Fassade top, Innenleben mit Schwächen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen bietet interessante und herausfordernde Projekte, die eine spürbare Lernkurve ermöglichen.
Die Bürogestaltung ist ansprechend, mit modernen Arbeitsplätzen, höhenverstellbaren Tischen und einer grünen, angenehmen Atmosphäre.
Die Gleitzeitregelung ist - sofern diese eingehalten werden kann - klare Pluspunkte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Führungsstil der Geschäftsleitung ist stark stimmungsabhängig
Es gibt eine spürbare Diskrepanz zwischen Verantwortung und Gehalt.
Karrierechancen sind stark abhängig von internen Veränderungen.
Die Arbeit kann durch überfällige Projekte und fehlende Unterstützung durch gleichwertig kompetenten Kolleg:innen sehr stressig werden.
Verbesserungsvorschläge
Ein transparenterer und fairerer Umgang mit Karriereförderung und Gehaltsentwicklung – orientiert an Können, Leistung und Verantwortung – würde die Motivation und Bindung der Mitarbeitenden nachhaltig stärken.
Um die Work-Life-Balance zu schützen, sollte bei der Projektumsetzung stärker auf realistische Kapazitäten und eine angemessene Verteilung anspruchsvoller Aufgaben geachtet werden. Dringende und herausfordernde Projekte dürfen nicht dauerhaft auf den Schultern einzelner Mitarbeitender lasten.
Die vorhandene Flexibilität bei den Arbeitszeiten sollte konsequenter gelebt werden – insbesondere, indem Termine außerhalb der Kernzeiten sowie regelmäßige Überstunden zur Ausnahme statt zur Regel werden.
Arbeitsatmosphäre
Im Großraumbüro herrscht meist eine gute Stimmung. Diese kann jedoch stark schwanken – insbesondere in Abhängigkeit von der Tagesform der Geschäftsleitung. An weniger guten Tagen kann es zu lautstarken Diskussionen und teils unpassenden Kommentaren/Beschimpfungen kommen, was das Arbeitsklima beeinflusst.
Kommunikation
Im Unternehmen wird Transparenz hinsichtlich der Zahlen gewährleistet – sowohl durch wöchentliche Checks im Daily als auch im sogenannten "Brunch".
Die Kommunikation mit der Geschäftsführung und anderen Ansprechpartner:innen kann durchaus zielführend sein, ist jedoch stark von der Stimmung und Tagesform abhängig, was nicht selten zu Frustration führt.
Die Kommunikation innerhalb des Teams ist in der Regel offen, direkt und ehrlich. Problematisch wird es jedoch beim Zeitdruck, der auch bei Auszubildenden zu einer eher Laissez-faire-Ausbildung führt und deren Entwicklung eher behindert.
Kollegenzusammenhalt
Die Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen ist meist sehr kollegial und angenehm. Die Kollegen sind ein Antrieb, morgens aufzustehen. Im Team fühlt man sich pudelwohl, aber auch in anderen Teams findet man schnell Freundschaften.
In stressfreieren Phasen funktioniert das Miteinander besonders gut. Unter starkem Zeitdruck – was leider häufiger vorkommt – leidet die Zusammenarbeit jedoch spürbar, was das Potenzial des Teams nicht immer voll zur Geltung kommen lässt.
Work-Life-Balance
Das Gleitzeitmodell wurde in den letzten Jahren deutlich verbessert, ebenso die verkürzte Kernarbeitszeit am Freitag – das ist definitiv ein Pluspunkt. Überstunden können ab einer vollen Stunde eingereicht und innerhalb des Quartals flexibel abgebaut werden; kleinere Zeitguthaben lassen sich innerhalb der Woche ausgleichen. Diese Flexibilität steht jedoch ausschließlich Festangestellten zur Verfügung.
In der Praxis wird diese Flexibilität allerdings häufig eingeschränkt: Überfällige Projekte geraten aufgrund unrealistisch zugesagter neuer Vorhaben und mangelnder Kapazitäten ins Stocken, was regelmäßig zu Mehrarbeit führt. Überstunden sind daher keine Ausnahme, sondern eher die Regel – was die Work-Life-Balance spürbar belastet.
Zusätzlich werden Termine nicht selten außerhalb der Kernarbeitszeit angesetzt, wobei eine Teilnahme meist stillschweigend erwartet wird. Auch das schmälert den eigentlichen Vorteil der flexiblen Arbeitszeitregelung.
Vorgesetztenverhalten
Der Führungsstil der Geschäftsleitung wirkt impulsiv und stark stimmungsabhängig.
An guten Tagen sind Gespräche konstruktiv, zielorientiert und auch humorvoll.
An weniger guten Tagen hingegen kann der Ton sehr fordernd und laut werden – was das Arbeitsklima und die Motivation spürbar belastet. In solchen Momenten ist man mitunter froh, wenn sich die Geschäftsführung nicht vor Ort befindet.
Oft unangebrachte Sprüche der Geschäftsführung sind, sofern man nicht den Humor teilt, sehr oft fehl am Platz.
Interessante Aufgaben
Die Projekte, die gewonnen werden, sind meist sehr spannend und inhaltlich anspruchsvoll – das sorgt für eine steile Lernkurve, vorausgesetzt, man bringt die entsprechende Eigenmotivation mit.
Problematisch wird es allerdings, wenn aufgrund von Kapazitätsengpässen, akuten Dringlichkeiten oder fehlenden Kolleg:innen mit vergleichbarem Skilllevel komplexe Aufgaben dauerhaft an einzelnen Personen hängen bleiben.
Die an sich interessanten Herausforderungen entwickeln sich dadurch schnell zu belastendem Dauerstress – echte Unterstützung bleibt dabei oft aus.
Gleichberechtigung
Führungspositionen werden unabhängig vom Geschlecht vergeben – Chancengleichheit wird in diesem Bereich tatsächlich gelebt. Gelegentliche, unpassende Scherze und unangebrachten Avancen seitens der Geschäftsleitung könnten zwar einen anderen Eindruck vermitteln, werden aber in der Praxis nicht durch diskriminierendes Verhalten untermauert.
Umgang mit älteren Kollegen
Auch ältere Kolleg:innen wurden eingestellt. Eine Diskriminierung aufgrund des Alters ist im Arbeitsalltag nicht spürbar.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung ist insgesamt gut: Die meisten Laptops sind in einem einwandfreien Zustand und arbeitstauglich, die Arbeitsplätze verfügen größtenteils über moderne Monitore und jeder Platz hat höhenverstellbare Tische.
Das Büro selbst ist sehr ansprechend gestaltet – hell, grün und einladend.
Eine Klimaanlage und Ventilatoren sind für heiße Tage vorhanden.
Home-Office ist bis zu zwei Tagen pro Woche möglich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Bekomme aktiv nichts mit.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt bewegt sich im branchenüblichen Durchschnitt. Problematisch wird es jedoch, wenn man überdurchschnittliche Verantwortung oder Leistungen übernimmt: Trotz höherer Kompetenz und entsprechend größerem Aufwand spiegelt sich dies finanziell kaum wider. Mehrarbeit und Mehrverantwortung führen somit nicht zu einer spürbaren Gehaltssteigerung – was auf Dauer demotivierend wirken kann.
Image
Nach außen hin präsentiert sich das Unternehmen äußerst professionell und gut organisiert. Intern wird dieses Bild jedoch durch die wechselhafte Stimmung der Geschäftsleitung getrübt, deren Atmosphäre das Arbeitsklima spürbar beeinflusst und somit auch das interne Image leidet.
Karriere/Weiterbildung
Karrierechancen im Unternehmen sind vor allem dann gegeben, wenn eine bereits besetzte Position frei wird. Beförderungen scheinen weniger auf individueller Leistung zu basieren, sondern eher darauf, ob und wann eine Position "benötigt" wird.
Weiterbildungen werden grundsätzlich mit offenem Ohr aufgenommen und, wenn sie sinnvoll erscheinen, auch unterstützt – was eine positive Entwicklungsmöglichkeit darstellt.