Hinterher ist man immer schlauer
Gut am Arbeitgeber finde ich
Bürokratie funktioniert gut (Gehalt pünktlich etc), den ein oder anderen Kollegen, aber die haben sich schon verabschiedet.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Bürokratie funktioniert gut (ewig lange Liste), Führungstechnisch in den 70ern, Einstellungspolitik
Verbesserungsvorschläge
Frischekur in der Führungsebene (gerne mal mit einem harten Besen durchkehren), Projekte (vor allem die Guten) bis zum Ende durchziehen, Mitarbeiter sind mehr als nur Personalnummern
Arbeitsatmosphäre
Gegenseitige Kontrolle, das erzeugt sehr viel dauerhaften Druck. Man muss die Mitarbeiter im Vertrieb bei Laune halten, darauf achten, dass sie nicht so viele Fragen stellen. Wertschätzung nur wenn es einem nützt. Einige durchschauen das schnell, aber da gibt es hauseigene Methoden um diese Menschen wieder loszuwerden. Vertrauen entsteht eher weniger.
Image
Der Stern hat bereits Flecken und die weißen Westen werden langsam schmutzig.
Work-Life-Balance
24/7/365, immer erreichbar, im Urlaub sowieso und Krankheit wird immer als Simulation des Erkrankten angesehen. Ich musste schon meinen Mitarbeitern hinterherfahren, um zu schauen wo sie sich so rumtreiben und ob das mit der Vorausplanung übereinstimmt. Hier wurde ein Protokoll geführt.
Karriere/Weiterbildung
Linientreue und konspirative Verschwiegenheit gehen vor Qualifikation, Eignung und Modernität. Da alles intern stattfindet ist Karriere kaum planbar. Zumindest nicht von Anfang an.
Gehalt/Benefits
Für OL eher ein bescheidener Vertrag, bei den Verkäufern wurde nachjustiert, aber leider kam da auch nichts nachhaltiges bei raus. Sozialleistungen wie überall auch. VL,bKv, ZVK, U und W. Das Gehalt ist ein Kredit welcher jeden Monat neu bedient werden muss. Kann man seine "Rate" nicht zahlen wird diese im nächsten Monat hinzugerechnet. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man ein Grundgehalt von max. 400 Euro im Monat hat und alles mit den niedrigsten Provisionen in der Branche aufgefüllt werden muss. Die meisten schaffen das nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Liegt in der Hand des Mitarbeiters, zumindest im Außendienst. Man nutzt seinen eigenen Wagen (Debekamenschen fahren gerne min. 10 Jahre alte Diesel) und Vebrauchsmaterialien.
Kollegenzusammenhalt
Als Führungskraft bist du im Vertrieb komplett von den BLs etc entkoppelt. OL und GL halten nur solange zusammen wie es einen gemeinsamen Nenner gibt. Meist ist dieser sehr persönlich, subjektiv und es geht immer um Geheimnisse und Vertuschung. Die Verkäufer halten in der Regel gut zusammen. Hier wurde immer auf die Führungskraft eingewirkt, dass zu unterbinden.
Umgang mit älteren Kollegen
Wäre man schon sehr gerne los. Alles was länger als 10 Jahre dabei ist hat eine Abschussfreigabe.
Vorgesetztenverhalten
Der Grund warum ich zu einem Mitbewerber wechseln werde. Die Debeka hat ein echtes Führungskräfteproblem. Da kaum Nachwuchs in Sicht ist und wenn, dann wird er "eingenordet", ist hier keine Veränderung zu erwarten. Die GL rotieren um die Geschäftsstellen. Immer dann wenn ein GL es verratzt wird getauscht. Mit OL genauso. Wenn du bei dieser Zirkusshow mitmachst und deine Klappe hälst kann dir gar nichts passieren. Um Führungskraft zu werden muss man gute Zahlen als Einzelkämpfer geliefert haben. Auf dem Papier sieht das zwar anders aus, aber die Not hilft auch gegen Qualifikationen. Die Ausbildung der Vorgesetzten findet intern statt. Neue Impulse, moderne Führungsstile sucht man dann hier vergebens. Aber die Bausteine bekommen in regelmäßigen Abständen neue, stylischere Bezeichnungen.
Arbeitsbedingungen
Man bekommt einen klapprigen Laptop mit einer noch klapprigeren Software. Für den Außendienst nur leidlich geeignet. Alles andere, inklusive der Arbeitsplatz ist Aufgabe des Mitarbeiters bzw. OL.
Kommunikation
Weniger ist mehr. Die Infos, die der Mitarbeiter bekommt sind in der Regel mehrfach gefiltert, umgearbeitet, geschönt oder werden komplett zurückgehalten. Es gibt Rundschreiben für alle, für Führungskräfte dann auch in entsprechender Abstufung. In Gesamtbesprechungen wird eine Info-Show dargeboten, in den Führungskräftesitzungen wird dann etwas offenen gesprochen. Meist geht es gegen die eigenen Mitarbeiter.
Gleichberechtigung
Nach außen sind alle gleich. Nach innen, nein. Vetternwirtschaft und viele -ismus-Probleme.
Interessante Aufgaben
Kann man sich in bestimmten Rahmen selbst suchen. Aber viele Aufgaben werden sehr schnell sehr öde. Im Rahmen der Personalarbeit wurde es immer schwieriger. Als heutiges Einstellungskriterium ist wohl das selbständige aufrechterhalten überlebenswichtiger Körperfunktionen ausreichend.


