Toller Zusammenhalt und gute direkte Führung – aber das Vertrauen ins Management schwindet
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen hat Fachkräfte eingestellt, die wissen, was sie tun. Dieses Vertrauen sollte man ihnen auch geben – unabhängig davon, ob sie im Büro oder im Homeoffice arbeiten.
Mehr Vertrauen, weniger Kontrolle, eine offenere Feedbackkultur und ein konsequenter Umgang mit den eigenen Nachhaltigkeit- und Work Life Balance Ansprüchen würden viel bewirken.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe selten so ein starkes Team erlebt. Man unterstützt sich gegenseitig, nimmt Rücksicht aufeinander und hält wirklich zusammen. Das macht vieles leichter und gleicht einiges aus, was im Unternehmen sonst nicht so gut läuft. Auf der operativen Ebene fühlt man sich grundsätzlich wohl.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist stark verbesserungsbedürftig. Zwar geben die direkten Führungskräfte relevante Informationen weiter, sobald sie dürfen, doch die Kommunikation nach oben und von oben wirkt deutlich gefiltert. Wichtige Inhalte kommen oft nur bruchstückhaft oder verspätet an, was regelmäßig Raum für Gerüchte und Spekulationen schafft. Die bestehenden „Filter“ scheinen so ausgeprägt zu sein, dass Transparenz und Offenheit kaum gewährleistet sind.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist außergewöhnlich stark. Die direkten Kolleginnen und Kollegen sind jederzeit ansprechbar, unterstützen sich gegenseitig und begegnen einander mit spürbarem Respekt. Das Arbeitsumfeld ist geprägt von echter Teamarbeit und einem wertschätzenden Miteinander.
Work-Life-Balance
Leider hat sich die Work Life Balance in letzter Zeit deutlich verschlechtert. Das frühere Gefühl von „Geben und Nehmen“ ist kaum noch da. Besonders die geplante Einschränkung des bisher sehr flexiblen Homeoffice Regelung sorgt für Frust. Eine nachvollziehbare Begründung wurde bisher nicht kommuniziert, weshalb viele den Eindruck haben, dass es eher um Kontrolle als um echte Notwendigkeiten geht.
Vorgesetztenverhalten
Hier gibt es große Unterschiede:
• Direkte Führungskraft (Gruppenleitung): Sehr positiv. Wertschätzend, offen, ansprechbar und nah am Team.
• Ab AL Ebene / Hauptabteilungsmanagement: Ab dieser Ebene wird es schwieriger. Rückmeldungen werden zwar abgefragt, aber selten sichtbar berücksichtigt. Entscheidungen wirken oft schon vorher festgelegt, und die Kommunikation lässt wenig Raum für echte Beteiligung oder fachliche Einschätzungen aus den Teams.
Interessante Aufgaben
Es könnten deutlich mehr interessante Aufgaben entstehen, wenn die notwendige Regulatorik nicht so stark im Arbeitsalltag dominieren würde. Sie wird im Unternehmen sehr ausgeprägt gelebt, was den Spielraum für abwechslungsreiche Tätigkeiten teilweise einschränkt.
Arbeitsbedingungen
Mit dem früheren Homeoffice Regelung (bis zu vier Tage pro Woche) waren die Bedingungen wirklich gut. Viele haben die eingesparte Pendelzeit genutzt, um flexibler und oft sogar engagierter zu arbeiten. Die Rückkehr zu einer starren Präsenzpflicht empfinden viele als deutlichen Rückschritt.
Besonders irritierend ist der Widerspruch zwischen der öffentlichen Kommunikation des Unternehmens – Stichwort CO₂ Reduktion, Ressourcenschonung und nachhaltige Mobilität – und der gleichzeitigen Vorgabe, wieder deutlich mehr pendeln zu müssen. Das kostet Zeit, Geld und erzeugt unnötige Emissionen. Für viele fühlt sich das nicht nach gelebter Nachhaltigkeit an.

