Erfahrung am Standort Frankfurt: Hoher Arbeitsdruck, schlechtes Betriebsklima und Verbesserungsbedarf
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung und das Angebot von Homeoffice sind positiv hervorzuheben. Außerdem gibt es einige attraktive Benefits wie Jobrad, betriebliche Altersvorsorge und Entwicklungsmöglichkeiten. Die technische Grundausstattung ist modern.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Betriebsklima ist schlecht, der Kollegenzusammenhalt gering und die interne Kommunikation mangelhaft. Die ergonomische und klimatische Ausstattung des Arbeitsplatzes ist veraltet und unzureichend. Gleichberechtigung sowie ein vertrauensvoller Umgang werden nicht durchgängig gelebt. Umwelt- und Sozialbewusstsein werden zwar nach außen kommuniziert, sind aber im Alltag nicht erkennbar. Gehaltserhöhungen werden nicht angeboten und bei teuren Weiterbildungen wird meist abgelehnt. Das Arbeitsaufkommen am Standort ist extrem hoch und durch die hohe Fluktuation kaum noch zu bewältigen. Überstunden sind regelmäßig notwendig, werden jedoch praktisch kaum durch Freizeit ausgeglichen, da aufgrund des hohen Urlaubsvertretungsbedarfs und der immer wieder umverteilten Aufgaben keine Entlastung geschaffen wird. Zusätzliche Leistungen wie Boni für Mehrarbeit gibt es nicht.
Verbesserungsvorschläge
Um die Situation zu verbessern, sollte der Arbeitgeber dringend das Betriebsklima und die interne Kommunikation stärken sowie gezielt den Teamgeist fördern – insbesondere zwischen den Generationen. Ergonomische und klimatische Verbesserungen am Arbeitsplatz sowie eine modernere Küchenausstattung wären wichtig. Die Einführung regelmäßiger Gehaltserhöhungen und Boni für zusätzliche Aufgaben könnte die Motivation steigern. Ebenso sollte der Umgang mit Überstunden und Urlaubsvertretungen praxisnäher geregelt werden, damit eine echte Entlastung möglich ist. Maßnahmen zur Reduzierung des Arbeitsaufkommens sowie zur Verbesserung der Personalbindung und der Einstellung neuer Mitarbeitender sind notwendig, um die Kunden serviceorientiert betreuen zu können. Zudem sollte das Umwelt- und Sozialbewusstsein glaubhaft im Arbeitsalltag umgesetzt werden.
Arbeitsatmosphäre
Am Standort war das Betriebsklima insgesamt schlecht. Die Stimmung unter den Mitarbeitenden ist eher angespannt und es fehlt an echter Wertschätzung sowie gegenseitiger Unterstützung. Das Vertrauen ist lediglich mäßig ausgeprägt – sowohl zwischen den Kolleginnen und Kollegen als auch im Verhältnis zur Führungskraft. Die Rückmeldungen erfolgen zwar regelmäßig im Rahmen der Jahresgespräche, allerdings wirken diese häufig formal und nicht wirklich konstruktiv oder unterstützend. Offene Kommunikation und ehrliches Feedback sind selten, sodass Unsicherheiten und Unzufriedenheit häufig bestehen bleiben. Insgesamt fehlt es an Zusammenhalt und einem angenehmen, motivierenden Arbeitsumfeld.
Image
Siehe Umwelt-/Sozialbewusstsein. Das Unternehmensimage wird durch die Diskrepanz zwischen Außendarstellung und tatsächlichem Handeln beeinflusst. Intern sprechen die Mitarbeitenden sehr unterschiedlich über das Unternehmen; die Meinungen sind gemischt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist grundsätzlich gut und verdient vier Sterne. Zwar müssen die vorgegebenen ecowo-Telefonzeiten eingehalten werden, sodass die Erreichbarkeit während dieser Zeiten verpflichtend ist. Dennoch bietet das Unternehmen eine gute Flexibilität: Zwei Tage Homeoffice pro Woche sind fest vorgesehen und zusätzliche Homeoffice-Tage werden in der Regel ebenfalls unkompliziert genehmigt, wenn Bedarf besteht.
Karriere/Weiterbildung
Das Unternehmen ist im Bereich Karriere und Weiterbildung grundsätzlich sehr gut aufgestellt. Zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten und Fortbildungen werden angeboten. Bei kostenintensiven Weiterbildungen wird jedoch meist eher abgelehnt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist grundsätzlich in Ordnung, könnte aber angesichts der gestiegenen Anforderungen und der komplexen gesetzlichen Lage höher ausfallen. Gehaltserhöhungen werden nicht angeboten. Es gibt eine Erfolgsbeteiligung, die allerdings eher gering ausfällt. ecowo bietet dafür einige attraktive Benefits wie Jobrad, betriebliche Altersvorsorge und weitere Zusatzleistungen an.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen präsentiert sich im Internet als besonders umweltbewusst und sozial engagiert. Es werden nachhaltige Werte, ökologisches Handeln und gesellschaftliche Verantwortung betont. In der praktischen Umsetzung habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich jedoch ein völlig anderes Bild zeigt: Es gibt keine sichtbaren Maßnahmen in Richtung Umweltschutz oder zur Förderung sozialer Belange. Die Außendarstellung und Realität klaffen auseinander, was das Unternehmensimage unehrlich wirken lässt und das Vertrauen nachhaltig beeinträchtigt.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist sehr gering. Tatsächlich gibt es keinen echten Zusammenhalt im Team, lediglich die beiden dienstältesten Mitarbeitenden stehen füreinander ein, während der Rest wenig miteinander verbunden ist. Das Gemeinschaftsgefühl und gegenseitige Unterstützung im Alltag fehlen. Dieses mangelnde Miteinander wird noch dadurch verstärkt, dass viele Mitarbeiter aufgrund der schwierigen Zusammenarbeit mit diesen Mitarbeitern und der Führungskraft das Unternehmen verlassen – die hohe Fluktuation ist ein deutliches Zeichen dafür. Das führt dazu, dass sich neue Kolleginnen und Kollegen schwer tun, Fuß zu fassen und dass ein echtes Teamgefühl kaum entstehen kann.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen zeigt sich ambivalent. Einerseits wurde ein älterer Kollege, der langsamer arbeitete als die jüngeren, so stark unter Druck gesetzt und abwertend behandelt, dass er noch vor dem Renteneintritt das Unternehmen verlassen hat. Andererseits erfährt ein anderer älterer Mitarbeiter sehr viel Unterstützung und Verständnis, sowohl von den Kolleginnen und Kollegen als auch von der ehemaligen Führungskraft. Diese Diskrepanz macht deutlich, dass der Umgang stark von persönlichen Sympathien und individuellen Umständen abhängt und nicht einheitlich gelebt wird.
Vorgesetztenverhalten
Meine Erfahrungen sind leider sehr negativ. Die Kommunikation ist schlecht, Absprachen sind wenig verlässlich und häufig zählt nur das eigene Wort. Es entsteht der Eindruck, dass man sich selbst lieber reden hört, statt wirklich auf den anderen einzugehen. Nach außen wird zwar viel Wert auf Familie und Zusammenhalt gelegt, tatsächlich aber wird einem bei der nächsten Gelegenheit schnell vor den Kopf gestoßen oder zurückgesetzt. Besonders die Regionalleitung zeigt ein heuchlerisches Verhalten: Mitarbeiter werden bei Seminaren dazu gedrängt, persönliche Dinge offenzulegen und „ihren Rucksack aufzumachen“. Diese erzwungenen Offenbarungen schaffen zunächst den Eindruck von Nähe und Vertrauen. In Wahrheit werden die vertraulichen Informationen jedoch – falls es dem Unternehmen passt – später als Druckmittel oder Waffe gegen die betroffene Person eingesetzt. Das Verhalten ist unecht und missbraucht das Vertrauen der Mitarbeiter, was das Klima äußerst belastend und enttäuschend macht.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung ist teilweise modern: Wir verfügen über neue Laptops und Diensthandys. Für das Homeoffice werden allerdings keine zusätzlichen Bildschirme von der Führungskraft bereitgestellt, sodass viele Mitarbeitende gezwungen sind, auf einem kleinen Laptop-Bildschirm zu arbeiten oder sich privat einen Monitor anzuschaffen. Die Büromöbel sind veraltet und nicht höhenverstellbar, was das ergonomische Arbeiten erschwert. Im Sommer steigen die Temperaturen im Büro regelmäßig über 27 Grad, aber eine Klimaanlage wird nicht zur Verfügung gestellt, lediglich Ventilatoren. Die Küche befindet sich in einem Keller und ist in einem äußerst schlechten und unhygienischen Zustand; auch der Essensraum ist wenig ansprechend und liegt ebenfalls im Keller. Insgesamt lässt die Arbeitsumgebung deutlich zu wünschen übrig.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist unzureichend. Wichtige Informationen werden häufig zu kurzfristig oder gar nicht weitergegeben. Auch die Kommunikation im Team gestaltet sich lediglich mäßig und lässt zu wünschen übrig.
Gleichberechtigung
Ich habe das Gefühl, dass Gleichberechtigung am Standort nicht wirklich gelebt wird. Beispiel: Ein Mitarbeiter, der wenig zur Teamarbeit beitragen und deren Aufgaben fast immer von den Kolleginnen und Kollegen übernommen werden müssen, wurde dennoch intern in eine andere Gesellschaft versetzt und hat dort eine Führungsposition übernommen. Dadurch bleibt das Gefühl bestehen, dass Engagement und Leistung hier nicht angemessen honoriert werden.
Interessante Aufgaben
Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung bleibt jedoch wenig Zeit, sich mit interessanten oder anspruchsvollen Themen so zu beschäftigen, wie es eigentlich notwendig oder wünschenswert wäre.