Starke Kollegialität trotz erheblicher organisatorischer Mängel
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorheben möchte ich die hohe Selbstständigkeit der Auszubildenden. Mit wenigen Ausnahmen waren diese in der Lage, eigenverantwortlich zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und sich in komplexe Themen einzuarbeiten. Auch die von der Ausbildungsabteilung geschaffenen Strukturen und Angebote halte ich grundsätzlich für gut durchdacht und engagiert umgesetzt.
Gleichzeitig entstand gegen Ende meiner Zeit der Eindruck, dass die Auszubildenden zunehmend auf sich allein gestellt waren. Dies lag meiner Wahrnehmung nach jedoch nicht an fehlendem Engagement, sondern vielmehr an der erheblichen Überlastung der Ausbilderin durch zusätzliche Aufgaben sowie an der eingeschränkten Verfügbarkeit des zweiten Ausbilders. Dadurch fehlte teilweise die notwendige fachliche Begleitung und Unterstützung, sodass die Auszubildenden objektiv betrachtet häufiger als sinnvoll auf sich allein gestellt waren. Insbesondere bei Nachwuchskräften sehe ich hierin eine kritische Entwicklung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Irrationales und teils cholerisches Führungsverhalten, mangelndes Vertrauen, ausgeprägte Kontrollneigung (Micromanagement), fehlende Wertschätzung, kein Lob oder positives Feedback, schlechte Work-Life-Balance, hohe Belastung bei Go-Lives, teils grenzwertige Arbeitszeiten, mangelnde Einbindung des Standorts, Gefühl eines fehlenden Bekenntnisses zum Standort, allgemeine Unzufriedenheit, kaum weibliche Repräsentation, aus meiner Sicht unterbezahlte weibliche Führungskraft, veraltete Hardware, unzureichende technische Ausstattung, unerträgliche Bürotemperaturen im Sommer, Kellerräume als Rückzugsort vor der Hitze, kaum relevante Benefits, unterdurchschnittliche Vergütung, hohe Anforderungen bei geringer Gegenleistung, bröckelnde Reputation bei Kunden, sinkendes Kundenvertrauen, praktisch keine Weiterbildungsmöglichkeiten, fehlende Entwicklungsperspektiven, interessante Aufgaben werden durch die Rahmenbedingungen zur Belastung, bekannte Probleme werden nicht nachhaltig angegangen, mangelnde Investitionen in Mitarbeitende, Standort und Arbeitsumgebung.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht beginnt jede nachhaltige Verbesserung mit einer grundlegenden Neuausrichtung der Führungskultur. Das derzeitige Führungsverhalten ist aus meiner Wahrnehmung von Misstrauen, Kontrollbedürfnis, geringer Wertschätzung und teilweise unangemessenen Umgangsformen geprägt. Solange sich daran nichts ändert, werden viele der bestehenden Probleme bestehen bleiben.
Darüber hinaus sollte das Unternehmen:
Eine moderne Führungskultur etablieren, die auf Vertrauen, Eigenverantwortung, Transparenz und respektvoller Kommunikation basiert.
Die Vergütungsstruktur überprüfen, insbesondere für spezialisierte Fachkräfte und Führungskräfte mit hoher Verantwortung, deren Gehalt nach meinem Eindruck nicht dem Markt entspricht.
In die Arbeitsbedingungen investieren, sowohl in zeitgemäße Hardware als auch in eine Verbesserung der räumlichen Gegebenheiten, insbesondere im Hinblick auf die Temperaturen während der Sommermonate.
Weiterbildungsangebote schaffen, um Mitarbeitende fachlich und persönlich weiterzuentwickeln und langfristig an das Unternehmen zu binden.
Den Standort stärker einbinden, damit Mitarbeitende nicht das Gefühl haben, im Gesamtunternehmen keine Rolle zu spielen.
Eine echte Anerkennungskultur etablieren, in der gute Leistungen wahrgenommen, wertgeschätzt und entsprechend honoriert werden.
Die Work-Life-Balance ernst nehmen, insbesondere während kritischer Projektphasen und Go-Lives.
Attraktive Benefits einführen, die über die üblichen Corporate Benefits hinausgehen und einen echten Mehrwert für Mitarbeitende schaffen.
Aktuell entsteht für mich der Eindruck, dass viele Probleme bekannt sind, jedoch weder konsequent adressiert noch nachhaltig gelöst werden. Ohne grundlegende Veränderungen in Führung, Kommunikation und Wertschätzung wird es aus meiner Sicht schwierig sein, Motivation, Bindung und Zufriedenheit der Mitarbeitenden langfristig zu sichern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist von mangelndem Vertrauen und fehlender Wertschätzung geprägt. Positive Rückmeldungen oder Anerkennung für gute Leistungen erfolgen aus meines Sicht faktisch nicht.
Image
Aus meiner Sicht lebt das Unternehmen derzeit noch von seinem historischen Ruf. Bei mehreren Kunden bröckelt das Vertrauen jedoch zunehmend, da Erwartungen nicht erfüllt werden oder die Qualität der Zusammenarbeit nachlässt. Diese Entwicklung birgt aus meiner Sicht ein erhebliches Risiko für die langfristige Reputation.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance wird insbesondere in Go-Live-Phasen erheblich beeinträchtigt. Die dabei anfallenden Arbeitszeiten bewegen sich teilweise an der Grenze des arbeitsrechtlich Zulässigen oder darüber hinaus.
Karriere/Weiterbildung
Aus meiner Sicht spielt die Weiterbildung von Mitarbeitenden faktisch keine Rolle. Strukturierte Entwicklungsprogramme, relevante Schulungen oder eine aktive Förderung sind kaum vorhanden. Dies vermittelt den Eindruck, dass die langfristige Entwicklung der Mitarbeitenden keinen ausreichenden Stellenwert besitzt.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist insgesamt stark ausgeprägt. Nicht zuletzt trägt die weit verbreitete Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen dazu bei, dass sich die Mitarbeitenden gegenseitig unterstützen und enger zusammenrücken.
Vorgesetztenverhalten
Im Führungskreis zeigen sich wiederholt schwer nachvollziehbare Entscheidungen, cholerische Reaktionen, mangelndes Vertrauen sowie eine starke Kontrollneigung (übermäßiges Bedürfnis, Abläufe und Entscheidungen engmaschig zu überwachen). Lediglich eine Führungskraft ist hiervon ausgenommen.
Arbeitsbedingungen
Aus meiner Sicht sind sowohl die technische als auch die räumliche Ausstattung des Standorts katastrophal. Die Hardware wirkt veraltet und unzureichend für die täglichen Anforderungen. Hinzu kommen Büroräume, die sich im Sommer derart aufheizen, dass die Arbeitsbedingungen teilweise schlechter sind als im Freien. Dass Mitarbeitende die Kellerräume als Zufluchtsort für die Pause betrachten, um unter akzeptablen Bedingungen arbeiten zu können, ist für mich ein deutliches Zeichen dafür, wie groß der Verbesserungsbedarf tatsächlich ist.
Kommunikation
Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass der Standort im Unternehmen an Bedeutung verliert. Die Art und Häufigkeit der Kommunikation sowie die mangelnde Einbindung führen bei vielen Mitarbeitenden zu der Wahrnehmung, dass der Standort perspektivisch nicht mehr gewünscht ist.
Gehalt/Benefits
Aus meiner Sicht bietet das Unternehmen abgesehen von Corporate Benefits faktisch keine relevanten Zusatzleistungen. Besonders kritisch sehe ich, dass die Vergütung deutlich unter dem liegt, was für die geforderte Expertise, die Komplexität der Aufgaben und die hohe Spezialisierung angemessen wäre. Die Erwartungen sind hoch, die Gegenleistung hingegen unterdurchschnittlich.
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht ist es bezeichnend, dass am gesamten Standort lediglich zwei Frauen beschäftigt sind und die einzige weibliche Führungskraft nach meiner Wahrnehmung für die von ihr getragene Verantwortung massiv unterbezahlt ist. Angesichts ihres Aufgabenumfangs und ihres Beitrags zum Unternehmen erscheint die Vergütung weder angemessen noch wertschätzend. Dies verstärkt den Eindruck, dass Leistung und Verantwortung nicht entsprechend honoriert werden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst sind interessant, werden durch die Rahmenbedingungen jedoch zunehmend als lästig empfunden.
