Gute Basis, toxische Führung: Favoritismus bei Projekten, zähe Gehaltspolitik und an der kurzen Leine
Gut am Arbeitgeber finde ich
Fachlich gibt es hervorragende Möglichkeiten, um im Enterprise-Microsoft-Umfeld an komplexen Kundeninfrastrukturen zu arbeiten. Der Zusammenhalt und der fachliche Austausch im direkten IT-Consultant-Team sind klasse. Zudem stimmen die Rahmenbedingungen auf dem Papier: Moderne Hardware-Optionen über das MPP, Angebote wie JobRad sowie die grundsätzlich flexiblen Homeoffice-Regelungen erleichtern den Arbeitsalltag im Regelfall spürbar.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Eine bedenklich autoritäre Führungskultur, die extrem auf Favoritismus ("Flavor of the Month") setzt. Während Günstlinge mit Rosinen-Projekten überhäuft werden, muss der Rest um passende Aufgaben kämpfen. Eigeninitiative wird bestraft, indem Risiken bei Problemen voll auf den Mitarbeiter abgewälzt werden. Sobald man unbequem wird oder Kritik äußert, schlägt das Klima um: Mitarbeiter werden durch Mikromanagement, Arbeitsanweisungen und Abmahnungen systematisch unter Druck gesetzt und eiskalt aussortiert. Flexibilität und Homeoffice werden dann als Druckmittel entzogen. Zudem sind Führungsprozesse zäh, Gehaltssprünge gibt es meist nur über Kündigungsandrohungen und externe Schulungen werden stark limitiert.
Verbesserungsvorschläge
Schluss mit Machtspielen, Druckmitteln wie vorschnellen Arbeitsanweisungen oder Abmahnungen und dem mikromanageten Aussortieren unbequemer Mitarbeiter. Führungskräfte müssen zu einer transparenten und wertschätzenden Kommunikation auf Augenhöhe verpflichtet werden – auch und gerade dann, wenn sich Wege trennen. Der extrem ausgeprägte Favoritismus bei der Projektvergabe muss gestoppt werden: Auslastung und anspruchsvolle Enterprise-Projekte müssen fair nach Skillset auf das gesamte Team verteilt werden, anstatt einzelne Günstlinge mit 200 % zu überlasten, während der Rest um passende Einsätze kämpfen muss. Wenn Mitarbeiter Eigeninitiative zeigen und dem Management aushelfen, darf das Risiko bei Problemen nicht einseitig auf sie abgewälzt werden. Zudem müssen reguläre Gehaltsanpassungen nach Leistung erfolgen und nicht erst dann, wenn eine Kündigung auf dem Tisch liegt. Letztlich sollte der Arbeitgeber mehr Offenheit für individuelle, externe Weiterbildungen zeigen, anstatt Mitarbeiter nur auf interne Standardformate und reine Zertifizierungen zu beschränken.
Arbeitsatmosphäre
Im Team hervorragend, aber spürbare Unruhe bei strategischen Umstrukturierungen.
Kommunikation
Transparenz existiert nur, solange man brav spurt. Sobald man nicht mehr ins Schema der Führungskräfte passt oder unbequem wird, schlägt die Stimmung komplett um: Statt Dialog auf Augenhöhe erlebt man eine Führung wie den Hund an der kurzen Leine. Mitarbeiter werden durch gezielte Arbeitsanweisungen, förmliche Abmahnungen und erzwungene Maßnahmen systematisch mürbe gemacht und aussortiert. Das grenzt stellenweise an gezieltes Mobbing, um Trennungen durchzudrücken.
Kollegenzusammenhalt
Absolutes Plus. Der fachliche Austausch unter den Consultants und Spezialisten funktioniert einwandfrei.
Work-Life-Balance
Gute Regelungen wie Homeoffice gibt es nur auf dem Papier und solange man funktioniert. Sobald man jedoch unbequem wird, Kritik äußert oder ins Visier der Führungskräfte gerät, verändert sich das Bild schlagartig: Die Flexibilität wird als Druckmittel missbraucht, Arbeitszeiten werden engmaschig kontrolliert und Präsenz erzwungen. Private Belange interessieren dann niemanden mehr – stattdessen erzeugt das Mikromanagement so viel ständigen Druck, dass von Life-Balance keine Rede mehr sein kann.
Vorgesetztenverhalten
Es wird absolute Konformität erwartet. Kritisches Hinterfragen oder eigene Lösungsansätze werden nicht akzeptiert. Statt auf Motivation und Vertrauen zu setzen, reagiert das Management bei Abweichungen mit reinem Druck, Anweisungsdruck und formalen Maßnahmen. Das hat mit moderner Mitarbeiterführung nichts zu tun.
Interessante Aufgaben
Die Projekte bei den Enterprise-Kunden wären fachlich anspruchsvoll, aber die Verteilung ist reine Glücks- und Gunstsache. Wer beim Management gerade „Flavor of the Month“ ist, wird mit den besten Rosinen-Projekten zugeschüttet und fährt 200 % Auslastung. Der Rest muss mühsam um Aufgaben kämpfen, die überhaupt zum eigenen Skillset passen. Versucht man proaktiv auszuhelfen, trägt man das volle Risiko: Läuft etwas nicht wie geplant, zieht sich das Management aus der Verantwortung und schiebt einem die Schuld in die Schuhe.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung existiert vor allem im Marketing. Im Arbeitsalltag hängt die Behandlung nicht von Leistung oder Skillset ab, sondern davon, ob man zu den Favoriten des Managements gehört. Während Günstlinge Sonderrechte genießen und bei der Projektvergabe bevorzugt werden, werden andere systematisch benachteiligt und strenger kontrolliert. Von einer fairen, chancengleichen Behandlung aller Mitarbeiter unabhängig von Symphatien kann hier keine Rede sein.
Gehalt/Benefits
Das Gehaltsniveau ist im Grundsatz eher Durchschnitt. Echte Gehaltserhöhungen oder Sprünge gibt es meist nur dann, wenn man bereits die Kündigung auf den Tisch gelegt hat und ein Gegenangebot provoziert. Ansonsten verlaufen Gehaltsgespräche oft im Sande oder hängen primär an der persönlichen Auslastung. Die Zusatzangebote (JobRad, MPP, Mobilitätsmodelle) sind gut, können das zähe Gebaren bei regulären Gehaltsanpassungen aber nur bedingt wettmachen.
Image
Nach außen als IT-Dienstleister etabliert, intern aber durch Umstrukturierungen und unfaire Trennungsmethoden stark belastet.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung ist grundsätzlich möglich, beschränkt sich aber primär auf interne Angebote. Echte externe Schulungen werden nur sehr begrenzt genehmigt. Zertifizierungen (besonders im Microsoft-Umfeld) funktionieren zwar problemlos, da sie gut ins Firmenportfolio passen, aber für individuelle Entwicklung abseits interner Standardpfade muss man kämpfen. Und wie fast alles hier gilt auch für den Karriereschritt: Es ist reine Glückssache, abhängig von der Auslastung und dem Wohlwollen des Managements.


