Entwicklung zum Klischee-Konzern
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das hohe Gehaltslevel und sonstigen Benefits. Den guten Zusammenhalt im Team.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Unfaire Gehaltsverteilung. Schlechte / unausgebildete Führungskräfte. In den letzten Jahren katastrophale Managemententscheidungen, die immer nur die Mitarbeiter ausbaden müssen. Regelmäßige Umstrukturierungen, die einen nie zur Ruhe kommen lassen. Langwierige, bürokratische interne Prozesse.
Verbesserungsvorschläge
Stellt die Mitarbeiter wieder an erster Stelle und nicht die Gewinnmaximierung. Lasst ihnen wieder mehr Freiheiten und auch die Zeit / Ressourcen die Arbeit ordentlich zu machen, dann kommen die Gewinne von allein. Hört mehr auf eure Mitarbeiter, denn sie sind die Experten, statt auf Beraterfirmen, die nichts anderes können als Cost Cutting für kurzfristig höhere Gewinne ohne Nachhaltigkeit und auf dem Rücken der Mitarbeiter. Seid ehrlicher und offen zu euren Mitarbeitern, denn es durchschaut eh jeder das Politikersprech.
Arbeitsatmosphäre
Vor einigen Jahren ist man noch gerne zur Arbeit gegangen. Inzwischen ist jeder so überarbeitet und gestresst, dass es trotz gutem Zusammenhalt unter den Kollegen, eher gedämpfte Stimmung herrscht. Dazu kommen alle 2-3 Jahre Umstrukturierungen, damit man auch ja nicht zur Ruhe kommt und jeder hofft, morgen noch einen Job zu haben (oder vielleicht auch nicht).
Früher hatte man eher das Gefühl, dass die Mitarbeiter der Kern des Unternehmens sind, und auch wenn ein Unternehmen profitabel sein muss, der Gewinn nicht an erster Stelle stand. Heute geht es im Grunde nur noch um Gewinnmaximierung um jeden Preis und auf Kosten der Mitarbeiter. Eben ein Klischeekonzern.
Image
Energieversorger sind wohl generell eher schlecht angesehen. Ich denke in den meisten Fällen zurecht.
Work-Life-Balance
Anfangs mit Corona mit hohem Home Office Anteil erst sehr gut, wird inzwischen wieder stark auf mehr Büroanwesenheit gedrängt, auch wenn es kaum plausible Gründe dafür gibt bzw. die Gründe für HO deutlich überwiegen. Man merkt deutlich den unterschwelligen Vorwurf, man würde daheim zu wenig leisten, obwohl man Corona, Energiekrise und sonstigen hausgemachten Probleme mit Bravour gemeistert hat und auch noch Rekordgewinne erzielt hat.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen sind möglich. Wer Karriere machen möchte, setzt eher auf Sichtbarkeit und Netzwerken.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist oft überdurchschnittlich gut und ist für die meisten der Hauptgrund den AG nicht zu wechseln. Leider ist die Verteilung aber sehr ungerecht, sonst würde ich 5 Sterne geben. Bei gleicher Arbeit hängt es stark davon ab, bei welchem Standort / Bereich man angestellt ist und wie sehr sich Vorgesetzte für einen einsetzen (Nasenfaktor). Leistung hat leider nur minimal mit der Gehaltsentwicklung zu tun.
Kollegenzusammenhalt
Auf Arbeitsebene ist der Zusammenhalt sehr gut, auch wenn viele Themen trotzdem stocken, wenn man Unterstützung von Kollegen benötigt, weil alle völlig überlastet sind mit ihren Themen. Aber man hält zusammen, weil alle im gleichen (sinkenden) Boot sitzen.
Vorgesetztenverhalten
Viele Vorgesetzte sind, wie der Name sagt, einfach nur Vorgesetzte oder Verwalter ihrer Teams. Die wenigsten sind echt Führungskräfte / Leader, die sich für ihr Team einsetzen, weiterentwickeln oder den Rücken freihalten. Kaum einer hat psychologische Grundkenntnisse oder ein Gespür dafür wie man Mitarbeiter führt. Sie sind meistens nur Schnittstelle zur nächsten Hierarchieebene und wollen, dass ihre Kennzahlen grün sind, damit sie selbst nach oben gut dastehen. Wie dies erreicht wird ist egal, häufig leider durch Druck auf Mitarbeiter.
Arbeitsbedingungen
Bis auf manche Großraumbüros (Lärmpegel) kann man sich über die Ausstattung nicht beschweren. Man bekommt eigentlich alles was man zum Arbeiten braucht und moderne Ausstattung. HSE wird groß geschrieben.
Kommunikation
Kommuniziert wird in den letzten Jahren immer mehr, allerdings eher nach dem Motto "viel geredet, aber nichts gesagt". Es werden die immer gleichen Floskeln, Euphemismen und Buzzwords zur Unternehmenskultur, Programmen und Umstrukturierungen runtergebetet, die kein Mitarbeiter, der schon länger dabei ist, noch für voll nehmen kann. Unangenehme Themen / Fragen werden meistens ignoriert oder mit besagten Floskeln abgefrühstückt, ohne wirklich eine befriedigende Antwort zu geben. Seit Kurzem reden alle nur noch in Fußballmetaphern wie "Wir sind Playmaker", "Wir müssen wieder Tore schießen" und führen "Kabinengespräche"...
Gleichberechtigung
Eigentlich wird jeder akzeptiert und ins Team eingebunden. Lediglich Sprachbarrieren sind manchmal noch ein kleines Problem.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich gibt es viele und abwechslungsreiche Aufgaben im Konzern, aber ohne sich wo anders zu bewerben (meistens dann auch ein anderer Standort) hat man wenig Chancen. Viele sind so überarbeitet, dass zusätzliche neue Themen nicht mehr bewältigt werden können und die alten Aufgaben übernimmt sonst auch niemand.


