Ein Unternehmen das die Reflektion anregt... und obsoletes aufzeigt...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Respektive das breite Portfolio an Erfahrungen das er vermittelt wie auch eine Förderung der Resilienz und einiger Hard- wie auch Softskills. Ich bin dankbar für die Erfahrung und habe vor es besser zu machen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Eine längst überholte Einstellung, geringe Wertschätzung an Mensch und Leistung wie auch das Gehaltsgefüge und das "Peters Law" hier gelebt wird. Aus meiner Sicht werden viele bis zum Grad der eigenen Inkompetenz befördert, verharren jedoch in der Position und belasten andere damit.
Was Murphys Gesetz bestärkt, es geht genau so viel schief wie möglich ist.
Damit kommen wir zu Brooks Law: Mehr Personal auf ein verspätetes Projekt anzusetzen endet damit das es noch später kommt...
Verbesserungsvorschläge
Kurz gefasst aus der Einstellung der Planwirtschaft herauskommen, flexible und logische Entscheidungen treffen.
Man sollte auf die Stimmen der Basis hören und die "Front" des Alltags im Gewerk wieder schätzen und nicht nur Theorie und längst überholten Traditionen und Praktiken vertrauen.
Arbeitsatmosphäre
Aus persönlicher Sicht ist Leistungsdruck Alltag, Wertschätzung jedoch sehr klein geschrieben. Selbst auf offensichtliche physische Signale von Überlastung wird nicht reagiert.
Hilferufe werden ignoriert, wichtig ist eine(n) Schuldigen zu haben anstatt lösungsorientiert zu denken.
Spione und iloyale Persönlichkeiten stehen allerdings hoch im Kurs um fehlende Kompetenz auszugleichen oder eine Option zur Rechtfertigung offen zu halten.
Image
Entgegen aller Empfehlungen habe ich gewechselt und es eigentlich nicht bereut. Doch innerhalb des letzten Jahres konnte ich und wollte ich mich nicht mehr über meinen Arbeitgeber und dessen Image unterhalten.
Mit einigen Entscheidungen konnte ich mich nicht mehr identifizieren was letztendlich auch zur Trennung von dem Unternehmen führte da ich mich mit dessen Philosophie nicht mehr identifizieren kann. Reichtum, Macht und Ruhm... die Gruppe die sich dies alles erkämpfen wollte war die Schneidergruppe... und die heiligen drei Könige... dabei waren die letzten Worte...
Ihr wollt unser Geld? Versucht es doch... Irgendwo haben wir das Kaptial gehortet!
Work-Life-Balance
Man kann aus meiner Sicht einen 9 to 5 Job ausüben, jedoch liegt es im Ermessensbereich das einem dies negativ ausgelegt wird. Wer jedoch Einsatz zeigt, wird sobald etwas liegenbleibt ebenso wie jeder andere mit "Enormer Dankbarkeit", Durchhalte-Parolen und "Rückwirkenden Dankesschreiben" überhäuft.
Karriere/Weiterbildung
Sofern man den richtigen Vorgesetzen hat kann einem hier viel ermöglicht werden. Kommt darauf an ob Potentiale erkannt und gefördert werden
Gehalt/Benefits
Gehalt ist leider weit unter Durchschnitt und es fällt nicht schwer selbst 1000 Euro Brutto mehr zu bekommen sofern man wechselwillig ist
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird auf alles geachtet das extra Kosten verursacht und man ist hierbei stets bemüht zu sparen und zu optimieren.
Leider ist das Sozialwesen zuletzt sehr oft unter die Räder gekommen, ich denke allerdings das dies lediglich aufgrund geäußerter Ideen und Kritik der Fall war.
Kollegenzusammenhalt
Auf einige Wenige ist Verlass, so das sich teilweise überraschend leistungsfähige Teams bilden. Wer stets ein offenes Auge und Ohr behält kann hierbei durchaus kompetentes Personal vorfinden.
Umgang mit älteren Kollegen
Aus persönlicher Sicht wird diesen zu wenig Zeit zur Akklimatisierung eingeräumt. Wie auch der Umgang nach einer Umbesetzung und die Wertschätzung deren Kompetenzen und Wissen gegenüber etwas gering geschätzt wird.
Vorgesetztenverhalten
Hierbei ist aus meiner Sicht positiv zu erwähnen, das man anhand der Fluktation die Gelegenheit besitzt unterschiedlichste Führungsstile kennenzulernen. Gute und qualifizierte Führungskräfte welche ein Team und Zusammenhalt schaffen, Tabellenhelden, Realisten, sehr ambitionierte Optimisten wie auch aus persönlicher Perspektive und zu meinem Leidwesen "Dampfplauderer" und in der Selbstwahrnehmung getrübte Helden.
Betrauernd stelle ich nachträglich auch fest, das Vorgesetzte die Angestellten für Ihren Misserfolg "Vor das Loch" schieben und leider das gewünschte Rückgrat nicht vorweisen können.
Arbeitsbedingungen
Wie vormals schon erwähnt aus meiner Sicht kein einfaches Umfeld doch mit der "richtigen Einstellung" und viel zusprechen, fernab der realistischen Einschätzung von Ideen kann man durchaus durchkommen und es sich bequem machen und auch gut und gerne mal die eigene Stellenfunktionsbeschreibung umschreiben/erweitern.
Verfahrensanweisungen sind leider auch selbst wenn ausgedruckt nur so lange gültig wie es der Firma dienlich ist und an Absprachen mit dem Vorgesetzten "kann dieser sich leider nicht erinnern". Wir scholzen jetzt! Gelegentlich "habecken wir auch!"
Kommunikation
Hierbei fließt das absolut Nötigste an Information soweit es mir erlaubt war dies zu erleben, negatives Feedback aus dem Team oder fehlende Plausibilität obliegt der zwischengeschalteten Stelle zur Rechtfertigung. Konstruktive Vorschläge werden kategorisch abgelehnt sofern sie nicht der eigenen Feder entspringen.
Gleichberechtigung
Dahingehend ist nichts auszusetzen. Hier werden alle gleich behandelt, egal welcher Herkunft, welches Alters und welches Glaubens
Interessante Aufgaben
Wer "flexibel" ist, kann auch 3 oder mehr Jobs ausüben um die Funktion des eigenen Teams zu gewährleisten... denn aufgrund fehlender Personalkapazitäten oder auch mangelnden Willens Teamfähig zu sein kommt es häufiger vor "Über den Tellerrand" zu sehen. Zumindest so meine Erfahrung.


