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econsor 
GmbH
Bewertung

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Außen Hui, innen Pfui: Hoher Kennzahlendruck und fehlende Einarbeitung

1,9
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich Marketing / Produktmanagement bei econsor GmbH in Stuttgart gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die eigentlichen Aufgaben sind inhaltlich vielseitig und bieten durch die Arbeit mit unterschiedlichen Kunden und Fachbereichen viel Potenzial. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung innerhalb des direkten Teams auf Kollegenebene funktionieren gut. Zudem ist die Grundausstattung am Arbeitsplatz mit höhenverstellbaren Schreibtischen sowie Kaffee und Obst vorhanden.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Der extrem hohe Druck bezüglich der Zielstunden und das starre Buchungssystem ohne Erfassung von Pausenzeiten erzeugen einen dauerhaften Rechtfertigungsdruck. Hinzu kommen eine ungesunde Erwartungshaltung bezüglich der Erreichbarkeit in der Freizeit, mangelnde Einarbeitung sowie ein rauer, teils lautstarker Führungston seitens der Geschäftsführung. Der hohe Druck wird ungefiltert nach unten weitergegeben, was zu einer enormen Fluktuation führt.

Verbesserungsvorschläge

Für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Unternehmens ist ein grundlegender Wandel in der Führungskultur dringend erforderlich. Der extreme Kennzahlendruck seitens der Geschäftsführung sollte reduziert und durch ein lösungsorientiertes, wertschätzendes Feedback ersetzt werden, frei von lautstarker Kritik oder Drohungen. Es braucht ein praxistaugliches Zeiterfassungssystem, das reale Arbeits- und Pausenzeiten abbildet, anstatt Mitarbeitende unter ständigen Rechtfertigungsdruck bei Ticketbuchungen zu setzen. Zudem sollten Auszubildende und Berufseinsteiger nicht als günstige Vollzeitkräfte mit Zielstunden belastet, sondern im Rahmen einer strukturierten Einarbeitung nachhaltig gefördert werden. Eine ehrliche Kommunikation sowohl intern als auch bei der Außendarstellung von Standorten würde das Vertrauen langfristig stärken und die extrem hohe Fluktuation senken.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre ist von Beginn an extrem druckvoll. Im Fokus steht ausschließlich das Erreichen quantitativer Stundenziele auf Kundenprojekten, während Arbeitsqualität und Kundenzufriedenheit Nebensache sind. Die offene Gegenüberstellung interner Auslastungszahlen erzeugt einen dauerhaften Konkurrenzdruck im Team. Die Zeiterfassung im Projektalltag ist oft frustrierend, weil Zeiten regelmäßig auf bereits ausgeschöpfte Ticketkontingente verbucht werden müssen. Eine Kultur der Wertschätzung existiert nicht, die Bewertung der Mitarbeiter erfolgt rein datengetrieben.

Kommunikation

Eine transparente Kommunikation findet praktisch nicht statt. Im Vertrieb werden Versprechungen an Kunden gemacht und Vereinbarungen getroffen, die nicht an das Projektteam weitergegeben werden. Das führt zwangsläufig zu völlig unterschiedlichen Erwartungshaltungen beim Kunden. Strukturierte Übergaben, beispielsweise bei Urlaubsvertretungen, fehlen komplett. Vertretungen müssen ohne aktuelle Projektstände arbeiten und werden bei Problemen alleine gelassen. Statt interner Abstimmung erlebt man, dass Absprachen unter Kollegen ignoriert werden und Verantwortlichkeiten im Nachgang über die Führungsebene abgewälzt werden. Regelmäßige Meetings mit tatsächlichem Mehrwert gibt es nicht. Der Austausch mit dem Management beschränkt sich im Wesentlichen auf die Einforderung von Zielvorgaben.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt innerhalb des eigenen, direkten Teams ist gut – man unterstützt sich untereinander und beantwortet Fragen auf Augenhöhe. Ganz anders sieht es jedoch abteilungsübergreifend aus. Statt interdisziplinär an einem Strang zu ziehen, herrschen Bereichsdenken und Vorbehalte. Angebote zur Unterstützung bei Arbeitsspitzen werden abgelehnt und eigene Qualifikationen schlicht infrage gestellt, anstatt Synergien zu nutzen. Statt kollegialem Miteinander über Abteilungsgrenzen hinweg erlebt man vielerorts Absicherungsmentalität und Verantwortungsabschiebung.

Work-Life-Balance

Es gibt kein klassisches Zeiterfassungssystem für das reine Kommen und Gehen. Die reine Arbeitszeit wird zwar erfasst, Pausenzeiten lassen sich in dem System jedoch gar nicht abbilden. Jeder Zeiteintrag muss kompliziert auf einzelne Kundentickets verbucht werden, was einen dauerhaften Rechtfertigungsdruck erzeugt. Im Fokus steht schlicht, dass am Ende des Tages die geforderten Stunden auf Kunden- oder Projektkontingenten stehen. Zudem existiert eine ungesunde Erwartungshaltung bezüglich der Erreichbarkeit. Kritik an Abwesenheitsnotizen, die eine fehlende Erreichbarkeit im Urlaub oder in der Freizeit ankündigen, zeigt deutlich, dass eine echte Abgrenzung zwischen Arbeit und Feierabend nicht erwünscht ist.

Vorgesetztenverhalten

Ein strukturierter Einarbeitungsplan existiert nicht, man wird von Tag eins an ins kalte Wasser geworfen. Bereits in den ersten Wochen der Probezeit gelten feste Zielstundenvorgaben. Der immense Druck der Geschäftsführung wird von den Vorgesetzten ungefiltert an das Team weitergegeben. Sobald Kennzahlen nicht erreicht werden, ist die Kommunikation schnell vorwurfsvoll, herablassend und von einer drohenden Grundhaltung geprägt. Anstelle von lösungsorientiertem Feedback oder Unterstützung in der Einarbeitung erlebt man eine sehr stressige, von Druck geprägte Führungskultur ohne jegliche Toleranz für Einarbeitungsphasen.

Interessante Aufgaben

Die eigentlichen Aufgaben sind inhaltlich durchaus vielseitig und spannend. Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kunden, das Entwickeln individueller Lösungen und die Abstimmung über verschiedene Fachbereiche hinweg bieten viel Potenzial. Allerdings geht die Freude an der eigentlichen Arbeit im Alltag schnell verloren, da der Arbeitsfluss kontinuierlich durch starre Bürokratie, das strikte Zeiterfassungssystem und den permanenten Quotendruck unterbrochen wird.

Gleichberechtigung

Eine systematische Diskriminierung bestimmter Gruppen ist nicht erkennbar. Der herausfordernde Umgangston betrifft grundsätzlich alle. Bemerkenswert ist jedoch der Umgang mit langjährigen Mitarbeitenden. Selbst vor neuen Kolleginnen und Kollegen wird hier seitens der Geschäftsführung teils lautstark und direkt Kritik geübt. Respektvoller Umgang auf Augenhöhe sieht anders aus.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Kolleginnen und Kollegen sucht man hier nahezu vergeblich. Obwohl das Unternehmen seit rund 20 Jahren besteht, ist die Fluktuation extrem hoch. Die Belegschaft besteht fast ausschließlich aus sehr jungen Mitarbeitenden, meist direkt nach der Ausbildung oder dem Studium. Erfahrene Fachkräfte mit Vergleichsmöglichkeiten fehlen weitgehend, da die bestehenden Arbeitsbedingungen und die Führungskultur von Menschen mit mehr Berufserfahrung erfahrungsgemäß nicht lange mitgetragen werden.

Arbeitsbedingungen

Die grundlegende Hardware-Ausstattung mit Laptop, Monitor und höhenverstellbarem Schreibtisch ist vorhanden, auch Kaffee und Obst stehen bereit. Extrawünsche bei Peripheriegeräten wie Mäusen oder Headsets werden jedoch nur schleppend bearbeitet. Hauptproblem ist die Raumsituation. Die Arbeitsplätze befinden sich in einem lauten Großraumbüro, in dem Vertriebscalls, Kundentermine und interne Absprachen ohne räumliche Trennung direkt nebeneinander stattfinden. Konzentriertes Arbeiten oder tiefe, komplexe Projektbesprechungen sind durch die dauerhafte Geräuschkulisse kaum möglich und auf Dauer extrem zehrend.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Digitales Arbeiten ist etabliert, Dokumente werden kaum ausgedruckt und bei Energieressourcen im Büro wird auf einen normalen Umgang geachtet. Im sozialen Bereich zeigt sich jedoch ein kritisches Bild. Krankmeldungen werden grundsätzlich mit Skepsis betrachtet und im Team angezweifelt. Besonders bedenklich ist der Umgang mit Nachwuchskräften. Auszubildende und Berufseinsteiger werden von Beginn an mit festen Zielstundenvorgaben belastet und faktisch wie günstige Vollzeitkräfte eingesetzt, anstelle eines geschützten Lern- und Ausbildungsumfelds.

Gehalt/Benefits

Das Grundgehalt bewegt sich im durchschnittlichen Rahmen, ist jedoch eng an das Erreichen der extremen Zielstunden gekoppelt. In Gehaltsverhandlungen wird versucht, das tatsächliche Fixgehalt schönzurechnen, indem steuerfreie Benefits und Zusatzleistungen künstlich in das Gesamtgehalt eingerechnet werden.

Image

Nach außen präsentiert sich das Unternehmen modern, hochprofessionell und deutlich größer, als es tatsächlich ist. Wer hinter die Fassade blickt, erkennt jedoch schnell den enormen Unterschied zwischen dem inszenierten Marketing-Image und der tatsächlichen internen Firmenkultur.

Karriere/Weiterbildung

Echte Weiterbildungsmöglichkeiten oder strukturierte Entwicklungspfade existieren im hektischen Tagesgeschäft nicht. Aufstiegschancen entstehen primär dann, wenn Führungskräfte das Unternehmen verlassen und frei werdende Posten mangels Alternativen überstürzt nachbesetzt werden. So geraten häufig noch unerfahrene Kolleginnen und Kollegen in Leitungspositionen, wo sie direkt dem enormen Druck der Geschäftsführung ausgesetzt sind.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.