Rückläufige Entwicklung im einst starken IT Unternehmen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Natürlich hat ein grundsätzlich konservativ ausgerichteter Arbeitgeber auch für die Mitarbeitenden Vorteile. Grundsätzlich ist sehr positiv, dass die Basis der Mitarbeitenden sich sehr stark mit dem Unternehmen identifiziert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Primär ist erschreckend, dass die in den letzten 7-8 Jahre gemachten Fortschritte - insbesondere die Etablierung von modernen Führungsstilen und Methodiken wie Scrum, sowie einer zeitgemäßen Aufbauorganisation - beinahe vollständig rückabgewickelt wurden. Es wird hier sehr schwierig werden, junge Talente zu gewinnen und diese auch längerfristig an das Unternehmen zu binden.
Auch erfahrene Experten werden sich bei einer weiter rückläufigen Entwicklung entsprechende Gedanken machen.
Und wichtig: Agiles Arbeiten ist nicht gleich "Kameristische Planung per Wasserfall mit Umsetzung in chaotischem unsychronisiertem Prototyping!
Ein vernünftiges Framework einzuführen, könnte hier Wunder wirken.
Verbesserungsvorschläge
Wohlwissend, dass dies nicht passieren wird:
Rückkehr zu echten agilen Methoden mit entsprechender Trennung von fachlicher und disziplinarischer Verantwortung.
Eine moderne Aufbauorganisation statt der wieder eingeführten starren Pyramiden mit starren Berichts- und Befehlstrukturen, statt Peer-to-Peer-Kommunikation.
Arbeitsatmosphäre
Leider hat sich die Arbeitsatmosphäre seit Gründung der EDEKA IT verschlechtert. Grund ist unter anderem die neue massiv hierarchische Ausrichtung und die Rückführung und Bündelung von disziplinarischer und fachlicher Führung statt moderner Aufbauorganisation und Fürhungsstilen - leider teilweise unter dafür vollkommen ungeeigneten Führungskräften. Sorry!
Seit diesem Jahr gibt es zudem eine starke Fokussierung auf eigene Ziele und zunehmende Silobildung, getrieben durch die Geschäftsbereichleiter. Übergreifende und ganzheitliche Unternehmensweite Ziele werden von den verschiedenen Bereichen mit untergeordneter Priorität verfolgt, was sich in Summe in der Gesamtperformance des Unternehmens niederschlägt. Das führt natürlich zu Drucksituationen, Aktionismus aufgrund des geschaffenen Wettbewerbs (Stichwort: Krabbenkörbe). Zwischen den Bereichen ist die Kooperationsbereichschaft stark gesunken, was natürlich aber offiziell niemand zugibt.
Image
Ehrlicherweise muss man sagen, dass die EDEKA IT nicht wirklich ein modernes IT-Unternehmen ist, sondern eine ausgegliederte IT-Gesellschaft eines tendenziell konservativen Handelsunternehmens, das in Gewissen Facetten versucht ein Image aufzubauen.
Work-Life-Balance
Ist aktuell noch durchschnittlich, idR dank einiger noch einiger gültiger Betriebsvereinbarungen. Allerdings wird auch hier fleißig beschnitten. Home-Office-Regelung, Möglichkeit zum Überstundenabbau und flexibele Urlaubsplanung werden sukzessiv beschnitten und mit hohen Verwaltungsaufwand und Genehmigungsworkflows stark reguliert.
Zur Home-Office-Regelung wurde hier bereits mehr als genug berichtet.
Die Umsetzung erfolgt hier leider strikt dogmatisch. Persönliche Umstände, wie familiäre Herausforderungen oder weite Entfernungen von über 3h zu den bereinigten Fokusstandorten, werden lediglich mit auf 3 Monaten befristeten Ausnahmeregelungen abgefedert. Bilaterale Vereinbarungen, die anstelle arbeitsvertraglicher Regelungen (brauchen wir doch nicht...) getroffen und lange Zeit einwandfrei funktioniert hatten, wurden ohne Vorlaufzeit per Anweisung beendet.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsoptionen waren noch nie die Stärke der EDEKA und der ganzen IT-Gesellschaften vor Gründung der EDEKA IT. Während man in den letzten 5 Jahren zumindest versucht hatte, die Weiterbildungsmöglichkeiten zu stärkern, um unabhängiger von externen Dienstleistungen zu werden und die Mitarbeitenden für die vielen neuen Themen vorzubereiten, stagniert das seit der EDEKA IT aufgrund Kosteneinsparungen. Learning bei Doing und Training on the Job, ist die Devise.
Ob das mittelfristig hilft, den Rückstand in Technologie und IT-Kompetenz gegenüber einigen Wettbewerbern aufzuholen, vermag jeder selbst für sich beurteilen.
Gehalt/Benefits
Die EDEKA IT gehört zum Handel. Genauso sind auch die Gehälter in der IT.
Man muss ordentlich beim Einstieg verhandeln. Ist man erstmal im Unternehmen, muss man herausragendes leisten u./o. sich auch sichtbar weiterentwickeln, um zumindest dauerhaft den Inflationsausgleich zu sichern.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
EDEKA versucht hier generell sich ordentlich und zeitgemäß aufzustellen, bspw. Kooperation mit dem WWF und weiteren lokalen Organisationen.
Genauso auch die EDEKA IT. In den Standorten wird das aber aktuell noch unterschiedlich gelebt, hauptsächlich auch aufgrund Kostendruck.
Beim Sozialbewusstsein wird der aktuelle Trend kopiert, bestimmte
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist noch gut, schwindet allerdings sobald Bereichs- oder Teamgrenzen überschritten werden zunehmend. Die Ursachen dafür sind u.a. unter Arbeitsatmosphäre aufgeführt.
Umgang mit älteren Kollegen
Grundsätzlich gut. Voraussetzung ist natürlich, dass die Kollegen:innen auch bereit sind, sich der Änderungsgeschwindigkeit und den Neuerungen in der IT zu stellen und bzgl. neuen Technologien und Prozessen up-to-date bleiben.
Vorgesetztenverhalten
Das ist relativ stark von den Vorgesetzen abhängig. Wer eine erfahrene IT-Führungskraft als Vorgesetze(n) hat, kann hier Glück haben.
Es wurden aber einige neue Führungskräfte installiert, die den klaren Auftrag haben, sich zu beweisen und kritikfrei alles Mögliche und Unmögliche umzusetzen. Zudem wurden etliche Führungsposten durch die jeweiligen Gesellschafter politisch motiviert besetzt. Viele dieser Führungskräfte nutzen nach wie vor den Führungsstile der Jahrtausendwende. Servant Leadership ist grundsätzlich verpönt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind stark vom Standort abhängig.
Aktuell gibt es quasi alles, von modernen ergomischen Büros, bis zu nur bedingt für qualitätiv hohe Arbeit zumutbaren Arbeitsplätzen. Räume für konzentriertes Arbeiten sind allerdings durchgängig rar und haben sofern vorhanden die Größe von Telefonzellen.
Das IT-Equipment ist idR eheer unterdurchschnittlich. Notebooks, Workstations und Monitore sind eher für klassische Anwender gewählt und im Regelfall von den technischen Specs für seriöse IT-Mitarbeitende nicht ausreichend. Ausnahmen bei Notebooks/Workstations werden selten gemacht, bspw. für Entwickler oder die Führungskräfte. Bei den Monitoren gibt es schlichtweg Standard aus der untersten Mittelklasse oder Einsteigermodellen. 14 Zoll Notebook Screen reicht aus den Augen vieler aus.
Kommunikation
Trotz diverser eingeführter Formate hapert es hier mittlerweile massiv. Bereichs- und Teammeetings verkommen zu reinen Organisationsterminen, die durch die Führungskräfte als Frontbeschallung mit langen Monologen und häufig auch klassich top-down durchgeführt werden. Ein thematischer Austausch kommt aktuell viel zu kurz und wird sogar durch viele Führungskräfte bewusst unterbunden.
Hier gilt allerdings festzuhalten, dass dies in einigen Bereichen besser bis gut und in anderen Bereich widerum vollkommen unzureichend ist.
Gleichberechtigung
Hier lässt sich nicht negatives berichten. Sicher gibt es den ein oder anderen Bereich, wo durchaus noch Verbesserungspotentiale bestehen, allerdings hängt das idR auch an der jeweils verantwortlichen Führungskraft.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben gibt es natürlich, allerdings sind diese auch stark bereichsabhängig. In vielen Bereichen haben die Mitarbeitenden sich um fortlaufende Routinearbeiten zu kümmern, die mit stetiger Effizienzsteigerung abgearbeitet werden müssen.

