DZ BANK AG / Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank als Arbeitgeber

  • Frankfurt, Deutschland
  • BrancheBanken
DZ BANK AG / Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank

Kultureller Wandel erforderlich

2,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat im Bereich Finanzen / Controlling bei DZ BANK AG in Frankfurt am Main gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Kollegen/innen und Teamwork, Work-Life-Balance

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Führungsmannschaft, Gehaltsnullrunden, keine Wertschätzung

Verbesserungsvorschläge

Kulturellen Wandel ausrufen und leben.
Führungskräfte konsequent austauschen. Job Rotation.
Offene und mutige Kommunikation zulassen.
Junge Mitarbeiter gewinnen und integrieren.

Arbeitsatmosphäre

Die Stimmung in der Bank ist auf einem schlechtem Niveau. Die letzte Befragung der Mitarbeiter hat im Ergebnis nochmals eine deutliche Verschlechterung der Mitarbeiterzufriedenheit festgestellt. Der Trend ist ungebrochen negativ. Ein Highlight im negativen Sinne war sicherlich der in 2018 vom Vorstand verkündigte Beförderungsstopp und die Gehalts-Nullrunde für alle AT-Mitarbeiter. Hinzu kommen neuste Maßregelungen, wie ein Verbot der Privatnutzung des Internets sowie die Verbannung sämtlicher privater Kaffeemaschine aus den Tee-Küchen.
Die Bank hat das Problem, dass Low-Performer nicht sanktioniert werden und High-Performer nicht belohnt werden. Folglich optimieren nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit alle Kollegen/innen ihre Arbeitsvermeidungsstrategie, da Mehraufwand und Engagement sich sowieso nicht lohnt. Die Führungskräfte kleben jahrelang auf ihren Posten, obwohl sie der Rolle in keinster Weise (mehr) gerecht werden, da ihnen die notwendigen Führungsfähigkeiten fehlen. Zurück bleibt eine demotivierte Belegschaft, die sich im System einrichtet.

Kommunikation

Die Kommunikation zwischen Belegschaft und Vorstand wurde verbessert, besonders im Intranet. Dort können Mitarbeiter kommentieren und diskutieren. Leider sollte man sich nicht zu kritisch zur aktuellen Unternehmenspolitik äußern, das kann schnell zum Boomerang für die eigene Beurteilung und die Festlegung des persönlichen Bonus werden.
Sehr gut funktioniert der Flurfunk unter den Mitarbeitern. Ansonsten sitzen die Führungskräfte teilweise auf Informationen um Mitarbeiter künstlich dumm zu halten.
Das mittlere Management (AL und BL) ist überhaupt nicht an einem kulturellen Wandel interessiert. Es herrscht eine Nullfehler-Kultur, bei der grundsätzlich nur grüne Ampeln nach oben berichtet werden, um die eigenen Probleme im Verantwortungsbereich zu kaschieren. Mutige und offene Kommunikation ist nicht erwünscht.

Kollegenzusammenhalt

Der größte Vorteil in der DZ ist der Zusammenhalt unter den Mitarbeitern. In den Teams hilft man sich, es gibt keine Ellbogenmentalität, da Mitarbeiter ja sowieso nicht weiterentwickelt werden. Somit gibt es keinen wirklichen Wettbewerb untereinander bspw. um eine Gruppenleiter-Stelle. Alle sitzen in einem Boot und versuchen das Beste daraus zu machen.

Work-Life-Balance

Homeoffice und Gleittage waren möglich. Die Arbeitszeiten sind human. Persönlich habe ich keine Wochenendarbeit erlebt. Auf private Belange wird Rücksicht genommen.
Trotzdem hat jede Führungskraft eine andere Auffassung über das Arbeiten von zuhause. Hier gibt es bankweit keine einheitlichen Leitlinien, wann und wie oft Homeoffice gemacht werden kann.

Vorgesetztenverhalten

Grenzwertig. Es gibt sicherlich gute Führungskräfte, die sich für ihr Team einsetzen und versuchen, trotz aller Negativ-Schlagzeilen das Beste für die Mannschaft herauszuholen. Größter Mangel ist, dass ausschließlich fachlich versierte Mitarbeiter in die Führungspositionen befördert werden. Somit hat man im Leadership Personen, die der Aufgabe nicht gewachsen sind. Es gibt keinerlei Auswahlverfahren für Führungskräfte, in denen diese auf Herz und Nieren überprüft werden. Dies ist bei Wettbewerbern sinnvollerweise standard. Hier muss sich die Personalabteilung viel deutlicher einbringen. Fähigkeiten wie Charisma, Empathie, soziale Kompetenz und Motivationsfähigkeit scheinen generell nicht im Wunschprofil vorhanden zu sein.
Die ganze Bank ist mit einer starren Hierarchie durchzogen. Viele Führungskräfte möchten nicht, dass ein normaler Mitarbeiter mit dem Vorstand redet. Mitarbeiter werden teilweise konsequent von Informationsflüssen abgeschnitten, es könnte ja jemand in der höheren Hierarchiestufe auf einen Mitarbeiter aufmerksam werden. Generell sind die Mitarbeiter das notwendige Übel. Manche Führungskräfte machen dazu Mikro-Management und trauen den Mitarbeitern nichts zu.

Interessante Aufgaben

Da vieles manuell erledigt werden muss, besonders in Excel, und der Automatisierungsgrad nicht ausgeprägt ist, führte dies im Ergebnis immer wieder zu Frustration. Sofern alles funktioniert bekommt man als Mitarbeiter kein Feedback, wenn es nicht läuft und Fristen nicht eingehalten werden, kann es schon mal unangenehm werden.
Die Bank will jeder Anforderung von Außen gerecht werden, sei sie noch so sinnbefreit und unwirtschaftlich. Kein Manager hat in meiner Zeit ein Thema erfolgreich wegmoderiert oder durch Verhandlungsstärke entschärft. Alles kommt ungefiltert auf die Schreibtische.
Jahrelang hat die Bank externe Berater von allen renommierten Beratungsgesellschaften eingesetzt. Sowohl in Umsetzungsprojekten, aber auch in kurzfristig einberufenen Task Forces mit immens kostspieligen Strategieberatern. Statt den internen Mitarbeitern die spannenden Projekt-Aufgaben zu geben und das Knowhow im Hause zu behalten, wurden die Mitarbeiter mit langweiligen Routinearbeiten beauftragt. Es existieren in der Bank strategienahe Bereiche, die gerne Arbeitsergebnisse anderer Bereiche kopieren, neu aufbereiten und dem Vorstand danach erklären, wie es alles besser geht.

Gleichberechtigung

Da kann man(n) nichts gegen sagen. Auffällig ist nur, das im mittleren Management, also bei AL und BL fast keine Frauen zu finden sind. Sobald Frauen (öfter) oder Männer (selten) wegen Kindern auf ein Teilzeit-Modell umstellen, gibt es den EDEKA-Vermerk in der Personalakte. Ende der Karriere.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Mitarbeiter werden fair behandelt. Sofern jemand eher aussteigen möchte, gibt es interessante Angebote für Altersteilzeit, meistens im Rahmen eines Sozialplans aufgrund von Neustrukturierungen oder Fusionen.

Arbeitsbedingungen

Der Westend Tower müsste innen saniert werden. Zustand der sanitären Anlagen ist schlecht. Weiterhin ist die Inneneinrichtung im Stil von 50 Shades of Grey. Irgendwann gewöhnt man sich daran, für normale Menschen erhöhte Depressionsgefahr.
PC und Laptops sind ok, höhenverstellbare Schreibtische sind positiv. Zur Kantine gehen die Meinungen auseinander. Fakt ist, die Speisen werden immer teurer, die Leistung geringer.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Engagement ist da, ohne das es besonders auffällt.

Gehalt/Sozialleistungen

Die Gehälter sind differenziert zu betrachten. Fakt ist, wer zum Einstieg schlecht verhandelt wird von diesem Niveau nicht mehr wegkommen. Zahlreiche Kollegen/innen haben jahrelang keine Gehaltsanpassung erhalten. Ganz schlimm ist die Regelung, dass im AT-Bereich keine Dynamisierung an die Tarifabschlüsse stattfindet. Das heißt, man erhält jedes Jahr eine Nettolohn-Kürzung und kann wegen kleinen Anpassungen jedes Jahr zum Chef gehen. Viele Führungskräfte und Personaler vertreten noch die Auffassung man sollte froh sein, hier arbeiten zu dürfen. Teilweise werden aktuelle Arbeitsmarkt-Entwicklungen, so der Bedarf nach Fachkräften im Regulatory oder Compliance komplett ausgeblendet und in der Bezahlung nicht berücksichtigt. Das Bonussystem ist mittlerweile komplett sinnbefreit, da die Hälfte des Bonus schon auf das monatliche Fixgehalt umgelegt wird, unabhängig vom Nasenfaktor bei der Festlegung der Zielerreichung.

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Solide Genossenschaftsbank. Passt.

Karriere/Weiterbildung

Karriere findet meistens nicht statt. Besonders gibt es im Personalbereich keine Instanz, die die Weiterentwicklung der Belegschaft beobachtet und positiv begleitet. Alles wird den aktuellen Führungskräften überlassen, wenn die wechseln oder gehen, war es das mit dem nächsten Karriereschritt. Pech gehabt.
Es gibt ein offenes Programm zur Weiterbildung, auch von Softskills. Manche Führungskräfte handhaben die Vergabe restriktiv.
Den Personalbereich sieht man insgesamt zweimal in seiner Karriere. Beim Eintritt und beim Austritt, dort aber auch nicht immer. Ein Austrittsgespräch fand mit mir auf jeden Fall nicht statt. Offensichtlich ist man an einem konstruktiven Fazit nicht interessiert. Das Motto lautet weiter so.