett anders wahrnehme; viele andere Kolleg:innen stimmen mir hier sicherlich zu. Aber ich stecke nicht in deiner Haut und möchte deine Erlebnisse nicht relativieren!

Auch wenn individuelle Erfahrungen und Wahrnehmungen unterschiedlich sein können, versichere ich dir, dass wir dein kritisches Feedback ernst nehmen! Wenn du dich mit mir zu deiner Bewertung vertraulich austauschen möchtest, melde dich per E-Mail (eva.fiene@computacenter.com).

Für deine berufliche und persönliche Zukunft wünsche ich dir auf jeden Fall alles Gute!

Viele Grüße
Eva

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.