Leider geht es abwärts und die Stimmung ist gekippt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Pünktliches Gehalt, Kantine, ausreichend Parkplätze
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
(Fortsetzung von "Kommunikation"):
Bei der letzten Mitarbeiterbefragung nahmen sowohl ich als auch alle meine direkten Teamkollegen die Chance wahr, auf die aktuellen Missstände hinzuweisen. In der darauffolgenden Auswertung kamen jedoch überwiegend die positiv bewerteten Aspekte zur Sprache.
Was man davon halten soll, bleibt jedem selbst überlassen. Die EDEKA Leitungsebene war ja schon immer bekannt dafür, sich überaus enthusiastisch selbst auf die Schulter klopfen zu können. Unter anderem werden besondere Leistungen Einzelner oder Teams in Bühnenveranstaltungen mit Auszeichnungen gelobt und geehrt. Alles schön und gut, Ehre, wem Ehre gebührt. Jedoch wird die Kehrseite der Medaille ignoriert bzw. nie angesprochen. Mit anderen Worten: Es wird oft und gerne gefragt "Was können wir besser machen?". Besprochen wird dann aber "Was haben wir bisher Tolles geleistet?".
Zum großen Thema "3-Tage-Präsenzpflicht":
Frage: "Wie realitätsfern kann man diese Regelung begründen?"
Leitungsebene: "Ja."
Zitate:
"Wir sind überzeugt, dass persönlicher Austausch vor Ort einen wichtigen Beitrag zur Zusammenarbeit leistet."
"Wir sind fest davon überzeugt, dass uns der persönliche Austausch, die spontane Abstimmung und der direkte Kontakt zu Kolleg:innen enorm weiterbringen und uns immer wieder bewusst machen, wofür wir arbeiten: für EDEKA als genossenschaftlich geprägtes Unternehmen und für die Menschen hinter den Märkten."
"Als Personal- und Organisationsentwicklung arbeiten wir gezielt an Formaten, die persönliche Begegnungen fördern und den teamübergreifenden Austausch erleichtern. Wir sind davon überzeugt, dass dies langfristig den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit verbessert."
Echt jetzt? Mit solchen fadenscheinigen Begründungen werden alle über einen Kamm geschoren? Ungeachtet dessen, dass es Fachbereiche gibt, die für ihre Arbeit im Laufe der letzten 6 Jahre im Homeoffice nachweislich erfolgreich zeitgemäße moderne Werkzeuge einzusetzen wussten. Es wird eine nationale EDEKA IT gegründet, zusammengesetzt aus Fachbereichen aller geografisch verstreuten Regionen, mit denen man natürlich über digitale Tools kommuniziert und sich austauscht. Dennoch fordert man eine Präsenz im heimischen Büro?
Der monatliche 25€ Gutschein ist ein Witz. Wertschätzung sieht anders aus.
Verbesserungsvorschläge
Sprecht mit den Leuten nicht nur über das, was gut ist, sondern auch was besser werden muss. Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Nehmt Kritik ernst und sprecht konkret über das, was die Leute bewegt.
Arbeitsatmosphäre
Seit der Gründung der EIT war die Stimmung unter den Kollegen gespannt (nicht unbedingt angespannt) und erwartungsvoll. Man verkaufte uns das ganzheitliche Konzept der nationalen IT als spannende Herausforderung, die es von allen zu meistern gilt. Ziel war bzw. ist es, eine IT zu schaffen, die über die eigene Region hinaus, kooperativ mit Hilfe von einheitlichen Strukturen und Prozesse arbeitet.
Meine persönliches Empfinden (und auch die vieler meiner Kollegen) war/ist, dass sich niemand VOR Gründung der EIT Gedanken gemacht hat, wie das Ganze praktisch umgesetzt werden soll.
Nach einem 3/4 Jahr fielen dann das erste Mal Begriffe wie "Wissensaustausch" und "Know-How-Transfer". Im Kollegium hört man nur "da bin ich ja mal gespannt, wie das umgesetzt werden soll".
Als dann am 20.03. verkündet wurde, dass zehn Tage später die 3-Tage-Präsenzpflicht in Kraft tritt, war bei den Meisten das Maß voll.
Seit dem ist die Stimmung eindeutig im Keller.
Image
So wie gerade mit den Mitarbeitern umgegangen wird eher getrübt
Work-Life-Balance
Bis zur Präsenzregelung war es überdurchschnittlich gut und immer ein Grund, warum man stolz und froh sein konnte, ein EDEKAner zu sein.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Na ja, wir sollen ja ins Büro fahren... noch Fragen?
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist aufgrund der aktuellen Situation stark, auch team-übergreifend. Glücklicherweise war das in meinem Team schon immer so.
Umgang mit älteren Kollegen
neutraler Umgang
Vorgesetztenverhalten
Man ist stets bemüht, sich verständnisvoll zu zeigen. Ob dem noch Taten folgen, wird sich zeigen.
Arbeitsbedingungen
Büros entsprechen nicht der Arbeitsstättenverordnung
Kommunikation
Die Geschäftsführung bzw. die Sachbereichsleitung lädt regelmäßig zu virtuellen Informationsveranstaltungen ein, in denen man sich, gefühlt, selbst beweihräuchert und Investitionen als erfolgreich gefeiert werden.
Es vermittelt, dass die aktuelle Stimmung nicht wahrgenommen wird und erinnert an das Konzept des antiken Roms "Brot und Spiele". Zu Zeiten der regionalen IT gab es noch ein Wir-Gefühl, welches insbesondere durch die Team- und Gruppenleitung vermittelt wurde. Man war stolz ein EDEKAner zu sein, Erfolge, auch kleine, wurden wahrgenommen und gelobt. Kommunikation bestand nicht nur aus Zahlen, Erwartungen und fachliche Themen. Ich hatte das Glück, eine Gruppenleitung zu haben, die jeden aus dem Team mit dessen Stärken und Schwächen wahrgenommen und individuell gefördert und motiviert wurde.
Jetzt in der EIT merkt man, dass die untersten Leitungsebenen von oben Druck bekommen, den nationalen Einheitsgedanken in den Teams praktisch umzusetzen, allerdings gefühlt ohne Struktur und Konzept.
(weiter geht's unter "Schlecht am Arbeitgeber finde ich:")
Gehalt/Benefits
Gehalt ist durchschnittlich, wird aber pünktlich bezahlt
Gleichberechtigung
Hier werden keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern und dem Migrationshintergrund etc. gemacht.
Interessante Aufgaben
Mein aktuelles Aufgabengebiet ist abwechslungsreich und macht mir auch Spaß. Mal sehen, wohin sich das im Zuge der nationalen IT noch entwickelt.

