Mangelnde Mitarbeiterentwicklung, schlechte Work-Life-Balance und fehlende Führungsqualitäten
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist schlecht. Überstunden werden in Kalkulationen als normale Stunden einkalkuliert – als würden sie zur regulären Arbeitszeit gehören.
Ja, sie werden ausbezahlt. Aber das ist nicht der Punkt. Das Problem ist die grundsätzliche Mentalität: Wenn ein Unternehmen bereits bei der Planung davon ausgeht, dass Mitarbeiter länger als vertraglich vereinbart arbeiten müssen, ist das eine Frechheit. Das ist Burnout-Planung.
Kollegenzusammenhalt
Ehrlich gesagt, war in den letzten Jahren der Kollegenzusammenhalt das Einzige, das diese Firma zusammenhielt. Das gegenseitige Vertrauen und der gute Umgang miteinander machten vieles erträglich.
Aber auch das bröckelt zunehmend. Die Mitarbeiterfluktuation nimmt zu, langzeitbeschäftigte Kollegen verlassen das Unternehmen, und mit ihnen geht Wissen, Stabilität und Zusammengehörigkeitsgefühl.
Vorgesetztenverhalten
Der Vorgesetzte ist im privaten Zusammensein sympathisch und angenehm. Mit ihm ein Bier zu trinken? Kein Problem. Aber sobald es um echte Führungsqualitäten geht – um Entscheidungen treffen, um Mitarbeiter zu leiten, um Probleme zu lösen, um Klarheit zu schaffen – da könnte man auch mit dem Hund des Chefs reden. Der hätte wahrscheinlich bessere Führungsqualitäten.
Kommunikation
Über mehrere Jahre hinweg hatte ich keine regelmäßigen Mitarbeitergespräche, obwohl diese ein fundamentales Instrument für Entwicklung und Austausch sind. Erst nachdem ich deutlichen Druck ausgeübt habe, wurde überhaupt ein Gespräch initiiert.
Das größte Problem: Die dort getroffenen Vereinbarungen wurden nachträglich nicht umgesetzt. Damit entstand ein Vertrauensdefizit zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter. Hinweis an die HR: In der nächsten Stadt gibt es eine Konkurrenzfirma, deren HR-Team rigoros dafür sorgt, dass Mitarbeitergespräche regelmäßig stattfinden, Fortbildungen angeboten werden – und wo es offensichtlich Führungspersonen gibt, die das Wort "führen" auch verstehen.

