Von mir keine Weiterempfehlung - allerdings gibt es auch Teams und Abteilungen in denen man gerne arbeitet.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Dachser bietet viele der Vorteile, die man von einem Großkonzern erwartet. Die Arbeitsumgebung ist modern, die Büros sind neu und zeitgemäß ausgestattet. Mobiles Arbeiten ist möglich, es gibt kostenlose Getränke wie Kaffee und Milch, Obst sowie verschiedene sehr gute Corporate Benefits.
Zudem habe ich viele engagierte, hilfsbereite und sehr motivierte Kolleginnen und Kollegen kennengelernt. Der Kollegenzusammenhalt – zumindest in meinem direkten Team – war sehr gut. Viele Mitarbeitende versuchen, trotz schwieriger Rahmenbedingungen, gemeinsam Lösungen zu finden und sich gegenseitig zu unterstützen.
Auch habe ich Kolleg:innen aus anderen Abteilungen kennengelernt, die sich in ihren Teams wohlfühlen. Diese positiven Erfahrungen gibt es also durchaus, auch wenn sie aus meiner Sicht stark vom jeweiligen Team und vor allem von der Führungskraft abhängen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Gehalt & Transparenz:
Das Gehalt empfinde ich als mittel bis niedrig. In Gehaltsgesprächen wurde mit Jobsicherheit argumentiert. Das Gehaltssystem ist intransparent, ohne einsehbare Gehaltsbänder oder Tarifbindung.
Arbeitsbelastung & Work-Life-Balance:
Viele Mitarbeitende wirken dauerhaft überlastet. Kolleg:innen arbeiten abends, nachts, an Wochenenden, Feiertagen, krank oder im Urlaub. Kritisch empfand ich Aussagen von Führungskräften wie, dass man sich beim Kaffe holen ausstempeln könne, gleichzeitig aber nicht jede Überstunde erfassen müsse.
Führung & Vorgesetztenverhalten:
Meine direkte Führungskraft habe ich als überfordert und inkompetent in der Führung erlebt. Aufgaben blieben unklar, Kritik wurde nicht aufgegriffen. Mehrere Mitarbeitende haben das Team aufgrund der Führung verlassen oder ziehen dies in Betracht (meine Beobachtung - ich kann mich auch täuschen).
Onboarding, Prozesse & Meetings:
Ein strukturiertes Onboarding gab es nicht. Standards fehlen, Meetings sind oft sehr groß, ineffizient und ohne klare Ergebnisse oder Nachverfolgung.
Mitbestimmung & Betriebsrat:
Zuständige Betriebsratsmitglieder waren kaum auffindbar. Es gab keine klare, transparente Anlaufstelle.
Kultur & Werte:
Nach außen wird mit familiären Werten geworben, tatsächlich handelt es sich um einen stark zahlengetriebenen Großkonzern. Die Kultur wirkt konservativ, Diversität in Führungspositionen ist kaum sichtbar.
Verbesserungsvorschläge
Einführung transparenter Gehaltsstrukturen
Klare Haltung zu Arbeitszeiten, Überstunden und Erreichbarkeit
Professionalisierung der Führungskräfteauswahl und -entwicklung
Konsequentes Reagieren auf bekannte Führungsprobleme
Verbindliche Standards, Prozesse und strukturiertes Onboarding
Effizientere Meeting-Kultur mit klaren Ergebnissen
Sichtbare, zugängliche Mitbestimmung (Betriebsrat)
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten meiner direkten Führungskraft habe ich als unprofessionell erlebt. Aus meiner Wahrnehmung war die Person mit der Rolle als Leitung deutlich überfordert. Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege blieben häufig unklar, wodurch viel Unsicherheit im Team entstand.
Im Arbeitsalltag entstand bei mehreren Mitarbeitenden der Eindruck, dass die Anforderungen an eine Leitung nicht erfüllt werden konnten. Entsprechend wurde im Kollegenkreis wiederholt die Frage gestellt, wie diese Person überhaupt in eine Führungsposition gekommen ist.
Besonders schwierig empfand ich, dass dieses Verhalten offenbar bekannt war, jedoch keine spürbaren Maßnahmen ergriffen wurden. Stattdessen mussten viele Defizite durch das Team selbst kompensiert werden.