Dort ist nicht alles schlecht.
Gut am Arbeitgeber finde ich
(1) Sie haben genug Schreibtische für alle Mitarbeiter.
(2) Es gibt Getränke frei Haus.
(3) Work hard, party hard.
(4) Ein paar Goodies wie Hoodies, Thermosflaschen und isolierte Kaffeebecher sind wirklich nützlich, ich verwende sie bis heute.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Sie könnten mehr zahlen, die Arbeit besser organisieren und dafür sorgen, dass das unangemessene persönliche Verhalten einzelner Kollegen keine innere Kündigung verursacht. Und wenn Tools wie Jira letzten Endes als eindimensionale Listen genutzt werden, ist das mE auch ausbaufähig. Problematisch ist auch die Lage in Moabit; morgens beim Einkaufen im örtlichen Supermarkt müssen Sie über Drogenkonsumenten steigen.
Verbesserungsvorschläge
(1) Hört auf, wichtige Informationen per Teams zu versenden.
(2) Sanktioniert Mitarbeiter, die ihre Kollegen beleidigen.
(3) Sorgt für eine vollständige Dokumentation von Arbeitsergebnissen.
(4) Kritisiert Mitarbeiter nicht dafür, dass sie von sich aus Dinge tun, die ihnen nicht explizit angewiesen wurden, gleichwohl sie in ihren Aufgabenbereich fallen.
Arbeitsatmosphäre
Persönliche Beleidigungen unter Kollegen sollten im Arbeitsleben eigentlich keinen Platz haben; dort aber haben sie ihn.
Image
Branchenbedingt haben die im Grunde kein Image, außer unter Psychotherapeuten; aber bei denen ist es durchwachsen, insbesondere was die oft notwendige Erreichbarkeit des Kundendienstes angeht. (Wenn man ihn aber erreicht, soll er durchaus gut sein.) -- Die Rezensionen auf Google Maps bieten da einen Überblick.
Work-Life-Balance
Man wird immerhin nicht zu Überstunden genötigt. auch wenn ihr "Gleitzeitmodell" ausgesprochen ausbaufähig ist.
Karriere/Weiterbildung
Da ich nur ein halbes Jahr dort tätig war und diese Dinge eher ein Spezifikum längerer Betriebszugehörigkeit sind, kann ich dazu wenig sagen.
Gehalt/Benefits
Ich habe dort mehr verdient als davor, aber deutlich weniger als danach.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Dazu kann ich wenig sagen (es ist halt eine SE-Firma), aber mir sind keine groben Umweltsauereien aufgefallen. Sie haben dort einen anständigen Fahrradkeller, was mir gut gefallen hat.
Kollegenzusammenhalt
Die meisten Kollegen empfand ich als wirklich nette Leute, und das ist völlig unironisch gemeint. -- Der Schnitt wird eben nur durch den einen oder anderen Sonderfall heruntergezogen.
Umgang mit älteren Kollegen
Mit mir ist man schlecht umgegangen, aber ich halte das für keine Altersdiskriminierung (so alt bin ich auch noch nicht), sondern "nur" für einen individuellen Ausfall. -- Allerdings gibt es dort auch kaum "ältere Kollegen", was ich anderswo auch deutlich anders erlebt habe und erlebe.
Vorgesetztenverhalten
Jeder Jeck ist anders, aber mancher Jeck dort ist so, dass ich froh bin, nichts mehr mit ihm zu tun zu haben.
Arbeitsbedingungen
Im Grunde kann ich nicht klagen, sofern ich jetzt mal den Umstand außen vor lasse, dass von so etwas wie einem SSO keine Rede sein kann und schlecht dokumentiert wird. Aber es gibt Getränke, Mikrowellen, Kochgelegenheiten etc, einmal die Woche gibt es Catering (allerdings von vergleichsweise überschaubarer Qualität), und die Firmenfeiern sind locker und machen durchaus Spaß.
Kommunikation
Kritische Informationen werden oft nur via Teams geteilt, was sie im Nachgang schwer auffindbar macht. Manche Fachexperten versenden dort auch keine Links, sondern Screenshots von Links.
Gleichberechtigung
Da kann ich nicht klagen, wirklich nicht. Nicht alle Kollegen dort tolerieren das gern, aber das Unternehmen tut es. (Ich war allerdings auch nicht persönlich betroffen.)
Interessante Aufgaben
Die Aufgabe an sich ist interessant -- ein in die Jahre gekommenes PVS mit steinaltem DB-Modell -- aber sie muss unter Umständen gelöst werden, die meinem Anspruch an anständige Arbeit nicht gerecht werden können.
