Große Versprechen, kaum Selbstreflexion und Defizite in der Führung. Wer es planlos und chaotisch mag...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen ist in einem grundsätzlich interessanten und zukunftsorientierten Bereich tätig und die Produkte haben durchaus Potenzial. Auch unter den Mitarbeitenden gibt es viele engagierte Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leider wird das erbrachte Engagement von der Führungsebene aus meiner Sicht kaum wahrgenommen oder wertgeschätzt. Viele Mitarbeitende investieren viel Einsatz in ihre Arbeit, ohne dass dies entsprechend anerkannt wird.
Der Arbeitsalltag ist stark von Chaos und fehlender Planung geprägt. Das betrifft nicht nur einzelne Bereiche, sondern zieht sich durch viele beziehungsweise nahezu alle Abteilungen. Prozesse sind oft unklar, Entscheidungen werden kurzfristig geändert und eine langfristige Planung ist selten erkennbar. Auch bei der Weiterentwicklung von Produkten entsteht häufig der Eindruck, dass vieles eher spontan als nach einem klaren Plan geschieht.
Auffällig ist außerdem die personelle Ausrichtung. In vielen Bereichen wirkt es so, als würde bewusst eher auf sehr junge oder unerfahrene Mitarbeitende gesetzt. Intern fällt in diesem Zusammenhang häufiger der Ausdruck „Jugend forscht“. Erfahrung scheint dagegen weniger gefragt zu sein, teilweise entsteht sogar der Eindruck, dass erfahrene Personen eher vermieden werden, da diese Schwachstellen schneller aufzeigen und Dinge kritisch hinterfragen.
Durch den Mangel an erfahrenen Mitarbeitenden fehlt häufig auch die Möglichkeit, von vorhandener Expertise zu lernen. Eine echte Weiterentwicklung ist dadurch schwierig. Schulungen oder strukturierte Weiterbildungsangebote sind nach meinem Eindruck ebenfalls kaum vorgesehen.
Auch die Fehler- und Führungskultur lässt zu wünschen übrig und die Kommunikation im Unternehmen ist sehr eingeschränkt. Wichtige Informationen werden oft nicht weitergegeben, was zu Unsicherheiten und unnötigen Reibungsverlusten führt.
Teilweise entsteht zudem der Eindruck, dass der Unterschied zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerrolle nicht immer klar verstanden oder gelebt wird.
Schade ist das vor allem deshalb, weil das Unternehmen eigentlich engagierte Schade ist das vor allem deshalb, weil das Unternehmen eigentlich engagierte Mitarbeitende und ein interessantes Geschäftsfeld hat. Mit mehr Struktur, Planung, besserer Kommunikation und einer stärkeren Einbindung von Erfahrung könnte vieles deutlich besser laufen.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Struktur und Planung in allen Abteilungen sowie klar definierte Prozesse und langfristige Strategien. Eine offene und reflektierte Fehlerkultur sollte etabliert werden, in der Probleme konstruktiv aufgearbeitet werden können. Ebenso ist eine deutliche Verbesserung der Führungskultur und des respektvollen Umgangs mit Mitarbeitenden notwendig, einschließlich mehr Wertschätzung für Engagement und Leistung.
Zudem sollte stärker auf erfahrene Fachkräfte gesetzt und deren Wissen aktiv genutzt werden, um Mitarbeitenden Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Strukturierte Weiterbildungsangebote und Schulungen würden ebenfalls helfen, die fachliche und persönliche Entwicklung zu fördern.
Darüber hinaus wäre eine deutlich transparentere Kommunikation im Unternehmen wichtig, damit Informationen rechtzeitig weitergegeben werden und Mitarbeitende ihre Aufgaben auf einer klaren Grundlage erfüllen können.
Arbeitsatmosphäre
Chaotisch, laut und unstrukturiert. Home-Office ist möglich, aber nicht erwünscht.
Im Laufe der Zeit hat die Arbeitsatmosphäre durch zunehmenden Druck, Chaos und Stress deutlich nachgelassen. Unrealistische Termine führen regelmäßig dazu, dass der daraus entstehende Mehraufwand von den Mitarbeitenden abgefangen werden soll.
Anerkennung und Lob erhalten dabei häufig eher diejenigen, die sich vor dem Inhaber gut darstellen oder Verantwortung für Fehler auf andere abwälzen. Der häufige und teilweise sehr spontane Wechsel in der strategischen Ausrichtung sorgt zusätzlich für Unsicherheit und bringt viel Unruhe und Chaos in den Arbeitsalltag.
Image
Zu Beginn herrscht häufig eine positive und zukunftsorientierte Grundstimmung. Diese anfängliche Begeisterung lässt jedoch im Arbeitsalltag schnell nach, da die Rahmenbedingungen und das Führungsverhalten die Motivation und Stimmung deutlich beeinflussen. Statt einer langfristigen Förderung von Engagement entsteht teilweise der Eindruck, dass die anfängliche Motivation nicht nachhaltig erhalten bleibt.
Work-Life-Balance
Es wird grundsätzlich Rücksicht auf private Belange und die Work-Life-Balance genommen. Einzelne Home-Office-Tage wurden geduldet, waren jedoch nicht immer gerne gesehen. Das Arbeiten im Großraumbüro war aufgrund der Geräuschkulisse und Ablenkungen oft herausfordernd, sodass konzentriertes Arbeiten teilweise schwer fiel. Der Arbeitsdruck war hoch, da regelmäßig neue Herausforderungen und organisatorische Probleme auftraten, die selbst verursacht sind und den Arbeitsalltag zusätzlich belasteten.
Karriere/Weiterbildung
Es werden regelmäßig Erwartungen und Entwicklungsmöglichkeiten in Aussicht gestellt, die in der Praxis jedoch nur eingeschränkt realisierbar sind. Aufgrund flacher Hierarchien und begrenzter Weiterbildungsangebote sind berufliche und fachliche Entwicklungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Eine strukturierte Förderung oder der Aufbau von Expertise, von der man lernen könnte, ist kaum erkennbar. Wer sich gezielt weiterentwickeln und Karriere machen möchte, findet hierfür nur begrenzte Möglichkeiten.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist grundsätzlich gut, ebenso die Rahmenbedingungen mit 35 Urlaubstagen, Gleitzeit und einem Wellpass-Angebot. Überstunden können jedoch nicht durch Gleittage abgebaut werden, sodass ein flexibler Ausgleich von Mehrarbeit nur eingeschränkt möglich ist. Die Arbeitgeberrente bzw. vermögenswirksamen Leistungen sind an vorgegebene Produkte einer bestimmten Bank gebunden, wodurch eine freie Produktauswahl nicht besteht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Eine systematische Mülltrennung ist nicht erkennbar. Viele Materialien und Produkte werden aus dem Ausland – häufig aus China – bezogen, was durch lange Transportwege zu höheren Emissionen und Kosten führt. Regionale oder deutsche Zulieferer werden nur in geringem Umfang berücksichtigt. Ein ausgeprägtes Sozial- oder Nachhaltigkeitsbewusstsein ist aus meiner Sicht kaum erkennbar.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Kolleginnen und Kollegen herrscht grundsätzlich eine große Hilfsbereitschaft und ein guter Zusammenhalt – sowohl innerhalb der Abteilungen als auch abteilungsübergreifend. Man unterstützt sich gegenseitig und versucht, gemeinsam Lösungen zu finden. Dieses Miteinander war aus meiner Sicht ein wichtiger positiver Faktor. Allerdings entstand teilweise der Eindruck, dass dieser Zusammenhalt nicht immer aktiv gefördert oder positiv gesehen wurde. Wie in jedem Umfeld gibt es einzelne Ausnahmen, insgesamt überwiegt jedoch die Unterstützung untereinander.
Umgang mit älteren Kollegen
Es wird gezielt auf junge Leute gesetzt.
Vorgesetztenverhalten
Aus meiner Wahrnehmung fehlte es auf Führungsebene an ausreichender Erfahrung und einem klar strukturierten Vorgehen. Entscheidungen wirkten häufig planlos und wenig durchdacht, was zu zusätzlichem Druck und organisatorischem Chaos führte. Statt Wertschätzung für geleistete Arbeit entstand oft der Eindruck, dass vor allem Erwartungen und Druck im Vordergrund standen. Konstruktives Feedback oder Hinweise auf Probleme wurden nicht immer offen aufgenommen, sodass ein echter Austausch und eine Weiterentwicklung nur eingeschränkt möglich waren.
Arbeitsbedingungen
Das Großraumbüro war häufig laut, wodurch konzentriertes Arbeiten teilweise erschwert wurde – auch wenn die technische Ausstattung und der Arbeitsplatz grundsätzlich gut waren. Zusätzlich erschwert das wechselhafte Klima im Büro den Arbeitsalltag: Heizung und Kühlung funktionieren nicht zuverlässig, sodass es mal zu warm, mal zu kalt ist und die Luft oft verbraucht wirkt.
Kommunikation
In vielen Fällen funktioniert der informelle Austausch unter Kolleginnen und Kollegen zuverlässiger als die offizielle Weitergabe von Informationen. Häufig erfährt man Neuigkeiten zuerst über Kollegen, bevor sie offiziell kommuniziert werden. Auch die Art der Kommunikation wirkt teilweise wenig strukturiert. Auf Führungsebene fehlt es dabei aus meiner Sicht oft an Erfahrung und dem nötigen Feingefühl im Umgang mit Mitarbeitenden. In Gesprächen oder Besprechungen entsteht zudem häufig der Eindruck, dass ein echter Austausch kaum stattfindet – Wortmeldungen oder Argumente zu Entscheidungen haben nur selten Raum.
Gleichberechtigung
Nach meinem Eindruck werden Mitarbeitende nicht immer gleich behandelt. Erfahrung und langjährige Expertise scheinen teilweise weniger Gewicht zu haben, wodurch erfahrene Kolleginnen und Kollegen seltener eingebunden oder berücksichtigt werden. Zudem entsteht der Eindruck, dass Weiterentwicklungsmöglichkeiten und individuelle Förderung nur begrenzt im Fokus stehen. Eine stärkere Gleichbehandlung und Wertschätzung unterschiedlicher Erfahrungshorizonte könnte aus meiner Sicht zur Verbesserung beitragen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind vielfältig und bieten grundsätzlich die Möglichkeit, eigene Ideen und Engagement einzubringen. Unterschiedliche Tätigkeitsbereiche sorgen für Abwechslung und erlauben es, sich mit verschiedenen Themen auseinanderzusetzen.