Glänzende Fassade, toxische Realität: Chaos, Druck und keine echte Wertschätzung
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Moderne technische Ausstattung
- Einige engagierte und respektvolle Kolleg:innen
Verbesserungsvorschläge
- Echte Führungskräfteentwicklung statt leere Phrasen
- Klare Strukturen, Zuständigkeiten und Kommunikationswege
- Professionelles Onboarding und faire Homeoffice-Regelung
- Vielfalt wirklich leben
- Schluss mit der Rechtfertigung „wir sind halt anders“: besser werden statt anders sein
Arbeitsatmosphäre
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen modern, offen und menschenorientiert. In der Realität herrscht eine Atmosphäre aus Druck, Kontrolle und Misstrauen. Wertschätzung oder echtes Interesse an Entwicklung sucht man vergeblich. Eine ausgeprägte Feier- und Trinkkultur prägt zusätzlich das soziale Umfeld. Wer da nicht mitzieht, fühlt sich schnell außen vor.
Work-Life-Balance
Offiziell wird Flexibilität versprochen, praktisch hängt sie stark vom Vorgesetzten/dem Fachbereich ab. Manche dürfen fast vollständig remote arbeiten, andere müssen fast täglich im Büro erscheinen. Das wirkt willkürlich und sorgt für Unzufriedenheit.
Karriere/Weiterbildung
Personalentwicklung findet de facto nicht statt. Weiterbildung, Coaching oder Führungskräfteentwicklung sind kein Thema.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Keine erkennbare Nachhaltigkeitsstrategie oder soziale Verantwortung. Themen wie Nachhaltigkeit, Diversität oder Mitarbeiterwohlbefinden spielen kaum eine Rolle.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt einige engagierte und wohlwollende KollegInnen, die versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Gleichzeitig herrscht ein Klima des Misstrauens und der Unsicherheit, da viele Mitarbeitende schon gegangen sind oder Angst haben, evtl. die Nächsten zu sein.
Umgang mit älteren Kollegen
Was den Umgang mit älteren Kolleg:innen betrifft: Es gibt kaum welche. Das Unternehmen ist personell sehr jung aufgestellt, wodurch Erfahrung und Gelassenheit im Arbeitsalltag spürbar fehlen.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe mehrfach sehr unprofessionelles und unangemessenes Verhalten auf Führungsebene erlebt. Darunter auch grenzüberschreitende Sprüche, die in einem respektvollen Arbeitsumfeld nichts verloren haben. Einige Personen in Schlüsselpositionen verfügen aus meiner Sicht über mehr Einfluss, als durch ihre tatsächliche Leistung gerechtfertigt wäre. Entscheidungen entstehen oft impulsiv und ohne klare Strategie! Wer neue Ideen einbringt, stößt meist auf Ablehnung....Standardargument: „Das ging hier noch nie/ ..das wird hier nicht funktionieren." Feedback erfolgt eher nach Sympathie und Bauchgefühl als nach klaren Kriterien. Vertrauen, Offenheit oder konstruktive Weiterentwicklung werden dadurch systematisch verhindert.
Arbeitsbedingungen
Hier herrscht das reinste Chaos...von internen Prozessen über Zuständigkeiten bis hin zum Onboarding. Neue Mitarbeitende werden ohne Struktur ins kalte Wasser geworfen, müssen sich alles selbst zusammensuchen und gleichzeitig schnell enorme Leistung bringen. Entscheidungen sind oft kurzfristig und schlecht kommuniziert. Kritik an diesen Missständen wird meist ignoriert oder als persönliche Schwäche ausgelegt.
Kommunikation
Kommunikation findet meist von oben nach unten statt. Konstruktives Feedback wird kaum angenommen, stattdessen rechtfertigt man unprofessionelle Abläufe mit Phrasen wie „Wir sind halt anders als andere Unternehmen“. Kritik wird häufig abgewehrt, anstatt als Chance zur Verbesserung gesehen zu werden. Aus meiner Sicht dient das „Anderssein“-Mantra eher dazu, Chaos und fehlende Professionalität zu rechtfertigen, statt Veränderung zuzulassen.
Gleichberechtigung
Selten ein Unternehmen erlebt, das nach außen so modern wirkt, intern aber ein so veraltetes Mindset lebt. Vielfalt wird gern kommuniziert, aber nicht wirklich gelebt. In der Führungsebene sitzen (mit Ausnahme einer weiblichen Führungskraft) ausschließlich Männer. Das spiegelt sich auch in der Haltung gegenüber unterschiedlichen Perspektiven wider.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben hätten in meinem Bereich sehr spannend sein können, wenn Eigeninitiative und neue Ideen wirklich erwünscht gewesen wären.


