IT Helpdesk - Viel Kontrolle, wenig Wertschätzung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es wurden viele Mitarbeitende eingestellt, und grundsätzlich hatte jeder eine faire Chance. Auch beim Thema Gleichberechtigung war alles gut.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vor allem die bereits genannten Punkte bei Kommunikation, Führungsverhalten, und Arbeitsbedingungen.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Transparenz in der internen Kommunikation, kleinere Teams und mehr Wertschätzung für First-Level-Mitarbeitende, die bereits einem hohen Stress- und Arbeitsdruck ausgesetzt sind.
Arbeitsatmosphäre
Typische Helpdesk-Arbeit in einem Großraumbüro mit entsprechend hohem Geräuschpegel. Je nach Auslastung konnte es recht stressig werden, zeitweise kam zusätzlicher Leistungsdruck hinzu.
Kommunikation
Vieles lief sehr bürokratisch und formell ab. Die persönliche Kommunikation untereinander war in Ordnung, bei betrieblichen Themen jedoch eher schwach und wenig transparent. So musste man sich beispielsweise selbst um eine nach zwei Jahren vorgesehene Beförderung mit entsprechender Gehaltserhöhung kümmern. Entsprechende E-Mails wurden teilweise „übersehen“ oder verschlafen.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb des eigenen Standorts und der Abteilung war der Zusammenhalt in der Regel gut. Mit Kollegen anderer Standorte gab es jedoch teilweise negative Erfahrungen. So beschwerte sich beispielsweise eine Person bei meinem Vorgesetzten darüber, dass ich angeblich zu wenige Tickets bearbeitet hätte. Eine anschließende Prüfung zeigte jedoch, dass ich tatsächlich etwa doppelt so viele Tickets wie diese Person abgearbeitet hatte. Konsequenzen für die unbegründete Beschwerde gab es meines Wissens nicht.
Work-Life-Balance
Es gab ein Drei-Schicht-System. Für die Nachtschichten fanden sich jedoch meist genügend Freiwillige, und Schichten konnten bei Bedarf unkompliziert getauscht werden. Überstunden fielen in der Regel nicht an.
Vorgesetztenverhalten
Sehr unterschiedlich. Einige wenige Vorgesetzte haben sich wirklich gut um ihre Mitarbeitenden gekümmert, das war jedoch eher die Ausnahme. Bei vielen hatte man eher das Gefühl, hauptsächlich verwaltet zu werden. Anliegen wie die bereits erwähnte Beförderung nach zwei Jahren mussten aktiv eingefordert werden, und entsprechende E-Mails wurden teilweise „übersehen“.
Interessante Aufgaben
Typische Helpdesk-Aufgaben. Nach einigen Wochen kannte man die meisten Fälle und Abläufe, danach wiederholte sich vieles. Wirklich abwechslungsreich oder langfristig herausfordernd war die Tätigkeit daher eher nicht.
Gleichberechtigung
Nichts Negatives aufgefallen. Unterschiedliche Hintergründe spielten im Arbeitsalltag keine erkennbare Rolle, alle wurden gleich behandelt.
Umgang mit älteren Kollegen
Im Arbeitsalltag ist mir ebenfalls nichts Negatives aufgefallen. Es gab auch einige ältere Mitarbeitende. Wie die Situation im Bewerbungsprozess aussah, kann ich allerdings nicht beurteilen.
Arbeitsbedingungen
Es wurde sehr viel getrackt und kontrolliert. Schon eine um eine Minute verlängerte Mittagspause konnte problematisch sein. Auch längere Gesprächszeiten führten teilweise dazu, dass der Schichtführer direkt am Arbeitsplatz nachfragte. Dadurch entstand insgesamt ein recht starkes Gefühl von Kontrolle und Überwachung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Weder besonders positiv noch negativ aufgefallen. Das Thema war im Arbeitsalltag für mich kaum präsent.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war eher unterdurchschnittlich, nennenswerte Benefits gab es kaum. Positiv hervorzuheben ist die betriebliche Altersvorsorge.
Image
Im Alltag begegnet mir das Unternehmen kaum. Weder besonders positive noch negative Wahrnehmung – außerhalb der Branche scheint Computacenter eher wenig präsent zu sein.
Karriere/Weiterbildung
Ein guter Helpdesk-Mitarbeiter konnte sich bei entsprechender Eignung beispielsweise zum Teamleiter oder Ausbilder weiterentwickeln. Die Entwicklungsmöglichkeiten blieben jedoch stark innerhalb dieses Bereichs – man musste die Helpdesk-/Service-Desk-Arbeit also schon mögen.


