Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt wurde in der Regel zuverlässig und pünktlich ausgezahlt.
Die MAV habe ich als engagiert wahrgenommen und sie setzt sich sichtbar für die Interessen der Mitarbeitenden ein.
Berufseinsteiger erhalten grundsätzlich eine Einstiegsmöglichkeit, auch ohne umfangreiche Berufserfahrung, was nicht bei allen Trägern selbstverständlich ist.
Das Einstiegsgehalt habe ich insgesamt als angemessen empfunden
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner Erfahrung wurden bestehende Regelungen (u. a. im AVR-Kontext) im Arbeitsalltag nicht durchgehend konsequent umgesetzt. Obwohl diese Themen auch auf anderen Ebenen angesprochen wurden, hatte ich nicht den Eindruck, dass sich daran nachhaltig etwas verändert hat.
Im Zuge des starken Wachstums der Organisation entstand aus meiner Sicht zunehmend der Eindruck, dass organisatorische Abläufe weniger zentral wahrgenommen wurden. Dadurch sind bestimmte Aufgaben – z. B. im Bereich der Aktenführung – stärker in die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden übergegangen.
Kontroll- und Unterstützungsstrukturen wirkten aus meiner Sicht nur begrenzt ausgeprägt.
Im Hinblick auf Führung und Teamstruktur entstand bei mir teilweise der Eindruck, dass Entscheidungen und der Umgang mit Mitarbeitenden nicht immer vollständig transparent oder einheitlich nachvollziehbar waren.
Zudem habe ich wahrgenommen, dass der Umgang mit kritischen Rückmeldungen im Team nicht immer offen und konstruktiv erfolgte. Interne Supervisionen wurden aus meiner Sicht nicht immer als vollständig neutraler Reflexionsraum erlebt, da diese intern organisiert waren.
Insgesamt ergab sich für mich der Eindruck, dass strukturelle Klarheit, Verbindlichkeit und Transparenz in einigen Bereichen ausbaufähig sind.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, die Einhaltung bestehender Regelungen (z. B. AVR) durch verbindlichere Kontroll- und Rückmeldeprozesse stärker abzusichern, insbesondere auch auf Leitungsebene.
Darüber hinaus könnten klar definierte Konsequenzen bei wiederholten Abweichungen sowie transparentere Kontrollstrukturen zur Stärkung von Fairness und Vertrauen beitragen.
Die MAV habe ich als engagiert und unterstützend erlebt, allerdings mit begrenzten Möglichkeiten, direkte Veränderungen im Arbeitsalltag umzusetzen. Eine stärkere Verbindlichkeit der Rückmeldungen könnte hier hilfreich sein.
Ein offenerer Umgang mit kritischen Rückmeldungen aus dem Team wäre aus meiner Sicht wünschenswert, um Hinweise auf mögliche Verbesserungspotenziale konstruktiv zu nutzen.
Im Bereich Supervision könnte aus meiner Sicht eine externe Moderation sinnvoll sein, um zusätzliche Neutralität und neue Impulse in Teamprozesse einzubringen.
Zudem könnte eine Anpassung einzelner Rahmenbedingungen – wie z. B. des Urlaubsanspruchs – zur Attraktivität der Einrichtung als Arbeitgeber beitragen.
Arbeitsatmosphäre
Die geleistete Arbeit wird aus meiner Sicht kaum wertgeschätzt, während externes Feedback häufig deutlich positiver ausfällt. Im Arbeitsalltag habe ich die Transparenz im Umgang mit Ressourcen und Entscheidungsprozessen als nicht immer ausreichend erlebt. Dadurch entstanden wiederholt Unsicherheiten, die mein Vertrauen in die Führung beeinträchtigt haben und sich insgesamt negativ auf das Arbeitsklima ausgewirkt haben. Auch Fragen der Fairness im Umgang mit bestehenden Regelungen (AVR) wurden für mich nicht immer nachvollziehbar gehandhabt.
Image
Im Bewerbungsumfeld habe ich teilweise unterschiedliche Einschätzungen zur Diakonie wahrgenommen. Vereinzelt wurde die Organisation von außen kritisch eingeordnet, insbesondere im Spannungsfeld zwischen sozialem Auftrag und wirtschaftlichen Anforderungen.
Aus meiner Sicht ist die Wahrnehmung je nach Einrichtung und Erfahrung sehr unterschiedlich geprägt
Work-Life-Balance
Im Schichtdienstsystem – insbesondere in den Urlaubs/Sommermonaten – habe ich eine sehr hohe und teils dauerhaft belastende Arbeitsdichte erlebt. Eine ausgewogene Work-Life-Balance war aus meiner Sicht in dieser Zeit kaum gegeben.
Teilweise ergaben sich Dienstblöcke von 7 und mehr Tagen am Stück in wechselnden Schichtkombinationen, teils in sehr dichter Taktung, teils auch in alleiniger Besetzung. Dies wurde im Rahmen der Dienstplanung ermöglicht, ohne dass aus meiner Wahrnehmung heraus ausreichend regulierend oder ausgleichend eingegriffen wurde.
Insgesamt entstand für mich der Eindruck, dass die hohe Belastung im Dienstalltag strukturell wenig abgefedert wurde und die Auswirkungen auf die Mitarbeitenden nicht ausreichend im Fokus standen
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten waren grundsätzlich vorhanden, allerdings überwiegend in Form interner Angebote in Bad Aibling. Diese habe ich inhaltlich als sinnvoll erlebt, jedoch waren die Themenbereiche nach einiger Zeit weitgehend ausgeschöpft.
Externe Fortbildungen waren nur in Ausnahmefällen möglich. Insgesamt entsteht dadurch der Eindruck eines eher begrenzten und stark zentralisierten Weiterbildungssystems.
Karrieremöglichkeiten und Aufstiegsperspektiven waren grundsätzlich vorhanden. Für mich stellte sich jedoch die Frage, inwieweit diese im Alltag tatsächlich für alle Mitarbeitenden gleichermaßen offen und transparent erreichbar sind.
Aus meiner Sicht spielte neben fachlicher Leistung auch die Passung zum jeweiligen Führungsstil und Arbeitsumfeld eine spürbare Rolle. Insgesamt entstand dadurch der Eindruck, dass Entwicklungsmöglichkeiten nicht ausschließlich leistungsbasiert wahrgenommen wurden
Gehalt/Benefits
Das Einstiegsgehalt habe ich als angemessen erlebt. Im weiteren Verlauf stand die Vergütung aus meiner Sicht jedoch nicht immer im Verhältnis zu den steigenden Anforderungen und der hohen Arbeitsbelastung.
Im Hinblick auf Zusatzleistungen und insbesondere den Urlaubsanspruch habe ich im Vergleich zu anderen Einrichtungen den Eindruck gewonnen, dass diese eher im unteren bis mittleren Bereich liegen. In einer so belastungsintensiven Branche wirken 30 Urlaubstage aus meiner Sicht eher knapp bemessen.
Insgesamt entsteht dadurch ein eher zurückhaltendes Gesamtpaket im Branchenvergleich
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In meiner Wahrnehmung standen bei Entscheidungen im Alltag häufig wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. Dabei hatte ich teilweise den Eindruck, dass kostengünstige Lösungen stark priorisiert wurden.
Gleichzeitig gab es fest etablierte Beschaffungswege, die nicht immer flexibel wirkten. (Lyreco)
Vereinzelt kursierten im Arbeitsumfeld unterschiedliche Einschätzungen zur Ausrichtung der Organisation, insbesondere im Spannungsfeld zwischen sozialem Anspruch und wirtschaftlicher Steuerung.
Kollegenzusammenhalt
Mit engagierten Kollegen, die ihre Arbeit ernst nehmen, habe ich einen sehr starken Zusammenhalt erlebt, daraus sind auch persönliche Freundschaften entstanden.
Gleichzeitig habe ich im Team ein deutliches Ungleichgewicht in der Arbeitsverteilung wahrgenommen. Während einige Mitarbeitende sehr zuverlässig und stark eingebunden waren/wurden, entstand für andere der Eindruck, dass Verantwortung und Belastung nicht immer gleich verteilt wurden, was vom restlichen Team häufig aufgefangen werden musste.
Kritische Rückmeldungen wurden aus meiner Erfahrung heraus nicht immer konstruktiv aufgenommen. Stattdessen hatte ich teilweise den Eindruck, dass (Diakonie) konformes Verhalten deutlich positiver wahrgenommen wurde als offene fachliche Diskussionen. Dies führte dazu, dass sich nicht alle Teammitglieder gleichermaßen gehört oder ernst genommen fühlten
Umgang mit älteren Kollegen
Im Umgang mit älteren Mitarbeitenden habe ich eine uneinheitliche Wahrnehmung erlebt. Einzelne Entscheidungen wirkten aus meiner Sicht sehr einschneidend, während vergleichbare Situationen bei anderen Mitarbeitenden offenbar anders gehandhabt wurden.
Dies führte bei mir zu dem Eindruck, dass Maßnahmen nicht in allen Fällen gleich nachvollziehbar oder konsistent angewendet wurden.
Vorgesetztenverhalten
Aus meiner Erfahrung wurden bestehende Regelungen im Führungsalltag nicht durchgehend konsequent umgesetzt. Diese Themen wurden über die MAV und auf höherer Ebene adressiert.
Trotz dieser Rückmeldungen konnte ich keine nachhaltige Veränderung im Arbeitsalltag feststellen. Aus meiner Sicht wurden die Regelungen weiterhin nicht durchgängig eingehalten.
Im Zusammenhang mit dem Ansprechen dieser und anderen Themen entstand für mich der Eindruck, dass sich die Teamdynamik und Zusammenarbeit im Verlauf spürbar verändert haben und belasteter waren.
In der Kommunikation – sowohl im direkten Gespräch als auch per E-Mail – habe ich teilweise einen konfrontativen und wenig sachlich moderierten Umgang erlebt, insbesondere bei fachlichen Diskussionen.
Zudem hatte ich den Eindruck, dass operative Aufgaben stark ins Team verlagert wurden, während Führungsaufgaben aus meiner Sicht nicht immer ausreichend wahrgenommen wurden.
In Bezug auf Abstimmungen mit der MAV und der übergeordneten Führung ergaben sich für mich teilweise Unstimmigkeiten zwischen kommunizierten Ergebnissen und den mir vorliegenden Rückmeldungen meiner direkten Leitung, was im Arbeitsalltag zu Irritationen führte.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung war aus meiner Sicht teilweise veraltet, insbesondere im Bereich der IT und Internetanbindung, was die Arbeitsabläufe spürbar verlangsamt hat.
Auch die räumliche Ausstattung war nicht immer optimal: Es gab zeitweise bauliche Mängel, die im Arbeitsalltag zu Einschränkungen geführt haben.
Zusätzlich kam es über längere Zeiträume zu fehlender oder eingeschränkter Küchenausstattung, was im Alltag zu einem deutlich erhöhten Aufwand bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten geführt hat und entsprechend Arbeitszeit gebunden hat.
Kommunikation
Eine verlässliche Kommunikationskultur war aus meiner Sicht kaum erkennbar. Wichtige Informationen zu Änderungen von Prozessen oder Vorlagen wurden häufig nicht zielgerichtet weitergegeben oder gingen im allgemeinen Austausch unter, sodass relevante Inhalte nicht immer dort ankamen, wo sie benötigt wurden.
Fachliche Diskussionen wurden aus meiner Erfahrung heraus nicht durchgehend auf der Sachebene geführt. Abweichende Meinungen konnten dazu führen, dass Gespräche eine persönliche Note bekamen, was einen offenen und konstruktiven Austausch deutlich erschwerte.
Besprechungen und Supervisionen wirkten häufig unstrukturiert und wenig moderiert, wodurch ihr fachlicher Nutzen begrenzt blieb und vorhandenes Potenzial nicht ausgeschöpft wurde.
Gleichberechtigung
Aus meiner persönlichen Wahrnehmung werden Gleichberechtigung und Chancengleichheit formal betont und grundsätzlich angestrebt. Im Arbeitsalltag hatte ich jedoch den Eindruck, dass diese vor allem dann gut funktionieren, wenn ein hohes Maß an konformem Verhalten im Team besteht. Abweichende Meinungen oder kritische Rückmeldungen wurden aus meiner Sicht nicht immer gleichermaßen offen aufgenommen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren grundsätzlich interessant und vielseitig, insbesondere durch die Arbeit mit Jugendlichen in herausfordernden Lebenssituationen. Gleichzeitig war der Arbeitsalltag häufig von Krisensituationen geprägt, die ein hohes Maß an Flexibilität und Belastbarkeit erforderten.
Neben der pädagogischen Arbeit fiel auch ein erheblicher Anteil an hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Reinigung und Organisation an, was teilweise deutlich über das erwartete Maß hinausging.
Positiv hervorzuheben ist, dass grundsätzlich auch Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten mit den Jugendlichen vorhanden waren, diese jedoch im Verhältnis zur Gesamtbelastung begrenzt waren.