Wenn jeder Kollege mehr Gutes machen würde, könnten wir alle mehr erreichen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ausstattung, Arbeitsgegebenheiten und -bedingungen, Events und Möglichkeiten, sich einzubringen, flache Hierarchien, Menschlichkeit (Nahbarkeit) des oberen Managements, ... die Möglichkeit, dass wir auch nach 40 Jahren besser werden können, als wir es sind.
Verbesserungsvorschläge
Schön wäre es, wenn diejenigen Mitarbeiter das Unternehmen verlassen (sollen), die gar nicht mehr bei uns arbeiten wollen. Dann könnten wir jene Mitarbeiter behalten, die für uns und mit uns arbeiten und gearbeitet haben. Konsequenter gegen jene Kollegen vorgehen, die sich mit ihrem Verhalten mittlerweile gegen die Entwicklung der Firma stellen (auch im Betriebsrat).
Arbeitsatmosphäre
Wer sich bei Dell negativ über die Arbeitsatmosphäre beschweren sollte, hat noch nie in einer Umgebung gearbeitet, in der Leistung wirklich gefordert wird. Sicherlich bekommen wir straffe Ziele, aber jeder von uns genießt auch wirklich viele Freiheiten und Luxus in Bezug auf die Art und Weise, wie wir arbeiten. Mag sein, dass das von Segment zu Segment und von Manager zu Manager auch nochmal leicht unterschiedlich ist, aber insgesamt überwiegt eine Atmosphäre, in der man viele Anreize bekommt, ordentlich zu arbeiten. Büroräume sind super sauber, Technik ist tipp topp, Ausstattung ist luxuriös und modern, Vorgesetzte machen den Kollegen im Grunde sogar zu wenig Druck und es gibt fast endlos viele Möglichkeiten, sich proaktiv einzubringen.
Kommunikation
Die Amis mögen es nicht so, über Probleme zu sprechen und das merkt man schon. Aber uns wird keine Information wirklich vorenthalten. Wir sind über die Jahre nur eine so zynische Meute geworden, dass "selektive Wahrnehmung" ins Kollektiv des Personalstamms eingeschwemmt wurde und mittlerweile reagieren Mimimitarbeiter auf jede Kritik dermaßen persönlich betroffen, dass der Weg zum Betriebsrat stärkere Abnutzung zeigt als die Wege zu den Toiletten. Dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn das Management irgendwann sagt: "Viele von euch sind hervorragend qualifiziert, bei Seenot auf eine Notsituation aufmerksam zu machen oder auch das Ende eines Fußballspiels zu signalisieren."
Ziele werden kommuniziert. Strategien werden kommuniziert. Feedback gibt es auch. Hier und da gibt es ne Tabelle zu viel, aber es ist alles pro Mitarbeiter, pro Kunde, pro Produkte... man muss halt auch so hören wollen und seine eigene Rolle im Tun finden, statt die Hände aufzuhalten und dann zu weinen, wenn darauf geschaut wird, ob auch wirklich alles getan wird, worauf man sich vertraglich geeinigt hat.
Kollegenzusammenhalt
Viele faule und unfähige Kollegen verfolgen das Bequemlichkeitsprinzip und treten damit mit Füßen gegen einen vernünftigen Anspruch an die Arbeit, den einige Kollegen vertreten. So viele Kollegen beschweren sich über zu straffe Ziele, aber kommen am Nachmittag zur Arbeit und gehen am Vormittag (überspitzt) wieder nach Hause. In der Zwischenzeit werden Computer-Spiele gespielt (sogar von Betriebsratsmitgliedern, die sich über die hohe Arbeitslast laut beschweren), Videos und Serien geschaut, Massagestühle in anderen Abteilungen genutzt, Tischtennis gezockt, rauchen gegangen und Meetings als dankbare Ablenkung genutzt, sich nicht bei den eigenen Kunden melden zu müssen. Das Management reagiert verständlicher Weise darauf mit höheren Anforderungen und darüber beschweren sich die Faulis dann auch noch, weil sie tatsächlich mal arbeiten müssten, um ihre Ziele zu erreichen. Aber wehe sie werden mit ihren (unzulänglichen) Leistungen konfrontiert. Dann leidet schnell wieder der Teppich zum BR-Büro.
Work-Life-Balance
VERTRAUENS-Arbeitszeit. Mal Office, mal Home Office. Nahezu maximale Flexibilität, seinen Tag selbst zu gestalten.
Um 9 im Office und 13 Uhr wieder auf dem Weg nach Hause ist bei uns keine Seltenheit. Während ich das nicht mal als Work-Life-Balance, sondern eher noch als Arbeitszeitbetrug bezeichnen würde, BESCHWEREN sich etliche solcher Kollegen darüber, dass sie an einigen Tagen der Woche ins Office kommen sollen... In keinem anderen Unternehmen wäre das für mehr als 'ne Woche tragbar.
Vorgesetztenverhalten
Die Begründung für 4 Sterne ist sicherlich subjektiv. Man kann der globalen Führung durchaus ein wenig "deutsch" gegenüberstehen und feststellen, dass die Superlative manchmal schon eher dem Datenblatt und nicht unbedingt in dem Ausmaß der Performance auf der Straße entsprechen. Aber wir sind ein amerikanisches Unternehmen und unsere Geschäftsführung muss strategische Entscheidungen an die ganze Welt gleichzeitig kommunizieren. Da wählt man seine Worte.
Wir selbst bekommen viel von unserem deutschen Geschäftsführer mit und der kann definitiv kommunizieren, kennt sich aus und macht das, was man von seiner Position erwarten kann. Manager unterscheiden sich in ihrem Verhalten, aber sowie sich einer erlauben würde, auch nur "gefühlt" unfair einem Mitarbeiter gegenüber zu sein, verliert unser Teppich wieder an zuvor erwähnten Stellen seine Farbe.

