"Premium" – aber nicht für Angestellte
Verbesserungsvorschläge
Man sollte sich als Unternehmen überlegen, ob in einer Niederlassung, in der im letzten Jahr 14 Mitarbeiter gegangen sind, es nicht angebracht wäre, mal auf das Feedback zu hören. Meiner Meinung nach muss die komplette Führung egal auf welcher Ebene einmal ausgetauscht werden. Wenn man die Augen verschließt nur weil unter Druck gute Zahlen geschrieben werden, dann duldet man die Ausbeutung der Mitarbeiter. Dann kann man sich auch Feedbackgespräche sparen.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist sehr unangenehm und von Misstrauen geprägt. Man hat ständig das Gefühl, kontrolliert zu werden, statt dass einem vertraut wird. Selbst kleine Dinge wie absichtlich heruntergefahrene Schreibtische, um auf Bildschirme zu schauen, verstärken dieses Gefühl. Zusätzlich wird subtil, aber stetig Druck aufgebaut, die eigenen Werte und Überzeugungen zugunsten von Kennzahlen und Vorgaben hintenanzustellen. Das sorgt für ein unangenehmes Arbeitsklima und eine dauerhaft angespannte Stimmung. Allein im letzten Jahr waren es 14 Mitarbeiter, die gegangen sind, da sollte man sich mal fragen was schief läuft und nicht die Augen verschließen nur weil gute Zahlen geschrieben werden.
Image
Nach außen verkauft man sich als Premiumdienstleister und bekommt es in jedem Meeting vorgebetet, dass es einem zu den Ohren raushängt. Innen absolute Katastrophe. Entweder es sitzen dort Mitarbeiter, die noch zu kurz da sind um hinter die Kulissen zu schauen, oder, die die ihre Sehle und ihr Gewissen schon verkauft haben.
Work-Life-Balance
Es gibt offiziell HomeOffice Tage. Wenn man die nimmt muss man schon diskutieren wieso. Wenn man Überstunden macht ist das super. Wenn man pünktlich nach 8h Arbeit geht oder mal früher nachdem man mal länger da war, wird man gefragt, ob man Teilzeit arbeitet
Karriere/Weiterbildung
Wenn die Zahlen stimmen ja vielleicht, wenn es eine offene Stelle gibt. Wenn auf der Position aber jemand sitzt, der vom Chef gemocht wird und sicher nicht gehen wird ist der Stuhl besetzt. Zudem auch nur wendige Zahlen stimmen, ansonsten sowieso nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ausbeute von Mitarbeitern, Rausekeln von Kollegen, Freude daran Mitarbeitern weniger zahlen zu müssen, u.v.m. ist für mich das komplette Gegenteil von Sozialbewusstsein.
Kollegenzusammenhalt
Echter Zusammenhalt wird hier nicht gefördert. Kollegen, teilweise sogar enge Bezugspersonen, werden gegeneinander ausgespielt. Leistungszahlen hängen offen in der Niederlassung, sodass jeder sehen kann, wer „gut“ oder „schlecht“ dasteht. Das hat nichts mit Motivation zu tun, sondern fördert eine Ellenbogengesellschaft, in der Konkurrenz wichtiger ist als Teamgeist.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungskraft stellt sich selbst klar an erste Stelle, das Team bleibt dabei auf der Strecke. Wichtig ist vor allem, nach oben gut dazustehen, echte Unterstützung oder Rückhalt für Mitarbeitende fehlt. Führungsverantwortung wirkt hier leider fehl am Platz, fraglich, dass so eine Person überhaupt Führungsverantwortung hat. Nach einer Kündigung wird man komplett ignoriert, Gespräche finden nicht mehr statt und selbst am letzten Arbeitstag ist die Leitung nicht einmal anwesend. Ein sehr enttäuschender und respektloser Abschluss.
Kommunikation
Es wird so gut wie gar nicht offen kommuniziert. Wichtige Dinge erfährt man oft erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Nur der kleine eingeschleimmte Kreis weiß Bescheid. Nach außen wird ständig vermittelt, dass alles super läuft, intern fühlt es sich aber ganz anders an. Plötzlich sitzt man in einem Kündigungsgespräch oder Kolleg:innen sind einfach nicht mehr da, ohne Erklärung. Das sorgt für Unsicherheit, Frust und ein dauerhaft schlechtes Gefühl.
Gleichberechtigung
Wer sich beim Chef gut stell und zu allem was er sagt ja und Amen sagt gewinnt. Wer seine Meinung offenlegt und für sich einsteht, scheint es zuerst als wenn es angenommen wird. Nur ist und bleibt es Schein. Am Ende wird hinterm Rücken schlecht darüber geredet und die eigene Meinung zählt nicht.

