eder GmbH Ostfildern: Kurzfristiges Profitdenken statt langfristiger Verantwortung
Gut am Arbeitgeber finde ich
– 30 Tage Urlaub (keine Selbstverständlichkeit in der Branche)
– Kollegenzusammenhalt in manchen Teams
– Direkte Vorgesetzte meist bemüht und fair
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
– Widersprüchliche Kommunikation (Gewinne ca. 1 Mio pro Jahr, neue Autos, Feiern vs. Kündigungen)
– Arbeitsbedingungen und Bezahlung in Teilen schwach
– Kaum Weiterbildungsmöglichkeiten
– Unsicherheit durch kurzfristige Entlassungen
Verbesserungsvorschläge
– Faire und transparente Kommunikation, insbesondere in schwierigen Zeiten.
– Statt kurzfristiger Gewinnmaximierung Rücklagen bilden und in Mitarbeitende investieren.
– Weiterbildung und moderne Arbeitsbedingungen stärker fördern.
– Führungskultur weg von Angst & Abmahnungen, hin zu Vertrauen.
Arbeitsatmosphäre
Sehr unterschiedlich: In manchen Teams kollegial und angenehm, in anderen angespannt. Spürbar war, dass Druck von oben oft ungefiltert nach unten weitergegeben wurde. Gegen Jahresende verschlechterte sich die Stimmung deutlich, nicht zuletzt durch mehrere Abmahnungen kurz vor Weihnachten – auch gegenüber langjährigen Mitarbeitenden, die eigentlich im Sinne der Firma pragmatisch gehandelt hatten. Das wirkte wie „Führung mit Angst“, was unnötig demotiviert hat.
Kommunikation
Es gibt regelmäßige Quartals-Updates mit Infos zu Projekten, Organisation und wirtschaftlicher Lage. Inhaltlich schwankte der Mehrwert. Besonders irritierend war der Kontrast: Nach außen wurde mit „besorgtem, aber optimistischem Blick“ informiert, gleichzeitig standen neue Firmenwagen auf dem Hof, im Dezember wurde im Szene-Restaurant gefeiert – und kurz darauf folgten Kündigungen. Das wirkte mindestens unglücklich und wenig glaubwürdig.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb einzelner Teams stark, insgesamt aber sehr unterschiedlich ausgeprägt.
Work-Life-Balance
Es gelten Kernarbeitszeiten ohne echte Gleitzeit. Das Überstundenmodell sah vor, dass bis zu 45 Stunden pro Woche ohne Ausgleich geleistet werden müssen. Darüber hinaus konnten Überstunden teils abgefeiert werden – in der Praxis wurde aber regelmäßig auf die 45 Stunden verwiesen. Betriebsferien bedeuten Zwangsurlaub (z. B. Weihnachten). Mobiles Arbeiten ist möglich, hängt aber stark vom Vorgesetzten ab. Ausstattung muss man teilweise selbst besorgen.
Vorgesetztenverhalten
Direkte Vorgesetzte waren überwiegend fair und verlässlich, auch wenn nicht immer fachlich passend besetzt. Die Kommunikation seitens Geschäftsführung war dagegen ausbaufähig: Entlassungswellen Ende 2024/Anfang 2025 waren nicht absehbar. Dass gleichzeitig Inflationsprämien im vierstelligen Bereich, neue Dienstwagen für Mitarbeitende ohne Führungsverantwortung und eine aufwändige Weihnachtsfeier finanziert wurden, passte nicht zu der angeblich „kritischen Lage“. Das weckte den Eindruck, dass eher auf schöne Zahlen für einen möglichen Exit der Geschäftsführung abgezielt wurde als auf nachhaltige Stabilität.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben entsprachen den Erwartungen und waren inhaltlich interessant.
Arbeitsbedingungen
Standardausstattung, aber eher schlicht: keine höhenverstellbaren Tische, keine externe Webcam. Für mobiles Arbeiten muss man sich teils selbst Peripherie beschaffen. Büro ist klimatisiert.
Gehalt/Benefits
Sehr unterschiedlich je nach Bereich. Teilweise in Ordnung, in kreativen Funktionen aber schwach. „So ist die Branche“ wird hier als Argument genutzt, ändert aber nichts daran, dass es unbefriedigend ist.
Image
Während meiner gesamten Zeit im Unternehmen habe ich kaum positives Feedback über die Firma oder die Geschäftsleitung gehört. Abgesehen von einer Inflationsausgleichsprämie gab es keine Anlässe für echte Anerkennung – im Gegenteil.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung spielte kaum eine Rolle. Beförderungen oder neue Verantwortungen erfolgten ohne strukturierte Vorbereitung, eher „learning by doing“.