Hohe Belastung, wenig Unterstützung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv empfand ich den Kontakt mit vielen Kundinnen und Kunden sowie die Zusammenarbeit mit einigen hilfsbereiten und erfahrenen Kolleginnen und Kollegen. Die Arbeitsaufgaben waren klar strukturiert, und die Kommunikation der direkten Arbeitsanweisungen war in der Regel verständlich und eindeutig.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die aus meiner Sicht dauerhaft hohe Arbeitsbelastung, der ständige Zeitdruck, die fehlende Unterstützung durch Vorgesetzte, die teilweise ungleiche Behandlung von Mitarbeitenden, der Umgang mit Kritik sowie das aus meiner Sicht nicht angemessene Verhältnis zwischen Arbeitsaufwand und Vergütung. Außerdem fehlten mir Wertschätzung, Verständnis für persönliche Anliegen und erkennbare Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung.
Verbesserungsvorschläge
Die Arbeitsbelastung realistischer planen und die Touren so gestalten, dass sie innerhalb der regulären Arbeitszeit bewältigt werden können.
Neue Mitarbeitende und Springer besser einarbeiten und im Arbeitsalltag stärker unterstützen.
Die Kommunikation zwischen Vorgesetzten, Logistik und Zustellung verbessern sowie Anliegen der Mitarbeitenden ernst nehmen.
Alle Mitarbeitenden unabhängig von Betriebszugehörigkeit oder Herkunft nach denselben Maßstäben behandeln.
Mehr Wert auf die körperliche und psychische Gesundheit der Beschäftigten legen und Überlastung frühzeitig erkennen.
Eine Unternehmenskultur fördern, in der Kritik offen geäußert werden kann, ohne dass Mitarbeitende Nachteile oder negativen Druck befürchten müssen.
Faire und transparente Entscheidungen bei Urlaubsplanung, Dienstplänen und dem Tausch freier Tage treffen.
Die Vergütung und Benefits besser an die körperlichen und psychischen Anforderungen der Tätigkeit anpassen.
Den Zusammenhalt im Team stärken und Mobbing, persönlichen Angriffen oder unangemessenem Verhalten konsequent entgegenwirken.
Mehr Möglichkeiten für Weiterbildung und berufliche Entwicklung schaffen und Mitarbeitende aktiv darüber informieren.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre in der Filiale war während der wenigen Stunden vor der Zustellung teilweise in Ordnung und akzeptabel. Nach meiner persönlichen Erfahrung war sie jedoch überwiegend angespannt und eher negativ, was sich auf das tägliche Arbeiten ausgewirkt hat.
Kommunikation
Die Kommunikation mit den direkten Vorgesetzten war aus meiner Sicht gut. Ich erhielt in der Regel klare Anweisungen und Informationen. Nach meiner persönlichen Erfahrung fühlte ich mich jedoch von einigen Mitarbeitenden aus dem Logistikbereich häufig ignoriert. Wenn ich Unterstützung benötigte oder Unterlagen anfordern musste, musste ich teilweise mehrfach nachfragen, bevor ich die benötigten Dokumente oder Informationen erhielt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war nach meiner persönlichen Erfahrung sehr unterschiedlich. Einige Mitarbeitende waren freundlich, hilfsbereit und unterstützend. Gleichzeitig habe ich jedoch auch sehr negative Erfahrungen gemacht. Ich fühlte mich teilweise persönlich angegriffen und hatte den Eindruck, dass Vorwürfe oder Beschwerden über meine Arbeit an die Filialleitung weitergegeben wurden, obwohl ich diese aus meiner Sicht nicht für gerechtfertigt hielt.
Als Springer hatte ich außerdem den Eindruck, dass von mir regelmäßig erwartet wurde, ein besonders hohes Arbeitspensum zu bewältigen und zusätzliche Belastungen zu übernehmen. Dabei entstand für mich häufig ein erheblicher Druck, die gesamte Arbeit vollständig zu erledigen, selbst in Situationen, in denen dies nach meiner Einschätzung aufgrund der Arbeitsmenge oder der verfügbaren Zeit kaum realistisch war.
Work-Life-Balance
Nach meiner persönlichen Erfahrung war es für mich kaum möglich, eine ausgewogene Work-Life-Balance zu erreichen. Aufgrund der hohen körperlichen und psychischen Belastung war ich nach der Arbeit meist so erschöpft, dass ich nur noch duschen, etwas essen und schlafen konnte.
Meine freien Tage verbrachte ich überwiegend zu Hause, um mich von der Arbeit zu erholen und genügend Kraft für die nächste Arbeitswoche zu sammeln. Ich fühlte mich über einen längeren Zeitraum sowohl körperlich als auch psychisch stark belastet. Dadurch blieb mir aus meiner Sicht kaum Energie oder Zeit, mich meinem Privatleben angemessen zu widmen.
Vorgesetztenverhalten
Nach meiner persönlichen Erfahrung habe ich von meinen Vorgesetzten nur selten Unterstützung oder Verständnis erfahren. Ich hatte häufig das Gefühl, dass meine Anliegen und Schwierigkeiten nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Wenn ich aus wichtigen privaten Gründen um den Tausch eines freien Tages bat, stießen meine Anfragen nach meiner Wahrnehmung meist auf Ablehnung oder Widerstand. Gleichzeitig entstand bei mir der Eindruck, dass vergleichbare Wünsche anderer Kolleginnen und Kollegen häufiger berücksichtigt wurden.
Außerdem hatte ich den Eindruck, dass Mitarbeitende, die ihre arbeitsrechtlichen Ansprüche oder internen Regelungen nicht genau kannten, dadurch Nachteile in Kauf nehmen mussten. Dies empfand ich als belastend und nicht transparent.
Darüber hinaus hatte ich den Eindruck, dass die Erwartungen derjenigen Kolleginnen und Kollegen, die ein immer höheres Arbeitspensum befürworteten oder sich besonders für zusätzliche Belastungen einsetzten, von den Vorgesetzten eher unterstützt wurden. Dadurch entstand bei mir häufig das Gefühl, mit meinen Bedenken allein zu sein und mich dem Druck der Mehrheit anpassen zu müssen, anstatt Verständnis oder Unterstützung zu erhalten.
Interessante Aufgaben
Nach meiner persönlichen Erfahrung bestand die Tätigkeit überwiegend aus denselben wiederkehrenden Arbeitsabläufen. Der Arbeitsalltag war sehr routinelastig und bot mir nur wenig Abwechslung.
Die größte Abwechslung ergab sich für mich durch den Kontakt mit den Kundinnen und Kunden. Diese Begegnungen reichten von sehr angenehmen und freundlichen Erfahrungen bis hin zu schwierigen oder belastenden Situationen.
Gleichberechtigung
Nach meiner persönlichen Erfahrung wurden Mitarbeitende nicht immer gleich behandelt. Ich hatte den Eindruck, dass vergleichbare Anliegen je nach Person unterschiedlich bewertet wurden. So wurden beispielsweise meine Anfragen zum Tausch eines freien Tages häufig abgelehnt, während ähnliche Wünsche anderer Kolleginnen und Kollegen nach meiner Wahrnehmung häufiger berücksichtigt wurden.
Außerdem hatte ich den Eindruck, dass langjährig beschäftigte Mitarbeitende häufig nachsichtiger behandelt wurden und weniger Leistungsdruck ausgesetzt waren als neue Kolleginnen und Kollegen. Auch bei ausländischen Mitarbeitenden entstand für mich teilweise der Eindruck, dass sie einem höheren Erwartungs- und Leistungsdruck ausgesetzt waren.
Darüber hinaus habe ich von Kolleginnen und Kollegen von Situationen erfahren, in denen sie sich nach der Inanspruchnahme ihres Urlaubs oder weil sie an ihren freien Tagen nicht arbeiten wollten, benachteiligt oder unter Druck gesetzt fühlten. Da ich diese Vorfälle nicht selbst erlebt habe, kann ich sie nur als Schilderungen anderer Mitarbeitender wiedergeben.
Insgesamt entstand bei mir dadurch das Gefühl, dass Entscheidungen und der Umgang mit Mitarbeitenden
Umgang mit älteren Kollegen
Nach meiner persönlichen Erfahrung war der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen überwiegend positiv. Ich empfand sie häufig als verständnisvoll, respektvoll und hilfsbereit. Im Vergleich zu vielen jüngeren Kolleginnen und Kollegen fühlte ich mich von älteren Mitarbeitenden häufiger unterstützt und ernst genommen. Dadurch fiel mir die Zusammenarbeit mit ihnen insgesamt deutlich leichter.
Arbeitsbedingungen
Nach meiner persönlichen Erfahrung waren die Arbeitsbedingungen mit einer sehr hohen körperlichen und psychischen Belastung verbunden. Das tägliche Arbeitspensum war aus meiner Sicht häufig sehr hoch, sodass kaum Zeit blieb, die Aufgaben ohne erheblichen Zeitdruck zu erledigen.
Als Zusteller war ich regelmäßig unterschiedlichen Wetterbedingungen ausgesetzt und musste die Arbeit unabhängig von Hitze, Regen oder Kälte erledigen. Gleichzeitig hatte ich häufig den Eindruck, dass die verfügbare Zeit und die erwartete Arbeitsleistung nicht immer in einem angemessenen Verhältnis standen.
Die Arbeitsbedingungen führten bei mir langfristig zu einer erheblichen körperlichen und psychischen Erschöpfung und wirkten sich nach meiner Erfahrung auch negativ auf mein Privatleben aus.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umweltbewusstsein des Unternehmens kann ich nur eingeschränkt beurteilen. Hinsichtlich der sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden hatte ich jedoch nach meiner persönlichen Erfahrung den Eindruck, dass das Wohlbefinden und die langfristige Gesundheit der Beschäftigten nicht immer ausreichend berücksichtigt wurden.
Ich hatte häufig das Gefühl, dass die Erfüllung der Arbeitsleistung Vorrang vor der tatsächlichen Belastung der Mitarbeitenden hatte. Aus meiner Sicht hätten der Schutz der Gesundheit, eine nachhaltige Arbeitsbelastung und eine stärkere Unterstützung der Beschäftigten mehr Beachtung verdient.
Gehalt/Benefits
Nach meiner persönlichen Erfahrung standen das Gehalt und die angebotenen Benefits nicht in einem angemessenen Verhältnis zur täglichen Arbeitsbelastung. Die Tätigkeit war aus meiner Sicht sowohl körperlich als auch psychisch sehr anspruchsvoll und mit einem hohen Maß an Stress verbunden.
Die zusätzlichen Benefits empfand ich als eher gering und nicht ausreichend, um die hohe Belastung des Arbeitsalltags auszugleichen. Insgesamt hatte ich daher nicht den Eindruck, dass die Vergütung den Anforderungen und der Verantwortung der Tätigkeit angemessen entsprach.
Image
Nach meiner persönlichen Erfahrung entsprach das öffentliche Image von Deutsche Post nicht meinen tatsächlichen Erlebnissen als Mitarbeiter. Das Unternehmen wird aus meiner Sicht häufig als attraktiver und mitarbeiterfreundlicher Arbeitgeber dargestellt, als ich es während meiner Beschäftigung erlebt habe.
Zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und meinem Arbeitsalltag habe ich einen deutlichen Unterschied empfunden. Meine persönlichen Erfahrungen waren in vielen Bereichen deutlich negativer, als ich es aufgrund des öffentlichen Images erwartet hätte.
Außerdem hatte ich als Nutzer von Bewertungsplattformen gelegentlich den Eindruck, dass ausführliche kritische Bewertungen schnell von mehreren kurzen positiven Bewertungen gefolgt wurden. Ob dafür ein Zusammenhang besteht, kann ich jedoch nicht beurteilen. Deshalb bewerte ich ausschließlich meine eigenen Erfahrungen während meiner Tätigkeit.
Karriere/Weiterbildung
Nach meiner persönlichen Erfahrung wurden mir keine konkreten Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung oder Weiterbildung angeboten. Während meiner Beschäftigung erhielt ich keine Informationen über entsprechende Programme oder Entwicklungsmöglichkeiten. Aus meiner Sicht spielte die Förderung der beruflichen Weiterentwicklung in meinem Arbeitsalltag keine erkennbare Rolle.

