Wenn die Möhre die Antwort ist, kennt man die Frage
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Reaktionsgeschwindigkeit auf Kununu-Bewertungen ist beeindruckend. Schade, dass diese Geschwindigkeit intern nicht ankommt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Seit der Übernahme durch den Mutterkonzern und dem Wechsel der Geschäftsführung hat sich die Entwicklung deutlich beschleunigt – und zwar in die falsche Richtung. Der Geschäftsführung glaubt inzwischen praktisch niemand mehr ein Wort. Trotzdem gibt es noch Kollegen, die weiter Projekte stemmen, Aufträge umsetzen und an Optimierungen arbeiten – aus einer Hoffnung heraus, dass Verantwortung übernehmen auch gesehen wird. Genau diese Kollegen werden am Ende vor den Kopf gestoßen, ob bewusst oder unbewusst. Sobald ein Thema offen angesprochen und die vielgelobte Transparenz tatsächlich eingefordert wird, passiert das Gegenteil: Es wird so lange in Richtung Micro-Management zerredet und auseinanderanalysiert, bis das eigentliche Anliegen ad absurdum geführt ist – mit einem System, das genau dafür gebaut zu sein scheint.
Verbesserungsvorschläge
Statt auf öffentliche Bewertungen mit vorformulierten Textbausteinen zu antworten, könnte man die gleiche Energie in die interne Kommunikation stecken, die angeblich schon verbessert wurde. Wenn ein Sommerevent-Brainstorming als Beispiel für Mitarbeiterbeteiligung herhalten muss, zeigt das eher, wie wenig bei den eigentlichen Themen – Gehalt, Aufgabenverteilung, Führung – mitgesprochen wird.
Arbeitsatmosphäre
Es wird viel über „neue Wege" gesprochen, aber wer hinschaut, sieht die alte Richtung mit neuer Überschrift.
Work-Life-Balance
Solange man sich nicht in Diskussionen über offen angesprochene Probleme verstrickt, geht es. Wehe aber, man versucht, Verantwortung mit echter Transparenz zu verbinden.
Gehalt/Benefits
xD
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wenn Wertschätzung mit einem wöchentlichen Obst- und Gemüsekorb beantwortet wird, sagt das mehr über das Verständnis von Verantwortung aus als jede offizielle Stellungnahme - “Die Tolle im Detail”
Kollegenzusammenhalt
Es gibt sie noch, die Kollegen, die sich aufopfern und trotzdem weitermachen. Traurig ist nur, wie das System genau diese Haltung ausnutzt statt sie zu schützen.
Vorgesetztenverhalten
Auf Kritik wird geantwortet, sobald sie öffentlich ist. Intern braucht dieselbe Kritik deutlich länger, um überhaupt gehört zu werden. Der Beweis liegt nicht in Meeting-Formaten, sondern in der Personaldecke: Mehrere Kollegen aus zentralen Positionen haben das Unternehmen bereits verlassen, weitere haben ihre Kündigung angekündigt. Wer wirklich zuhören würde, würde diese Abgänge als Alarmsignal lesen – nicht als Gelegenheit für das nächste Format.
Kommunikation
Es gibt jetzt ein Meeting-Format dafür. Ob sich dadurch auch der Inhalt ändert, bleibt abzuwarten – bisher: nein.
Gleichberechtigung
Gleiche Bedingungen für alle gibt es vor allem als Aussage – nicht als Praxis. Sonderlösungen tauchen erst auf, wenn die Kündigung schon geschrieben ist.
Interessante Aufgaben
Aufgaben gibt es genug – neue kommen ständig „selbstverständlich" oben drauf. Interessant wird es erst, wenn man fragt, wer davon eigentlich profitiert.