Unprofessionelles Führungsverhalten mit negativen Auswirkungen auf Mitarbeitende
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nichts
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der größte Kritikpunkt ist der Führungsstil. Entscheidungen wirkten häufig impulsiv, widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. Aufgaben wurden erteilt und kurze Zeit später wieder infrage gestellt, teilweise mit Vorwürfen, obwohl die Anweisung zuvor eindeutig erfolgt war. Das sorgte für permanente Unsicherheit und Stress.
Besonders problematisch war der Umgang mit grundlegenden Bedürfnissen. Es gab konkrete Anweisungen, darauf zu achten, dass Mitarbeitende nicht „nacheinander“ auf die Toilette gehen. Toilettengänge wurden zeitlich kommentiert oder indirekt kontrolliert. Das überschreitet klare Grenzen und stellt einen respektlosen Umgang mit elementaren Rechten dar.
Auch die Arbeitsorganisation war äußerst belastend. Gespräche mit Kundinnen und Kunden wurden vom Geschäftsführer regelmäßig aktiv beendet, wenn andere Anrufe eingingen. Anrufe wurden im System bewusst weggedrückt oder aus der Leitung entfernt, was dazu führte, dass Kundinnen und Kunden mehrfach neu anrufen mussten. Dies sorgte regelmäßig für Frust und Aggressionen auf Kundenseite, die dann von den Mitarbeitenden aufgefangen werden mussten.
Hinzu kam, dass der Geschäftsführer sich trotz Personalmangels häufig aus dem operativen Tagesgeschäft zurückzog. Mitarbeitende wurden über längere Zeiträume allein gelassen, auch in Situationen mit hoher Arbeitslast. Nach personellen Abgängen mussten einzelne Mitarbeitende den Betrieb zeitweise nahezu allein aufrechterhalten, ohne ausreichende Unterstützung durch die Geschäftsführung.
Der Umgangston war häufig unangemessen. Mitarbeitende wurden unter Druck gesetzt, laut kritisiert oder für organisatorische Probleme verantwortlich gemacht, die strukturell bedingt waren. Sachliche Kommunikation auf Augenhöhe war selten.
Auffällig war zudem ein wechselhaftes Verhalten: Phasen scheinbarer Freundlichkeit oder Verständnisses wechselten abrupt mit Druck, Kontrolle und Abwertung. Dieses Verhalten wirkte nach außen teilweise anders als im Arbeitsalltag und wurde von vielen Mitarbeitenden ähnlich erlebt, wie auch andere Bewertungen zeigen.
Insgesamt war das Arbeitsumfeld von Unberechenbarkeit, mangelnder Unterstützung und hoher psychischer Belastung geprägt. Die Zusammenarbeit war dauerhaft belastend und ist aus meiner Sicht nicht zu empfehlen.
Verbesserungsvorschläge
Der Arbeitgeber sollte dringend seinen Führungsstil grundlegend überdenken. Ein respektvoller, sachlicher Umgang mit Mitarbeitenden muss zur Selbstverständlichkeit werden. Lautes Anschreien, impulsives Verhalten und Druck führen nicht zu Leistung, sondern zu Verunsicherung, Ausfällen und hoher Fluktuation.
Es braucht klare, nachvollziehbare Strukturen und verbindliche Entscheidungen. Aufgaben sollten eindeutig vergeben und nicht kurze Zeit später wieder infrage gestellt werden. Mitarbeitende dürfen nicht für widersprüchliche Anweisungen verantwortlich gemacht werden.
Zudem ist eine ausreichende Personaldecke zwingend erforderlich. Die dauerhafte Unterbesetzung führt zu Überlastung, verhindert Erholung, Arztbesuche oder Urlaub und setzt einzelne Mitarbeitende unter ungesunden Dauerdruck. Menschen sind keine austauschbaren Ressourcen, sondern brauchen Pausen, Planbarkeit und Wertschätzung.
Höherwertige Tätigkeiten sollten nur dann übertragen werden, wenn sie vertraglich geregelt und angemessen vergütet werden. Aufgaben als „Chance“ zu verkaufen, ohne eine Gegenleistung zu bieten, ist nicht fair und untergräbt Vertrauen.
Schließlich wäre es notwendig, Kritik ernst zu nehmen, statt sie reflexhaft abzuwerten. Wer dauerhaft davon ausgeht, alles richtig zu machen, verhindert Entwicklung. Nur durch Selbstreflexion, professionelle Führung und echte Verantwortung kann sich das Arbeitsumfeld nachhaltig verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war dauerhaft stark belastend. Der Arbeitsalltag war geprägt von hohem Druck, permanenter Kontrolle und einem rauen Umgangston. Sachliche Kommunikation fand kaum statt, stattdessen wurde häufig laut gesprochen und mit Vorwürfen gearbeitet. Eigene Grenzen oder Belastungen wurden nicht respektiert. Zusätzlich wurden alltägliche Dinge wie Pausen, Arztbesuche oder flexible Arbeitszeiten stark eingeschränkt, was das Klima weiter verschlechterte. Insgesamt herrschte ein angespanntes Umfeld, das auf Dauer psychisch sehr belastend war und kaum Raum für konzentriertes, gesundes Arbeiten ließ.
Image
Das Image des Unternehmens ist aus meiner Sicht deutlich beschädigt. Intern wie extern wird der Arbeitgeber häufig kritisch wahrgenommen. Viele Erfahrungen aktueller und ehemaliger Mitarbeitender ähneln sich und spiegeln sich auch in öffentlichen Bewertungen wider.
Auffällig ist der Umgang mit Kritik: Rückmeldungen von Mitarbeitenden werden häufig als „Rachebewertungen“ oder persönliche Angriffe abgetan, statt sich inhaltlich damit auseinanderzusetzen. Eine echte Selbstreflexion konnte ich dabei nicht erkennen.
Auch im Arbeitsalltag kam es häufig zu kurzfristig wechselnden oder widersprüchlichen Anweisungen. Mitarbeitende wurden teilweise für Aufgaben kritisiert, die ihnen zuvor selbst übertragen worden waren.
In meinem Fall führte bereits ein kurzfristiger Arztbesuch mit ordnungsgemäßer Bescheinigung zu massiven Konflikten und lautstarken Vorwürfen, obwohl ich fristgerecht informiert hatte und schnell wieder am Arbeitsplatz war.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war stark eingeschränkt. Mitarbeitenden wurde faktisch vorgegeben, an bestimmten Wochentagen keine freien Tage zu nehmen, keine Überstunden abzubauen und Arzttermine möglichst zu vermeiden. Auch kurzfristige private Verpflichtungen wurden nicht akzeptiert. Pausen und persönliche Bedürfnisse wurden kritisch gesehen, was zu dauerhaftem Druck führte. Eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Privatleben war unter diesen Rahmenbedingungen nicht möglich.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildung wurden wiederholt als „Chance“ dargestellt. In der Praxis bedeutete dies jedoch häufig, dass Mitarbeitende zusätzliche, anspruchsvollere Aufgaben übernehmen sollten, ohne dass dafür eine angemessene Vergütung, Qualifizierung oder formale Weiterentwicklung vorgesehen war.
Diese zusätzlichen Tätigkeiten wurden als persönliche Entwicklungsmöglichkeit verkauft, obwohl sie faktisch dem Zweck dienten, Arbeitsleistung kostenneutral auszuweiten. Eine klare Abgrenzung von Rollen, Verantwortlichkeiten oder ein verbindlicher Entwicklungsplan fehlten.
Zusagen zu Anerkennung, Anpassung der Position oder Vergütung wurden aus meiner Sicht regelmäßig in Aussicht gestellt, jedoch nicht eingehalten. Wollte man diese Punkte später ansprechen oder nachfragen, musste man aktiv hinterherlaufen.
Statt einer konstruktiven Klärung wurde das Thematisieren solcher Zusagen teilweise als unangemessen dargestellt. Mitarbeitende wurden dafür kritisiert, überhaupt nachzufragen, obwohl zuvor entsprechende Erwartungen geweckt worden waren.
Insgesamt entstand ein Klima, in dem Versprechen gemacht wurden, ohne sie verbindlich umzusetzen. Entwicklung wurde eingefordert, aber nicht gefördert
Gehalt/Benefits
Das Grundgehalt lag im durchschnittlichen Bereich und war teilweise sogar etwas höher als in vergleichbaren Callcentern. Auf dem Papier wirkte die Vergütung daher zunächst akzeptabel.
In der Praxis gab es jedoch wiederholt Probleme mit der pünktlichen Auszahlung des Gehalts. Mitarbeitende mussten ihrem Lohn mehrfach hinterherlaufen, da Zahlungen verspätet oder zunächst gar nicht erfolgten. Als Begründung wurden regelmäßig externe Umstände, etwa die Bank, angeführt.
Statt die Situation sachlich zu klären, wurden Rückfragen zum ausstehenden Gehalt aus meiner Sicht unangemessen behandelt. Mitarbeitende wurden für berechtigte Nachfragen kritisiert oder lautstark zurechtgewiesen, obwohl es um existenziell wichtige Zahlungen ging.
Dieses Vorgehen führte zu erheblicher Verunsicherung, da man sich nicht darauf verlassen konnte, dass das Gehalt zuverlässig und pünktlich eingeht. Vertrauen in die finanzielle Verlässlichkeit des Arbeitgebers konnte so nicht entstehen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein erkennbares Umwelt- oder Sozialbewusstsein habe ich im Unternehmen nicht wahrgenommen. Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung oder ein wertschätzender Umgang mit Mitarbeitenden spielten im Arbeitsalltag keine sichtbare Rolle.
Entscheidungen wurden überwiegend kurzfristig und rein zweckorientiert getroffen, ohne Rücksicht auf die Auswirkungen auf Mitarbeitende oder auf ein verantwortungsvolles Miteinander. Soziale Aspekte wie psychische Gesundheit, Belastungsgrenzen oder ein respektvoller Umgang wurden aus meiner Sicht nicht berücksichtigt.
Stattdessen stand die unmittelbare Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden im Vordergrund, unabhängig davon, ob dies langfristig tragbar war. Hinweise auf Überlastung oder Kritik an bestehenden Zuständen wurden nicht konstruktiv aufgegriffen.
Insgesamt fehlte ein Bewusstsein dafür, dass ein Unternehmen auch Verantwortung für das Wohlergehen seiner Mitarbeitenden trägt.
Kollegenzusammenhalt
Ein echter Kollegenzusammenhalt war nicht gegeben. Statt Zusammenarbeit auf Augenhöhe herrschte eine stark hierarchisch geprägte Dynamik, in der einzelne Mitarbeitende sich konsequent an den Geschäftsführer angepasst haben. Kritische Rückmeldungen oder solidarisches Verhalten unter Kolleg:innen fanden kaum statt. Entscheidungen und Stimmungen des Vorgesetzten wurden überwiegend widerspruchslos übernommen, was ein offenes Miteinander und gegenseitige Unterstützung erschwert hat. Ein konstruktiver Teamzusammenhalt konnte sich unter diesen Bedingungen nicht entwickeln.
Umgang mit älteren Kollegen
Keine Erfahrung
Vorgesetztenverhalten
Nach meiner persönlichen Wahrnehmung war das Vorgesetztenverhalten häufig von einem sehr lauten, impulsiven und teils aggressiven Kommunikationsstil geprägt. Mitarbeitende wurden wiederholt angeschrien, was von vielen als einschüchternd und belastend empfunden wurde. Ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe war aus meiner Sicht oft nicht erkennbar.
Besonders prägend war ein Vorfall, der im Team bekannt war: Eine Mitarbeiterin wurde so laut angeschrien, dass sie in eine starke psychische Ausnahmesituation geriet und sichtbare Panikreaktionen zeigte. Nach meinem Kenntnisstand verständigte ihr Vater aus Sorge schließlich die Polizei.
Als der Vater vor Ort erschien, wurde ihm zunächst der Zutritt zu den Büroräumen verweigert. Die Situation musste schließlich unter Einbeziehung der Polizei geklärt werden. Dieser Vorfall hinterließ bei vielen Mitarbeitenden den Eindruck eines Arbeitsumfelds, das von Angst, psychischem Druck und großer Anspannung geprägt war.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen empfand ich als belastend und unstrukturiert. Vorgaben änderten sich häufig kurzfristig oder widersprachen sich, wodurch ein Gefühl ständiger Unsicherheit entstand. Arbeitsanweisungen wurden teilweise später wieder infrage gestellt, obwohl sie zuvor ausdrücklich verlangt worden waren.
Pausen, Arzttermine, Überstundenabbau oder freie Tage wurden stark eingeschränkt. Selbst grundlegende Dinge wie Toilettengänge wurden teilweise kommentiert, was ich als unangemessen empfand.
Zudem wurde regelmäßig erwartet, dass Mitarbeitende Aufgaben übernehmen, die nicht Teil des Arbeitsvertrags waren. Wer diese Mehrarbeit hinterfragte, geriet spürbar unter Druck, was das Arbeitsklima zusätzlich belastete.
Kommunikation
Die Kommunikation war widersprüchlich und wenig verlässlich. Aufgaben wurden erteilt und kurze Zeit später wieder infrage gestellt oder abgestritten, teilweise so, als sei die ursprüngliche Anweisung nie erfolgt. Es kam regelmäßig vor, dass Mitarbeitende für Tätigkeiten kritisiert wurden, die zuvor ausdrücklich angewiesen worden waren. Diese wechselnden Aussagen („heute so, kurz darauf anders“) sorgten für Verunsicherung und erschwerten konzentriertes Arbeiten erheblich. Eine klare, konsistente und nachvollziehbare Kommunikation war nicht gegeben, was zu unnötigem Druck und ständigen Rechtfertigungssituationen führte.
Gleichberechtigung
Nach meiner persönlichen Wahrnehmung war Gleichberechtigung im Arbeitsalltag nicht gegeben. Mitarbeitende wurden sehr unterschiedlich behandelt, abhängig davon, ob sie vom Vorgesetzten persönlich geschätzt wurden oder nicht.
Mitarbeitende, die in der Gunst des Vorgesetzten standen, konnten sich deutlich mehr Freiheiten nehmen, etwa bei Pausen, Toilettengängen oder informellen Unterbrechungen der Arbeit, ohne dafür kritisiert zu werden. Dieses Verhalten wurde toleriert oder sogar stillschweigend akzeptiert.
Andere Mitarbeitende hingegen, die zwar benötigt wurden, aber offensichtlich nicht gemocht waren, wurden deutlich strenger kontrolliert und anders behandelt. In diesen Fällen kam es aus meiner Sicht zu unverhältnismäßiger Kritik, etwa wegen sehr kurzer Toilettengänge oder minimaler Abweichungen vom Arbeitsablauf.
Dadurch entstand der Eindruck einer willkürlichen und personenbezogenen Behandlung statt einheitlicher Regeln für alle. Eine faire, gleiche und nachvollziehbare Behandlung aller Mitarbeitenden war aus meiner Sicht nicht gegeben.
Interessante Aufgaben
Keine