Renn, solange du noch kannst.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich denke, das ist in meinen Beschreibungen deutlich geworden.
Verbesserungsvorschläge
Wacht endlich auf und nehmt das Feedback eurer Mitarbeitenden ernst, anstatt blind den Empfehlungen von externen Beratern zu folgen, die das Unternehmen offenkundig in die falsche Richtung führen. Ansonsten droht die Situation, dass ihr bald mit euren „heiligen Holztürmen“ allein dasteht.
Ein Betriebsrat könnte helfen, strukturelle Probleme frühzeitig zu erkennen und die Kommunikation zwischen Führungsebene und Belegschaft zu verbessern… eine Maßnahme, die in diesem Umfeld dringend notwendig wäre.
Arbeitsatmosphäre
Teamintern in der Regel ganz gut.
Aber man muss aufpassen wem man vertraut und mit wem man spricht.
Kommunikation
Theoretisch ein hohes Gut, praktisch eher ein gelegentliches Lippenbekenntnis. Entscheidungen werden häufig bereits getroffen, bevor sie kommuniziert werden. Auf der jährlichen Betriebsversammlung wird zwar feierlich betont, jede Meinung zähle, diese Aussage dient jedoch eher der Imagepflege als der tatsächlichen Beteiligung.
Regelmäßige Mitarbeiterumfragen suggerieren Mitbestimmung und Beteiligung. Dass viele Mitarbeitende diese dennoch engagiert ausfüllen, spricht eher für deren Idealismus als für die Wirksamkeit des Instruments. Die Ergebnisse führen verlässlich zu schnellen Lösungen bei kleineren Unannehmlichkeiten, während zentrale, unbequeme Themen mit bemerkenswerter Konsequenz unter den Teppich gekehrt werden.
Kollegenzusammenhalt
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Work-Life-Balance
Der Begriff scheint unternehmensintern eine eigene Definition zu haben. Zwar ist Homeoffice offiziell möglich, faktisch geht es jedoch mit einem konstanten Gefühl einher, auch aus der Ferne unter Beobachtung zu stehen. Vertrauen wirkt dabei eher wie ein optionales Extra als wie eine gelebte Grundlage.
Besonders kreativ zeigt sich das Verständnis von Work-Life-Balance an Tagen, an denen das Unternehmen aus externen Gründen selbst entscheidet, den Betrieb zu schließen: Diese werden konsequenterweise vom persönlichen Urlaubsanspruch abgezogen. So gelingt es, Verantwortung elegant nach unten zu delegieren und Freizeit neu zu interpretieren.
Vorgesetztenverhalten
Hier zeigt sich das eigentliche Kernproblem. Die Führungsebene ist geprägt von ausgeprägtem Ego-Management, einem konsequent gelebten „schneller-weiter-mehr“-Dogma und einer Unternehmenskultur, in der Durchsetzungsstärke offenbar mit Lautstärke verwechselt wird, und das um jeden Preis.
Wer dieses Selbstverständnis nicht uneingeschränkt mitträgt, wird implizit (und gelegentlich auch explizit) darauf hingewiesen, dass die Tür bekanntlich offensteht. Auf diese Weise verabschieden sich nach und nach genau jene Mitarbeitenden, die fachlich kompetent sind und kritisch mitdenken. Übrig bleiben vor allem die, die alles widerspruchslos akzeptieren: chronische Ja-Sager und Hoffnungsträger, die trotz jahrelanger Loyalität weiterhin auf einen zusätzlichen Funken Anerkennung warten.
Aufstiegsmöglichkeiten sind grundsätzlich vorhanden, vorausgesetzt, man verfügt über eine ausgeprägte Rückgratflexibilität und beherrscht die Kunst, den jeweiligen Vorgesetzten möglichst effizient nach dem Mund zu reden.
Interessante Aufgaben
Sind ok.
Gleichberechtigung
Wie bereits von anderen hier angemerkt, scheint Gleichberechtigung vor allem dann relevant zu sein, wenn sie sich unkompliziert darstellen lässt. Insbesondere auf Führungsebene fällt auf, dass weibliche Perspektiven zunehmend unterrepräsentiert sind. Woran das liegt, bleibt offen. gelegentlich gewinnt man jedoch den Eindruck, dass Eigenschaften wie Empathie oder emotionale Intelligenz nicht als Führungsqualitäten verstanden werden.
Auch beim Thema Vergütung setzt sich dieses Bild fort: Unterschiede sind wahrnehmbar und werfen zumindest Fragen auf, ob Gleichberechtigung hier mehr als ein wohlklingendes Schlagwort ist.
Arbeitsbedingungen
Das betriebliche Verständnis von Arbeitskomfort ist bemerkenswert minimalistisch. Eine Klimaanlage existiert nicht, die Heizungen wiederum sind ab einer bestimmten Temperatur zentral reguliert. Im Winter empfiehlt sich daher die Mitnahme einer Decke, im Sommer eine hohe Hitzetoleranz.
Zusätzlich wird großer Wert auf eine strenge Kleiderordnung gelegt, selbst ohne Kundenkontakt. Luftige Kleidung gilt als unvereinbar mit der Unternehmenskultur, sodass Mitarbeitende lieber in formeller Garderobe bei sommerlichen Temperaturen arbeiten dürfen. Komfort wird damit zugunsten äußerer Form gewahrt: Lieber kollektiv schwitzen als situativ pragmatische Lösungen zulassen.
Gehalt/Sozialleistungen
Die angebotenen Benefits sind durchaus gut und vermitteln auf den ersten Blick ein gewisses Maß an Wertschätzung. Das Gehalt hingegen wirkt eher lachhaft. Während Mitarbeitende sich mit der Frage beschäftigen, wie sie steigende Lebenshaltungskosten bewältigen sollen, scheint sich die Führungsebene gedanklich bereits mit deutlich luxuriöseren Anschaffungen auseinanderzusetzen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen werden angeboten, solange sie sich in einem kleinen finanziellen Rahmen bewegen.


