Führung und Architektur aus dem Elfenbeinturm, Projektkultur aus den 90ern.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr angenehme Atmosphäre im Büro (die Kollegen dort arbeiteten in anderen Projekten als ich) und bei zentralen Veranstaltungen (z.B. Welcome Day).
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
conet ist ein relativ großes Unternehmen mit ~ 2000 Mitarbeitern; meine rund fünfmonatige Erfahrung bezieht sich naturgemäß nur auf einen relativ kleinen Teilbereich.
In den beiden Projekten, in denen ich eingesetzt wurde, fand ich eine Haltung vor, die dem von Führungskräften präsentierten und propagierten Ziel/Ideal widersprach!
Aufgaben werden lediglich zur sogenannten "pragmatischen" Erfüllung übernommen; Einbringen von Erfahrungen, Verbesserungsvorschläge, Nachfragen, Anregung zu Diskussionen wurden abgewürgt, mit pauschalem Widerspruch beantwortet ("nein"), oder als Störung und Ineffizienz an die Vorgesetzten gemeldet. Good Practices und technische Konventionen werden ignoriert, Hinweise darauf als Störung bzw. "Nichtpragmatismus" zurückgemeldet.
Es wurde zwar ein Senior-Entwickler als Projektmitarbeiter gesucht, meiner Einschätzung nach aber jemand mit dem Wissen eines Senior-Programmiers und der Haltung eines Junior-Programmierers gewünscht.
Tickets werden nur von einem Kollegen übernommen, Vorschläge zu Zusammenarbeit oder Pair-Programming nicht aufgegriffen, bzw. abgelehnt (weil ineffizient). Allenfalls bei Pull-Requests oder Auflösung von Merge-Konflikten wurde es regelmäßig erlaubt.
"Feedback" wird zumeist über die Bande des Vorgesetzten "gespielt". Fehler werden nicht erklärt.
Design und Architektur fallen aus dem Elfenbeinturm und werden nicht hinterfragt. Mir wurde mitgeteilt, dass die Architekten Einschätzungen zu mir abgegeben hätten; aber mit mir gesprochen oder zusammengearbeitet hat niemand von ihnen!


