Viel Licht im Alltag, klarer Schatten in der Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Steht alles schon im Text.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Steht auch alles schon im Text.
Verbesserungsvorschläge
Lasst uns im Home-Office. Das ist wichtiger, als ihr glaubt. Dann die obigen ausführlichen Kommentare lesen und, wichtig, verstehen.
Arbeitsatmosphäre
Hier gibt es Licht und Schatten: Auf der Arbeitsebene gibt es nur selten etwas zu beanstanden; das wären vier Sterne.
Leider aber wird dieses Bild durch die Führungskräfte getrübt: Lob, Anerkennung, Wertschätzung, das findet kaum statt. Das ergeben auch die zweimal jährlich durchgeführten Mitarbeitendenbefragungen, aber die Führungsmannschaft steht dem entweder mittels zweckmäßigem Aktionismus ("wer regelmäßig im Büro ist, fühlt sich besser! Back to office!") oder mit professioneller ideenloser Betroffenheit gegenüber.
Das haben wir beides nicht verdient.
Kommunikation
Es wird viel und erstaunlich offen kommuniziert. Trotzdem ist die Firma leider noch weit von der per Eigenverpflichtung richtigerweise auferlegten "radikalen Transparenz" noch weit entfernt und man spricht jetzt auch lieber nicht mehr so laut davon...
Kollegenzusammenhalt
Der Kolleg*innenzusammenhalt ist bei aller berechtigten Kritik eines der absoluten Highlights: Die Zusammenarbeit läuft heute in den meisten Fällen sehr, sehr gut. Man hilft einander, man diskutiert auch schon mal engagiert, aber man findet letztlich gemeinsam eine vernünftige, angemessene Lösung und arbeitet auch hinterher noch gern miteinander.
Das ist sozusagen die Kehrseite der Medaille: Läßt die Führungsmannschaft (man beachte: ich spreche über die DTIT) zu wünschen übrig, muss man auch mehr zusammenhalten. Nur bitte diesen Bogen nicht überspannen.
Work-Life-Balance
Auch hier muss man differenziert hinsehen: Ja, Urlaub kann in der Regel problemlos genommen werden, Überstunden werden abgefeiert oder (notfalls und zähneknirschend) ausgezahlt. Es wird viel Rücksicht genommen, wenn es angesprochen wird.
Aber genau das die Schattenseite: "Wenn es angesprochen wird" - und nur dann. Die bereits erwähnten Mitarbeitendenbefragungen fragen auch nach der psychischen Gesundheit. Auf der individuellen Ebene jedoch wird man vielleicht mal jovial gefragt "Wie geht's Dir?", aber eine Rückfrage bei unklarer Antwort erfolgt nicht. Das zeigt sehr deutlich: Der theoretische Anspruch ist da und erscheint mir glaubwürdig; die praktische Umsetzung jedoch funktioniert nur "halbwegs".
Vorgesetztenverhalten
Auch hier muss man genauer hinsehen: Gerade die jüngeren, engagierten Führungskräfte (nicht missverstehen: es gibt auch ältere engagierte Führungskräfte, aber ich beziehe mich ganz bewußt auf jüngere) sind häufig absolut klasse: Frisch und häufig modern-progressiv eingestellt, unverbraucht und voller Elan - kommt man zu einer solchen vorgersetzten Person darf man sich glücklich schätzen. (Der beste People Lead aller Zeiten, der, sollte er dies lesen, sowohl weiss, wer dies schreibt und dass er gemeint ist.)
Solche Vorgesetzte machen vieles Wett.
Die anderen jedoch, sind häufig die "älteren Semester", die die Dinge "schon immer so gemacht haben" und sich nichts besseres vorstellen können (und wollen). Da ist man dann gegenseitig sehr höflich und gleichzeitig eiskalt, weil man solchen Leuten keine "Angriffsfläche" liefern möchte.
Sie klammern sich an eine vermeintliche "Macht" und tun alles, was aus ihrer Sicht nötig ist, um diese nicht zu verlieren.
Schön ist das nicht; es ist unglaublich anstrengend und letztlich auch belastend.
Zwischen diesen beiden Antipoden gibt es natürlich vieles; viele Führungskräfte, die ich kennenlernen durfte, rechtfertigen letztlich die vier Sterne.
Interessante Aufgaben
Das zweite große Highlight: Ich suche mir meine Aufgaben in meinem recht weiten Feld praktisch frei aus. Ich genieße hohe Freiheitsgrade, die ich mir allerdings auch sehr hart erarbeitet habe. Ich führe meine Themen eigenständig in wechselnden Konstellationen zum Erfolg.
Und obwohl ich natürlich mehr verdienen sollte: Meine Bezahlung trägt dem angemessen Rechnung.
Gleichberechtigung
Meiner männlichen Wahrnehmung nach zufolge: Noch nicht gut genug, aber wohl besser als bei vielen anderen Firmen.
Umgang mit älteren Kollegen
Teils, teils... Bist du gut, dann - so mein Eindruck - ist auch die Firma gut zu dir. Bist du allerdings de facto verzichtbar, dann wird dir das im Zweifelsfall sehr deutlich gemacht. Häufig nett und sehr sozial verpackt, aber das macht es nicht substanziell leichter...
Arbeitsbedingungen
Hier wird's dann ganz klar unschön: "Offene Bürowelten" oder, ehrlicher, Hallenfeeling. Laut, warm, stickig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier sehe ich auf die Konzerngruppe DTAG und nicht mehr allein auf die DTIT, denn die Unterscheidung fällt schwerer. Insgesamt zeigt der Konzern ein überraschend hohes Umwelt- und Sozialbewußtsein. Grüne Pionieere, Magenta Pride, Konzernumbauten, Personalabbau - na klar, das gibt's auch bei uns und alles auch ziemlich durchgängig.
Man mag die zwei letzten Punkte beklagen, bedauerlich finden, was auch immer. Man sollte aber in diesem Kontext nicht vergessen, dass unser Unternehmen am Ende des Tages sehr viel mehr Möglichkeiten und Chancen anbietet, als es müsste.
Gehalt/Benefits
Mehr Geld wär schön, na klar, aber ehrlich gesagt: Passt schon.
Image
Ich glaube, es geht mir wie ganz vielen von uns: Wir mögen unseren Job, wir können manches an der Arbeitgeberin gar nicht leiden, anderes wiederum an der Arbeitgeberin wissen wir sehr zu schätzen.
Für mich überwiegt der zweite, der positive Teil.
Karriere/Weiterbildung
Karriere ist ein schwieriges Wort: Im klassischen Sinne habe ich keine Karriere gemacht. Dennoch war ich selten näher an meinem Traumjob als heute.
Das liegt auch an den unglaublich großzügigen und umfassenden Weiterbildungsmöglichkeiten im Konzern. Das ist für mich beispiellos und ich wünschte mehr meiner Kolleg_innen würden einfach mal darüber nachdenken.


