Chaos, fehlender Respekt, Intransparenz – und ein Management, auf das man sich nicht verlassen kann
Gut am Arbeitgeber finde ich
Mir ist nichts Positives in Erinnerung geblieben. Selbst Kleinigkeiten wie der Kaffee hatten keine Qualität.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Stellen werden anders ausgeführt als beworben
- Einsatzorte werden spontan verändert, ohne Rücksicht auf Mitarbeitende
- Umgangston teilweise laut, herablassend und nicht professionell
- Gehalt deutlich unter dem, was Qualifikation rechtfertigt
- Gehaltsangaben intransparent, teils „schön gerechnet“
- keine Weiterentwicklung, keine Perspektive, kein Interesse an Qualifikation
- chaotische Organisation, fehlende Planung, ständige Unruhe
- Atmosphäre voller Unsicherheit und fehlendem Vertrauen
- Probleme sind bekannt, werden aber nicht ernsthaft angegangen
- selbst Kleinigkeiten wie der Kaffee hatten keine Qualität
- unterfordernde Aufgaben
Verbesserungsvorschläge
- grundlegende Veränderung der Führungskultur notwendig
- mehr Ehrlichkeit, Transparenz und Respekt im Umgang
- weniger Chaos bei Planung und Organisation
- faire Vergütung statt Schönrechnen von Gehältern
- klare Karrierewege statt inhaltlose Jobtitel
- Mitarbeitende als Menschen behandeln, nicht als Nummern
Bitte verzichten Sie auf die üblichen, unechten HR-Textbausteine als Reaktion („Es tut uns leid…“, „Das entspricht nicht unserem Anspruch…“). Diese Phrasen lösen keines der angesprochenen Probleme und verstärken nur das Gefühl, dass diese Firma intransparent und falsch ist.
Arbeitsatmosphäre
Für mich war die Arbeitsatmosphäre dauerhaft frustrierend und belastend. Ständige, völlig unerwartete Projekt- und Standortwechsel haben jede Form von Stabilität zerstört. Entscheidungen wurden meiner Erfahrung nach über die Köpfe der Mitarbeitenden hinweg getroffen, ohne Respekt, ohne Erklärung und ohne Rücksicht auf persönliche Planung. Offenheit wurde eher entmutigt, was zu einem Klima führte, in dem viele vorsichtig wurden und nicht mehr frei sprechen wollten. Ich hatte oft das Gefühl, eher eine Nummer als ein Mensch zu sein.
Kommunikation
Die Kommunikation war meiner Erfahrung nach sehr schlecht. Wichtige Entscheidungen wurden oft ohne Vorankündigung und über die Köpfe von Mitarbeitern getroffen und erst dann kommuniziert, wenn sie bereits feststanden. Rückfragen wurden selten klar beantwortet, stattdessen gab es vage Aussagen und Versprechen, die später nicht eingehalten wurden. Dadurch entstand ein dauerhaftes Gefühl von Unsicherheit und fehlender Transparenz.
Kollegenzusammenhalt
Den Kollegenzusammenhalt habe ich als sehr schwach erlebt. Viele waren unzufrieden oder frustriert, was den Umgang miteinander spürbar belastet hat. Zusätzlich herrschte meiner Meinung nach Misstrauen unter Kollegen, eine direkte Folge der angespannten Führungs- und Entscheidungskultur. Unterstützung und Teamgefühl waren entsprechend kaum vorhanden.
Work-Life-Balance
Ich konnte keinerlei Work-Life-Balance aufbauen. Nichts war stabil planbar: weder Termine, noch der Alltag, noch der Arbeitsweg. Private Verpflichtungen waren fast gar nicht zu koordinieren. Meiner Erfahrung nach wurde auf persönliche Lebensumstände, Gesundheit oder Belastungssituationen keinerlei Rücksicht genommen. Unter solchen Bedingungen ist eine gesunde Balance schlicht nicht möglich.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe das Vorgesetztenverhalten als eines der größten Probleme erlebt. Der Umgangston war für mich häufig herablassend, laut und einschüchternd. Kritik oder berechtigte Rückfragen wurden nicht akzeptiert, sondern teilweise spöttisch oder abwertend beantwortet. Viele Gespräche wirkten unauthentisch und wenig ehrlich, und ich hatte mehrmals den Eindruck, bewusst falsch informiert zu werden.
Ich habe den Betriebsrat über sämtliche Probleme informiert und um Unterstützung gebeten. Dort wurde mir zwar gesagt, dass es viele unkompetente Führungskräfte gebe, aber man könne leider nichts tun. Das hat mein Vertrauen endgültig erschüttert.
Interessante Aufgaben
Ich war von den Aufgaben extrem enttäuscht. Die Stelle, für die ich eingestellt wurde, existierte faktisch nicht, und ich wurde stattdessen in eine Aufgabe versetzt, die meiner Meinung nach kaum Qualifikation voraussetzte und wenig Anspruch bot. Das, was man mir vorher vermittelt hatte, hatte absolut nichts mit der Realität zu tun. Insgesamt waren die Aufgaben monoton, unterfordernd und in meinem Fall definitiv nicht dem Profil entsprechend, für das ich eingestellt wurde.
Gleichberechtigung
In meinem Erleben war Gleichberechtigung kaum vorhanden. Die Führung wirkte nach außen zwar divers, aber im Alltag hatte ich oft das Gefühl, dass Gleichbehandlung nicht wirklich gelebt wurde. Ich habe wiederholt mitbekommen, dass Mitarbeitende mit unterschiedlicher Herkunft weniger respektvoll behandelt wurden. Ebenso wirkte es so, als würde nicht die Leistung entscheiden, sondern wie sehr man sich unterordnet. Fair verteilte Chancen oder transparente Kriterien für Projektvergabe konnte ich nicht erkennen.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich habe fast keine älteren Kollegen gesehen, was für mich ein Zeichen dafür war, dass nur wenige lange im Unternehmen bleiben. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass überwiegend jüngere Mitarbeiter eingestellt werden, häufig zu niedrigeren Gehältern. Dadurch entsteht aus meiner Sicht keine stabile Kultur im Umgang mit älteren Kollegen. Wertschätzung für Erfahrung oder langfristige Bindung konnte ich nicht erkennen.
Arbeitsbedingungen
- permanente Änderungen bei Standort, Aufgaben und Abläufen
- keine stabile Struktur, vieles wirkte improvisiert
- wichtige Informationen kamen zu spät oder widersprüchlich
- unangenehme und angespannte Arbeitsatmosphäre
- Arbeitsalltag wirkte wie Dauerstress
- kaum Rücksicht auf praktische Rahmenbedingungen
- chaotische Organisation, die produktives Arbeiten erschwert
Gehalt/Benefits
Ich empfand das Gehalt als deutlich unter dem, was für die Qualifikation und die tatsächliche Arbeit angemessen wäre. Qualifikationen spielen bei der Bezahlung aus meiner Sicht kaum eine Rolle. Zusätzlich wirkte die Gehaltsstruktur sehr intransparent. Schon im Pre-Contract wurden verschiedene Zahlen und kleine Zusatzleistungen so kombiniert, dass das Grundgehalt besser aussieht, als es tatsächlich ist. Außerdem habe ich miterlebt, wie ein Kollege nach Übernahme einer höherwertigen Rolle eine angemessene Gehaltserhöhung angefragt hat und die Antwort bekam, er solle froh sein, diese Funktion überhaupt ausüben zu dürfen. Kurz darauf hat er das Unternehmen verlassen. Das bestätigt für mich den Eindruck, dass faire Bezahlung hier keine Priorität hat.
Karriere/Weiterbildung
Sehr eingeschränkt

