Ehrliche Mitarbeiter Bewertung nach mehreren Jahren
Arbeitsatmosphäre
Generell herrscht eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Man hat interessante Aufgaben, und niemand schaut einem permanent auf die Finger. Natürlich gibt es Hoch- und Tiefphasen, und mit diesem dynamischen Stress muss man umgehen können.
Darüber hinaus sollte man sich bewusst sein, dass es sich um einen MSP handelt. Dort muss alles akribisch Stunde für Stunde dokumentiert werden. Däumchen drehen ist also nicht drin – wer mehr Leerlauf oder ruhigere Phasen sucht, ist eher in der internen IT besser aufgehoben.
Image
Das Image des Unternehmens ist aus meiner Sicht größtenteils positiv. Wer hier arbeitet, dem wird von Kunden und Geschäftspartnern in der Regel ein hohes Maß an Kompetenz zugesprochen. Das gilt sowohl für das Unternehmen insgesamt als auch für die einzelnen Kollegen.
Natürlich gibt es vereinzelt Kunden, die sehr anspruchsvoll sind oder sich schnell beschweren.
Work-Life-Balance
Gelegentliche Wochenendarbeit und Überstunden gehören zum Arbeitsalltag, insbesondere wenn Kundenprojekte kurzfristig zusätzliche Aufmerksamkeit erfordern. Die Geschäftsleitung bemüht sich zwar, solche Situationen möglichst zu vermeiden, realistisch betrachtet lassen sie sich in einem MSP-Umfeld jedoch nicht immer verhindern.
Die geleisteten Stunden werden selbstverständlich ausgeglichen bzw. vergütet, dennoch sollte man sich bewusst sein, dass dies in der Branche eher die Regel als die Ausnahme ist. Wer einen strikt geregelten Arbeitsalltag nach dem Motto „8 Stunden arbeiten und dann Feierabend“ erwartet, wird hier vermutlich nicht glücklich werden. Man sollte die Dynamik und Flexibilität eines MSPs mögen.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich bestehen Weiterbildungsmöglichkeiten, insbesondere wenn ein klarer Nutzen für das Unternehmen erkennbar ist. Eigeninitiative wird dabei durchaus geschätzt, und fachliche Weiterentwicklung ist grundsätzlich erwünscht.
Kritisch sehe ich jedoch, dass der Zugang zu bestimmten Kursen, Schulungen oder Zertifizierungen teilweise schwierig sein kann. Da es kein klar definiertes Weiterbildungsbudget gibt, muss man entsprechende Maßnahmen oft individuell begründen und aktiv einfordern. Dieser Prozess kann mit der Zeit durchaus ermüdend werden, insbesondere wenn man über mehrere Jahre hinweg wiederholt um bestimmte Weiterbildungsangebote werben muss.
Dadurch entsteht stellenweise der Eindruck einer etwas veralteten Dynamik: Weiterbildung wird zwar grundsätzlich begrüßt und auch als wichtig angesehen, konkrete Investitionen in externe Kurse oder Zertifizierungen werden jedoch eher zurückhaltend gehandhabt. In der Praxis führt das mitunter dazu, dass Mitarbeiter ihre fachliche Entwicklung teilweise in Eigenregie und auf eigene Kosten vorantreiben.
Gehalt/Benefits
Aus meiner Sicht bewegen sich die Gehälter insgesamt eher unter dem Niveau, das man im Jahr 2026 auf dem IT-Arbeitsmarkt erwarten würde. Das gilt nicht nur für Berufseinsteiger, sondern grundsätzlich über viele Erfahrungsstufen hinweg. Insbesondere die Einstiegsgehälter fallen vergleichsweise niedrig aus und können für Bewerber durchaus abschreckend wirken.
Gleichzeitig orientiert sich die Gehaltsentwicklung stark an Leistung, Fachwissen, Eigeninitiative und dem tatsächlichen Mehrwert, den man für das Unternehmen schafft. Wer sich engagiert, Verantwortung übernimmt, sich fachlich breit aufstellt und seine Leistungen sichtbar macht, kann sein Gehalt über die Zeit spürbar verbessern.
Man sollte jedoch nicht erwarten, dadurch automatisch zu den Spitzenverdienern der Branche zu gehören. Realistisch betrachtet kann man sich mit Fleiß, Fokus und den entsprechenden Fähigkeiten ein gutes Gehalt im deutschen Durchschnitt oder leicht darüber erarbeiten. Wer allerdings bereits zu Beginn ein marktführendes Gehalt erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden.
Positiv hervorzuheben ist, dass mit der Geschäftsführung faire und sachliche Gehaltsgespräche möglich sind.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen setzt sich auch mit Themen der Nachhaltigkeit auseinander. So werden beispielsweise Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung genutzt und es besteht die Möglichkeit, E-Fahrzeuge einzusetzen bzw. zu laden.
Kollegenzusammenhalt
Anders kann man es kaum beschreiben: Auf die Kollegen kann man sich jederzeit verlassen – und das gilt ebenso für die Vorgesetzten. Der Zusammenhalt ist stark, und man weiß, dass man bei Bedarf Unterstützung bekommt.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Altersstruktur ist sehr gemischt – von jungen bis hin zu erfahrenen Mitarbeitern ist alles vertreten. Daher gibt es aus meiner Sicht keinen Anlass zur Kritik in diesem Bereich.
Mitarbeiter werden unabhängig von ihrem Alter weder bevorzugt noch benachteiligt, sondern grundsätzlich gleich behandelt und nach ihren Leistungen sowie ihrem Beitrag zum Unternehmen bewertet.
Vorgesetztenverhalten
Die Vorgesetzten begegnen einem stets respektvoll, was ich ihnen hoch anrechne. Der Umgang miteinander ist insgesamt wertschätzend und professionell.
Einen Stern ziehe ich dennoch ab, da es aus meiner Sicht gelegentlich strukturelle Schwächen bei der Durchsetzung von Themen gibt. Manche Führungskräfte sind sehr darauf bedacht, respektvoll und harmonisch zu agieren, setzen sich dabei jedoch nicht immer konsequent genug durch. Dadurch werden Probleme mitunter nicht zeitnah oder mit der notwendigen Nachdrücklichkeit angegangen.
Besonders bemerkbar macht sich das dann, wenn einzelne Mitarbeiter oder Auszubildende ihren Aufgaben oder Verhaltensstandards nicht ausreichend nachkommen. Hier würde ich mir stellenweise ein konsequenteres Vorgehen wünschen.
Arbeitsbedingungen
Die Geschäftsleitung legt grundsätzlich Wert darauf, dass die reguläre Arbeitszeit eingehalten wird. Gelegentliche Überstunden, frühere Arbeitsbeginne oder Einsätze am Wochenende – beispielsweise für Migrationen oder Wartungsfenster – gehören in gewissem Umfang dazu.
Wer in diesem Bereich arbeitet, sollte daher eine gewisse Flexibilität mitbringen. Aus meiner Erfahrung bewegen sich diese zusätzlichen Einsätze jedoch in einem branchenüblichen Rahmen. Ich hatte nie das Gefühl, dass mein Privatleben dadurch übermäßig beeinträchtigt wird.
Kommunikation
Die Kommunikation ist insgesamt gut. Auf seine Vorgesetzten kann man sich in der Regel verlassen. Sie sind meist erreichbar und bieten nahezu immer die Möglichkeit, das Gespräch zu suchen – unabhängig davon, worum es geht.
Dabei herrscht eine faire und respektvolle 1:1-Dynamik, sodass Anliegen offen und auf Augenhöhe besprochen werden können.
Gleichberechtigung
Es gibt zwar vereinzelt Mitarbeiter, die sich über bestimmte Entscheidungen beschweren. Meiner Wahrnehmung nach hängt das jedoch häufig damit zusammen, dass engagierte und leistungsbereite Mitarbeiter zusätzliche Freiheiten und Entwicklungsmöglichkeiten erhalten.
Ich halte diesen Ansatz grundsätzlich für sinnvoll, da Einsatz, Eigeninitiative und gute Leistungen auch entsprechend anerkannt werden sollten. Wer Verantwortung übernimmt und sich aktiv einbringt, kann sich dadurch oft mehr Gestaltungsspielraum erarbeiten.
Interessante Aufgaben
Man hat die Möglichkeit, mit vielen unterschiedlichen Themen und Technologien zu arbeiten und kann häufig auch Einfluss darauf nehmen, in welchen Bereichen man tätig sein möchte. Eigeninitiative und fachliches Interesse werden dabei ausdrücklich unterstützt.
Ich selbst habe bereits viele verschiedene Bereiche durchlaufen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Die abwechslungsreichen Aufgaben sorgen dafür, dass es nie langweilig wird und man immer wieder neue Erfahrungen sammeln und Einblicke in andere Themengebiete gewinnen kann.