Eine Kultur des Misstrauens gepaart mit grottiger Kommunikation - stets zu Lasten des Mitarbeiters
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kantine ist großartig und vor allem neuerdings mit der 4. Gerichtoption (Bowl). Außerdem gibt es erstmalig in der Geschichte seit wenigen Monaten kostenlosen Kaffee aus dem Automaten. Das Gehalt ist gut, aber es kommt in den letzten Monaten zunehmend die Frage auf den Gängen auf, ob es gut genug für das ist, was man hier so erlebt. Soviel zu den Highlights.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es gibt keine Vertrauenskultur, außer sie ist zu Gunsten des Arbeitgebers (Vertrauensarbeitszeiterfassung ohne Option die notwendigen Überstunden ernsthaft vor Verfall abzubauen).
Es gibt keine richtige Wertschätzung überdurchschnittlicher Arbeit im Kontext von Erhöhungen über das Durchschnittsniveau hinaus.
Es gibt keine echte Förderung von Unternehmenskultur, da die gemeinsame Strategie unbekannt ist und jegliche Unternehmensfeiern entweder komplett oder durch sehr magere Budgets abgeschafft worden sind.
Verbesserungsvorschläge
EDEKA ist in vielen Punkten weit der modernen Zeit hinterher. Das gilt nicht nur für den Umgang und die Einbeziehung der Mitarbeiter, sondern auch technisch.
Arbeitsatmosphäre
Trotz größtem Bemühen der Team- und Abteilungsleiter getrübt durch das Misstrauen in die Mitarbeiter und die schlechte Kommunikation.
Image
Extern ziemlich gut.
Work-Life-Balance
Die Erwartungshaltung an Vor-Ort-Verfügbarkeit und das Misstrauen gegenüber den Mitarbeitern, machen die Planung von Familie und dem Leben neben der Arbeit schwer. Hauptproblem ist, dass diese Erwartungshaltung sich in direkten Maßnahmen widerspiegelt und weniger in einer definierten Richtlinie, der man als Mitarbeiter dann gut hätte folgen können. Beispiel ist die Erwartungshaltung scheinbar, dass Freitagnachmittags in allen Teams ein Ansprechpartner da ist. Da davon Keiner wusste und dementsprechend keine Absprachen im Team vorlagen, wurde hart durchgegriffen und im Ergebnis gibt es auch weiterhin keine solche Absprache im Team nur mehr Chaos.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt Angebote und meine Führungskraft fördert mich dahingehend auch, aber die massiv repetitiven Aufgaben einzelner Kollegen, haben Fließbandcharakter - da gibts keinen Ansatzpunkt für sinnvolle Weiterbildung. Es müsste ein Zeitkontingent zur Optimierung dieser Prozessketten geben, aber durch das Chaos, was v.a. mangels klarer Kommunikation entsteht, ist hierfür nie Zeit.
Gehalt/Benefits
Vergleichbar mit anderen Konzernen. Tarifvertrag führend und das Gehalt ist recht gut. Ich bin überzeugt davon, dass dieses Kriterium maßgeblich für viele ist, über die ganzen Negativmerkmale hinwegzusehen. Das kippt aber langsam spürbar.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Viele Intranetaktionen etc. und definitiv präsent im Unternehmen. Das deckt sich gut mit dem äußeren Empfinden durch die EDEKA Werbung, finde ich.
Kollegenzusammenhalt
Stark abhängig vom Team. Bei uns gut.
Umgang mit älteren Kollegen
In Ordnung.
Vorgesetztenverhalten
Teamindividuell oft in Ordnung, aber man bekommt dann mit wie die Kommunikation zu eigenen Vorgesetzten läuft und wie unklar die Entscheidungen/ Anforderungen sind, die man dann über 3 Ecken weitergegeben bekommt. Am Ende entstehen dadurch oft Mehrarbeit und frustrierende Ergebnisse mit frustrierenden Arbeitstagen.
Arbeitsbedingungen
Man erhält das Nötigste.
Kommunikation
Eine derart unzureichende Kommunikation habe ich in den vielen Berufsjahren noch nie zuvor erlebt. Man erfährt in der Lebensmittelzeitung regelmäßig eher von Updates, als aus internen Kanälen und es werden regelmäßig ohne Kommunikation Entscheidungen getroffen, die den Mitarbeiter stark beeinflussen. Das aktuellste Beispiel ist das streichen der Homeofficetage ohne "wichtigen Grund", wobei die Teams nun eine Art Challenge daraus machen, das Muster zu erkennen. Jedoch gibt es keines. Der eine familiäre Grund kann eine Woche funktionieren und die nächste Woche nicht mehr.
Gleichberechtigung
Lobenswert und in meiner Wahrnehmung auch in bemühter Umsetzung.
Interessante Aufgaben
Sehr stark abhängig von der Rolle innerhalb des Teams. Ich bin überzeugt davon, dass bei uns mindestens ein Mitarbeiter mit seinen Aufgaben durch Automatisierung ersetzt werden könnte, wenn besser Anforderungen an den Output kommuniziert würden und es klare Kommunikationsprozesse auf Arbeitsebene gäbe. Ein Großteil der Arbeit entsteht, weil jemand etwas nicht sauber eintragen oder selber nicht sauber kommuniziert bekommen hat...

