Nur der Umsatz zählt! Lasst euch im Vorstellungsgespräch nicht blenden!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Kollegenzusammenhalt ist in meinem Team und Servicebüro sehr gut und es gibt die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Der Beginn des Quereinstiegs war zudem sehr lehrreich und hilfreich.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Man wird ausschließlich an Vertriebszahlen und Abschlüssen gemessen, der Mensch zählt gar nicht. Servicearbeiten und Bestandspflege werden nicht vergütet, es gibt keine Bestandsbetreuungsprovision. Das Grundgehalt ist so niedrig, dass man überall mehr verdient. Das Einkommen ist unstet, die Telefonakquise monoton und von hoher Ablehnung geprägt.
Hier wird einem von sogenannten Vertriebstrainern beigebracht dass ein eindeutiges NEIN des Kunden „Noch Eine Information Nötig“ bedeutet. Das ist nicht lache. Hier wird man zu noch einem zusätzlichen, lästigen und penetranten Versicherungsfutzi ausgebildet von dem man nicht angerufen werden möchte. Manchmal musste ich mir bei den Seminaren wirklich an den Kopf fassen was da so beigebracht wurde. Vor meinem Beginn wurde mir erzählt wie toll doch alles bei der Debeka ist und wie toll doch mein Kundenstamm sei.Alles nur Bla Bla.
Verbesserungsvorschläge
- Service- und Bestandspflegearbeiten zusätzlich monetär wertschätzen und vergüten
- Ein Grundgehalt von min. 3000€ brutto was den psychischen Belastungen dieses Berufes wertschätzend vergütet (+ Provisionen, Boni, etc.)
- Transparente und ehrlichere Kommunikation beim Recruiting (z.B. bezüglich des Gehaltsmodells und der tatsächlichen Situation in der GS zum Thema "Auffüller")
- Den Fokus von reinem Zahlendruck und Geldgier wieder mehr auf Menschlichkeit und nachhaltige Kundenbeziehungen verlagern
Arbeitsatmosphäre
Sehr stark von Zahlendruck geprägt. Solange die Ergebnisse stimmen, ist alles in Ordnung, aber ich hätte mir ein menschlicheres Miteinander auf Führungsebene von Seiten des GL gewünscht.
Kommunikation
Im Alltag drehen sich Gespräche fast nur um Umsätze und Provisionen. Zudem entsprachen Aussagen aus dem Vorstellungsgespräch (z.B. dass sich kein Mitarbeiter im "Auffüller" befinde) nicht der Realität. Es herrscht sehr viel Buschfunk und es wird oft hinter dem Rücken über Mitarbeiter gelästert, die sich diesem System nicht fügen möchten und nicht zu allem "Ja-und-Amen" sagen.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Kollegen im Servicebüro herrscht ein starker Zusammenhalt und ein unterstützender Umgang.
Work-Life-Balance
Homeoffice ist problemlos möglich. Allerdings ist die Erreichbarkeit von Privatkunden morgens/tagsüber sehr schlecht, weshalb sich die Arbeitszeit und Termine regelmäßig in die Abendstunden verlagern, wenn die meisten Leute Feierabend haben.
Vorgesetztenverhalten
Der GL nimmt sich zwar Zeit für Gespräche und möchte einem viel beibringen, ist jedoch sehr umsatz- und provisionsgetrieben. Es zählen nur Zahlen, Verkäufe und Geld während der geleistete Aufwand für Service und Betreuung ignoriert wird. Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass er auf Schulung sehr realitätsfremd davon erzählt, wie einfach es doch sei, eine Unfallversicherung oder Altersvorsorge an den Mann zu bringen. Ist schon klar, wenn man kein aktiven Vertrieb mehr machen muss und sich auf den Erfolgen des Teams ausruhen kann und darauf wartet in den Club fahren zu können.
Interessante Aufgaben
Der Quereinstieg beginnt lehrreich und gut machbar, geht aber schnell in eine sehr trockene und höchst komplexe Thematik über. Das bitte nicht unterschätzen. Es ist SEHR viel Lern- und Arbeitsaufwand sowohl den Vertrieb als auch die IHK-Prüfung gleichzeitig erfolgreich zu meistern. Ein Großteil der Zeit geht für Telefonakquise in einem übersättigten Markt drauf, bei der man sehr oft auf Skepsis und Ablehnung stößt. Damit muss man definitiv umgehen können und sich darauf täglich einstellen, mit Ablehnung umzugehen. Das hat mich täglich zunehmend demotiviert.
Gleichberechtigung
Gleichbehandlung ist gegeben, da letztlich jeder am selben Maßstab gemessen wird: den erbrachten Verkaufszahlen. Weibliche Vertrieblerinnen gibt es jedoch auch hier nicht viele.
Quereinsteiger werden bereits ab dem ersten Jahr an den gleichen Zielen gemessen wie langjährige Mitarbeiter.
Umgang mit älteren Kollegen
Keine negativen Auffälligkeiten beobachtet. Der Leistungs- und Zahlendruck betrifft alle Kollegen gleichermaßen.
Arbeitsbedingungen
Die Möglichkeit zur flexiblen Arbeit von zu Hause ist gegeben. Der Arbeitsalltag ist jedoch durch den harten Markt und oftmals lange Entscheidungszeiten durch Kunden oft sehr zäh.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Durch die HO-Regelung werden Pendelwege eingespart. Sonst wird hier aber noch extrem viel gedruckt für die Kunden.
Gehalt/Benefits
Sehr unbefriedigend. Lasst euch hier nicht im Vorstellungsgespräch belabern, wie toll doch alles ist und dass man so viel verdienen kann. Kein stetiges Einkommen und geringe Provisionen im Vergleich zum Wettbewerb. Service- und Betreuungsleistungen wie allgemeine Anfragen die nicht zum Abschluss führen, aber für den Kunden trotzdem Mehrwert haben, werden nicht entlohnt. Entgegen der Behauptung vor Einstellung, gab es während meiner Zeit durchaus Mitarbeiter, die im Auffüller landeten.
Image
Die Versicherungsbranche wird nicht ohne Grund oft als Haifischbecken wahrgenommen. Das Vertrauen bei Bestandskunden am Telefon ist oft sehr niedrig, was es schwer macht Abschlüsse zu generieren. In Zeiten der Fake-Calls und Scam-Betrüger sind zudem viele Menschen sehr skeptisch geworden was den Vertrieb zusätzlich erschwert.
Karriere/Weiterbildung
Guter, strukturierter Einarbeitungsprozess für Quereinsteiger die Bock auf diesen Beruf haben. Ob es etwas für einen ist, muss man ausprobieren. Zu mir passte der Beruf einfach nicht. Ein beruflicher Aufstieg hängt jedoch rein von den Abschlüssen ab, nicht von Fachkompetenz oder Servicequalität.


