Unverständliche Entscheidungen seitens der Geschäftsführung
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Kollegenzusammenhalt
- Pünktliches Gehalt
- Spannende Aufgaben
- Möglichkeit, auch als "normaler" Mitarbeiter Verantwortung zu übernehmen und in entscheidenen Rollen in großen Projekten mitzuwirken.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Gefühlte Kollektivhaftung, wenn es gerade schlecht in einem Bereich läuft. Dann müssen alle darunter leiden.
- Der Sparkurs: Es wird zwar gesagt, dass Budget freigemacht werden kann, man merkt aber überall, dass selbst kleine Investitionen von 100€ stark hinterfragt werden. Ausstattung wie Maus, Tastatur und Headset muss man meist von einem Vorgänger übernehmen => Hygiene. Dies kann aber auch abhängig von der Region sein.
- Weitere Negativpunkte befinden sich in der Bewertung. Diese möchte ich hier nicht wiederholen
Verbesserungsvorschläge
- Dringend flexibler werden und mobiles Arbeiten nicht als Dogma herunterbeten, sondern leichter individuelle Absprachen ermöglichen, bspw. mit L3/L4.
- mehr in die Standorte und die Ausstattung von Mitarbeitenden investieren
- Mitarbeitende ordentlich ausbilden und auch neues, junges Personal wieder national ausbilden und langfristig binden.
- Kommunikation, bzw. das Timing hiervon, verbessern
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre im Team ist zwar stets freundlich, ABER wie bereits einige Vorgänger berichtet haben, ist selbst nach einiger Zeit als "nationale IT" wenig von vereinheitlichten Prozessen zu merken. Mitarbeiter müssen sich selbst um Zugänge kümmern, die Freigabeprozesse sind dabei je Region unterschiedlich und erfordern manchmal sogar noch das ausfüllen und einscannen von Antragsformularen. Es werden mittlerweile schon von oben Aufgaben delegiert, für die nicht einmal Zugangsdaten vorhanden sind. Offensichtlich blickt hier selbst die Etage über den direkten Vorgesetzten nicht mehr durch. Hier müssen auf jeden Fall die Prozesse vereinheitlicht werden, manchmal läuft man den notwendigen Berechtigungen tage oder sogar wochenlang hinterher - das kostet Geld.
Image
Intern sowie extern hat die EDEKA IT in meinem Umfeld kein gutes Image. Selbst Bekannte, mit denen ich normalerweise nicht über berufliche Themen spreche, fragen mich, ob es in dem Unternehmen wirklich so chaotisch sei. Zudem ist weitläufig bekannt, dass Standorte eher abgebaut statt aufgebaut werden. Die Ausbildung wurde an den meisten Standorten eingestellt. Zu Beginn der EDEKA IT wurde angekündigt, dass die Standorte eher erweitert werden. Davon ist jetzt, knapp drei Jahre später, nichts mehr von zu spüren.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich sehr gut gewesen. An einigen Tagen muss man zwar etwas länger arbeiten um die Stabilität zu gewährleisten, aber man war zumindest direkt zuhause. Mit der neuen Regelung zum mobilen Arbeiten muss man sich die Work-Life-Balance selbst herstellen (Strikte Einhaltung der vereinbarten Arbeits- und Kernzeiten). Ansonsten würde durch den zusätzlichen Fahrtaufwand zu viel Zeit verloren gehen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mitarbeiter haben sechs Jahre lang im mobilen Arbeiten gearbeitet und müssen sich nun komplett umstellen. Einige sind in der Zeit weggezogen und haben eien Fahrtzeit von circa zwei Stunden zum nächsten Standort - 1x die Woche eventuell machbar, aber drei Mal schon eine gewaltige Kostensteigerung (zusätzlich zum Zeitaufwand). Betrachtet man dies und die derzeitige Spritkostensituation, wirkt dies nicht gerade sozial oder umweltbewusst.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen werden intern angeboten. Offizielle SAP-Schulungen beziehungsweise Zugang zum Learning Hub? Nicht möglich. Stattdessen werden Beraterschulungen angeboten. Finanzielle Unterstützung bei eigenen Weiterbildungsmaßnahmen? Hier wird zwar seit Monaten immer wieder ein Interesse bekundet, verläuft dann aber auch im Sande. Es scheint, als wolle man die Mitarbeiter nicht weiterbilden respektive spezialisieren sondern eher möglichst breit als Arbeitsdrohnen einsetzen, frei dem Motto Quantität vor Qualität.
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegen sind wirklich toll. Die Zusammenarbeit, auch teamübergreifend, ist bei uns im Geschäftsbereich echt gut. Mit allen Kollegen kann ich mich gut unterhalten. Bei Teamevents, die wohl jedes Jahr mindestens 1x statfinden sollen, kommt man auch gut ins Gespräch. Bisher sind hier keine Reibungspunkte untereinander entstanden. Das ist auch, trotz der großen Entfernung zwischen den Personen, der größte Pluspunkt an der EDEKA IT.
Vorgesetztenverhalten
Die direkten Vorgesetzten (Teamleiter, L4) sind freundlich und auch mit dem L3 kann man sich gut unterhalten. Die Ebene darüber wirkt oft realitätsfern. Es kommt so rüber, als wenn man sich ab einer gewissen Flughöhe nicht mehr um die Belange des Fußvolks kümmern wolle.
Arbeitsbedingungen
Das Büro ist zwar neu, aber die Ausstattung ist bereits in die Jahre gekommen. Beim letzten Umzug wurde kaum investiert. Tische? Zum Großteil starr und nicht verstellbar, Ausnahme zwei höhenverstellbare Tische über alle Büroräume. Stühle? Veraltet und zum Teil defekt, es gehen einige Funktionen nicht mehr. Bildschirme und Dockingstationen? Ebenfalls teilweise defekt. Es gibt keinen mir bekannten Ansprechpartner am Standort, den man übner solche Missstände informieren könnte. Lärmschutzwände? Waren wohl mal geplant, aber dann zu teuer und wieder verworfen worden - so lautet zumindest der Flurfunk.
Kommunikation
Kommunikation findet in turnusmäßig durchgeführten Veranstaltungen auf Unternehmens-, Geschäftsbereichs- und Teamebene statt. Seit neuestem wird wieder ein offeneres Stellen von Fragen ermöglicht, das ist auf jeden Fall ein Pluspunkt. Negativ ist hierbei, dass große Änderungen sehr kurzfristig kommuniziert werden. Benefits fallen weg? Info erfolgt drei Tage vorher. Nach sechs Jahren wieder drei Tage die Woche ins Büro? Info erfolgt nicht einmal zwei Wochen vorher. Das geht definitiv besser, der Flurfunk ist meist schneller. Dieser existiert aber laut einigen Personen in Geschäftsführungsnähe ja nicht digital ;)
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist in meinem Fall in Ordnung. Allerdings habe ich nicht das Gefühl in nächster Zeit große Sprünge zu machen. Für Gehaltssteigerungen muss ein Entwicklungsplan ausgefüllt werden, in dem konkrete Ziele für die Zukunft genannt werden müssen. Die Erfolge aus der Vergangenheit? Hierfür anscheinend irrelevant. Zudem wird mit so einem Plan wohl nur eine Gehaltssteigerung von 1-3% möglich. Das gleicht dann gerade einmal die Inflation aus. Einen Tarifvertrag gibt es nicht, das Gehalt ist rein außertariflich.
Interessante Aufgaben
Die Arbeitsgestaltung ist sehr frei und man hat kaum Vorgaben wie man zu arbeiten hat (Stichwort Micromanagement). Die Aufgaben sind dabei auch spannend und man kann frei in Themen abtauchen oder sich anderweitig sinnvoll beschäftigen. Es gibt immer etwas zu tun und langeweilig kommt so gut wie nie auf.

