Ausbluten einer Firma; schade
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitskollegen.
Auch wenn die HR hier teilweise etwas „abbekommen“ hat, kann ich aus eigener Erfahrung nur Gutes berichten. Besonders die Payroll reagiert extrem fix auf Anfragen. Mein Feedback ist als konstruktiver Beitrag zur weiteren Verbesserung gedacht. ;)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ein branchenübergreifendes Problem, das hier besonders deutlich wird: Ein Management, das an veralteten Strukturen festhält. Innovative Ansätze und Potenziale werden ignoriert oder aktiv ausgebremst, weil man „es schon immer so gemacht hat“.
Arbeitsatmosphäre
Leider immer schlechter geworden. Kollegen intern wird nur noch gelästert über den Arbeitgeber.
Work-Life-Balance
Dies ist der Hauptkritikpunkt meiner Bewertung und bevor die HR hier mit den üblichen Standardfloskeln reagiert: Die Abteilung erzielte ihre Rekordumsätze bei einer Anwesenheitsquote von lediglich 20 %. Die jetzige Erzwingung von Präsenz ist daher kein Performance-Treiber, sondern entspringt reinem Kontrollzwang. Die Situation wird vollends ins Lächerliche gezogen, wenn man trotz physischer Präsenz im Büro weiterhin via Teams kommuniziert, da ein gemeinsames Arbeiten an einem einzelnen Monitor schlichtweg unpraktikabel und ineffizient ist. Diese erzwungene Anwesenheit ohne jeglichen funktionalen Mehrwert.
Karriere/Weiterbildung
Eine ernstzunehmende Weiterbildung existiert hier schlichtweg nicht. Das Unternehmen nutzt LinkedIn Learning lediglich als billiges Alibi-Tool, das primär der HR für oberflächliches Employer Branding und Selbstdarstellern für ihre Profile dient. Fachliche Tiefe oder ein echter Wissenszuwachs für die tägliche Praxis werden hier konsequent der billigen Imagepflege geopfert.
Gehalt/Benefits
Trotz eines Rekordjahres und exzellenter Leistungsbewertungen wurden Gehaltserhöhungen mit Verweis auf eine „ungewisse Zukunft“ abgelehnt. Die pauschale Erhöhung für Anfang 2025 (?) war zudem bei 140 € gedeckelt, bei der aktuellen Inflation ein Witz. Parallel werden durch die erzwungene Rückkehr ins Büro (Anwesenheitspflicht) die privaten Fahrtkosten der Mitarbeiter in die Höhe getrieben. Wertschätzung sieht anders aus.
Vorgesetztenverhalten
In wirtschaftlich angespannten Zeiten ist von den Abteilungs- und Teamleitern kaum etwas zu hören. Informationen erhält man primär über den Flurfunk oder informell über Projektleiter.
Es wird ständig von Investitionen in Indien gesprochen. Die aktuelle Belegschaft wird dazu angehalten, die dortigen Kollegen einzuarbeiten, wohl wissend, dass man damit am eigenen Stuhl sägt, um später durch den nächsten Sozialplan ersetzt zu werden.
Wer die gesamte Workforce nach Indien verlagert, sollte bedenken, dass er dann konsequenterweise auch kein Management in Deutschland mehr braucht. Hier wird strategisch leider nur „von der Tapete bis zur Wand“ gedacht.
Kommunikation
Die Kommunikation vom Management zum Arbeitnehmer ist schlichtweg unzureichend. Informationen fließen extrem verzögert oder gar nicht.
Beispiel: Ein Recherche-Auftrag zur Entwicklung eines Tools wurde erteilt, doch die dafür notwendigen Tools (z. B. Springer Professional) wurden bereits zuvor heimlich gekündigt. Die offizielle Information darüber erreichte uns erst ca drei Monate später. Solche Abstimmungsprobleme machen ein solides Arbeiten unmöglich.
Interessante Aufgaben
Zu Beginn waren es, wie so oft, gute und spannende Aufgaben. Es konnten auch neue Themen erarbeitet werden, jedoch seit Ende 2024 ist quasi jede Interne Neuentwicklung auf Eis gelegt worden. Bei echt guten Ideen hieß es dann, "Klingt gut, aber ich hab kein Projekt wo wir das drauf schieben können" ;
"Wir sollen aktuell die Gemeinkosten nahezu auf Null halten, damit die Abteilung nicht auffällt."

