Ungesunde Entwicklung – Azubis werden ausgenutzt, HR immer fragwürdiger
Verbesserungsvorschläge
Denk Pharma sollte die Personalabteilung überarbeiten, insbesondere im Bereich des Arbeitsrechts und der fairen Behandlung von Auszubildenden. Die Bürokratie im HR-Portal sollte vereinfacht werden, um das Leben der Mitarbeitenden zu erleichtern.
Führungskräfte sollten transparenter kommunizieren und den Dialog mit den Mitarbeitenden fördern, um das Vertrauen und die Zusammenarbeit zu stärken.
Ein professionelleres Verhalten in den Abteilungen ist notwendig, um Missverständnisse zu vermeiden und ein respektvolles Arbeitsumfeld zu schaffen. Die Mitarbeitenden sollten auch die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden, ohne auf Widerstand oder Kritik zu stoßen. Außerdem sollte eine angemessene Zeiterfassung eingeführt werden, um Transparenz zu gewährleisten.
Wichtig ist auch, dass es sich bei den für die Ausbildung Verantwortlichen um kompetente und erfahrene Mitarbeitende handelt, die sich tatsächlich Zeit für die Auszubildenden nehmen können. Unerfahrene oder jüngere Mitarbeitende sollten nicht in diese Rolle gedrängt werden, da eine solide und qualifizierte Ausbildung für die Entwicklung der Auszubildenden entscheidend ist.
Arbeitsatmosphäre
Das Arbeitsklima ist stark teamabhängig. In manchen Bereichen herrscht ein respektvoller und kollegialer Umgang, in anderen eher ein angespanntes Klima. Es gibt engagierte Kolleg*innen, die den Arbeitsalltag angenehm gestalten, allerdings wird dies oft durch strukturelle Probleme, Überlastung und mangelnde Führung überschattet.
Image
Trotz der geringen Unternehmensgröße und der überschaubaren Mitarbeiterzahl ist Denk Pharma in den letzten Jahren kaum gewachsen, was sich negativ auf das Image des Unternehmens auswirkt. Es fehlt an Innovation und klarer Weiterentwicklung, was sich in vielen Bereichen negativ bemerkbar macht. Grundlegende Themen wie Arbeitszeiterfassung und moderne Personalentwicklung werden weiterhin ignoriert, obwohl sie längst notwendig wären. Langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen das Unternehmen, was auf Perspektivlosigkeit und Unzufriedenheit hinweist. Die Unternehmensgröße bringt wenig Vorteile, da die internen Strukturen oft ineffizient und undurchsichtig sind. Ebenso gibt es keine Aufstiegsmöglichkeiten und die Gehälter sind weder transparent noch konkurrenzfähig. Insgesamt fehlt es an Anreizen für die Mitarbeitenden, langfristig im Unternehmen zu bleiben, was das zukünftige Wachstum und die Motivation stark einschränkt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist bei Denk Pharma mangelhaft. Überstunden sind an der Tagesordnung und werden als selbstverständlich hingenommen, eine Arbeitszeiterfassung in irgendeiner Form gibt es jedoch nicht, obwohl dies aus Gründen der Transparenz und Fairness dringend notwendig wäre. Besonders problematisch ist, dass weder für Beschäftigte noch für Auszubildende, die eigentlich nur 40 Stunden pro Woche arbeiten sollen, Freizeitausgleich oder Bezahlung für Überstunden angeboten oder geregelt wird. Stattdessen wird auf Vertrauensarbeitszeit gesetzt, was in der Praxis dazu führt, dass Beschäftigte und Auszubildende regelmäßig Mehrarbeit leisten, ohne dass diese offiziell anerkannt oder ausgeglichen wird. Dies beeinträchtigt die Work-Life-Balance und ist insbesondere für Auszubildende, die auf eine strukturierte und geschützte Ausbildung angewiesen sind, unbefriedigend.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind bei Denk Pharma kaum vorhanden. Es gibt keine klaren Entwicklungswege und keine strukturierte Förderung der Mitarbeitenden. Beförderungen sind selten und undurchsichtig, was zu Unzufriedenheit führt. Weiterbildungsmöglichkeiten sind sehr begrenzt und werden entweder gar nicht angeboten oder nicht auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden abgestimmt. Zudem wird in vielen Fällen der ständige Verweis auf die Core Values als Entschuldigung oder Rechtfertigung für mangelnde Unterstützung und Entwicklungsmöglichkeiten herangezogen, was den Eindruck erweckt, dass eine wirkliche Veränderung oder Verbesserung nicht gewünscht ist. Mangelnde Karriereförderung und fehlende Perspektiven führen zu einer deutlichen Demotivation der Mitarbeitenden.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist je nach Abteilung sehr unterschiedlich. In einigen Teams herrscht ein gutes Arbeitsklima, in anderen eher eine gewisse Kälte und Distanz. Ein großer Nachteil ist das hohe Maß an Flurfunk, insbesondere in Bezug auf die Leistung der Mitarbeitenden. Anstatt in einem konstruktiven und unterstützenden Umfeld zu arbeiten, wird oft hinter dem Rücken über Kollegen gesprochen, was das Vertrauen und die Zusammenarbeit erheblich erschwert.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten bei Denk Pharma lässt stark zu wünschen übrig. Viele Führungskräfte neigen zum Mikromanagement, was zu einer stark eingeschränkten Eigenverantwortung der Mitarbeitenden führt. Statt Vertrauen zu schenken, werden selbst kleinste Entscheidungen hinterfragt und kontrolliert. Dies beeinträchtigt nicht nur die Motivation, sondern führt auch zu einem unangenehmen Arbeitsklima, in dem sich die Mitarbeitenden kaum frei entfalten können. Zudem sind die zahlreichen, oft wenig produktiven Besprechungen ein ständiger Zeitfresser, der den Arbeitsalltag unnötig belastet. Es fehlt an klarer Kommunikation und einem wirklich unterstützenden Führungsstil. Die Führungskräfte sollten dringend an ihrer Fähigkeit arbeiten, das Team zu motivieren und mehr Verantwortung zu delegieren.
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen ist insgesamt verbesserungswürdig. Auf Abteilungsebene läuft vieles relativ reibungslos, aber insbesondere bei unternehmensweiten Entscheidungen kommt es häufig zu Missverständnissen und Informationslücken. Die Kommunikation mit dem C-Level-Management ist oft schwierig und wichtige Informationen werden nicht immer transparent oder rechtzeitig weitergegeben.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Personalabteilung. Persönliche Informationen sollten vertraulich behandelt werden, aber es gibt immer wieder Vorfälle, bei denen sensible Daten intern weitergegeben werden - das schafft Misstrauen und Unsicherheit im Umgang mit HR.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben bei Denk Pharma sind grundsätzlich abwechslungsreich und bieten gute Entwicklungsmöglichkeiten, vor allem wenn man die Möglichkeit hat, selbstständig zu arbeiten. Allerdings wird der Ausbildungsrahmenplan für die Auszubildenden nur teilweise eingehalten. Statt sich auf die eigenen Lernziele konzentrieren zu können, müssen die Auszubildenden oft Personalausfälle kompensieren, was eigentlich nicht Teil ihrer Ausbildung sein sollte. Dadurch übernehmen sie teilweise Aufgaben, die mehr mit regulärer Arbeit zu tun haben als mit einer gezielten und strukturierten Ausbildung. Dennoch gibt es insgesamt interessante Aufgaben, die - wenn sie im Rahmen der Ausbildung blieben - den Auszubildenden viel für ihre persönliche und berufliche Entwicklung bieten könnten.


