Viel Druck, wenig echte Flexibilität und wenig Transparenz
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dazu kommt für mich die starke Abhängigkeit vom Broadcom-Geschäft. Vieles, was auf der Website als Leistungsportfolio dargestellt wird, spielt im tatsächlichen Alltag aus meiner Sicht kaum eine Rolle. Am Ende dreht sich sehr viel um das, was von den Herstellern übrig bleibt. Die Außendarstellung und das tatsächliche Geschäft liegen dadurch ziemlich weit auseinander.
Verbesserungsvorschläge
Was ich am Arbeitgeber kritisch sehe, ist der ständige Fokus auf Expansion und neue Akquisitionen. Es werden laufend neue Länder und Firmen aufgemacht bzw. übernommen, während die bestehenden Themen aus meiner Sicht nicht konsequent wirtschaftlich gemacht werden. Dadurch entsteht manchmal der Eindruck, dass man sich lieber mit dem nächsten neuen Thema beschäftigt, anstatt die eigentlichen Probleme zu lösen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist aus meiner Sicht vor allem durch Druck geprägt. Es geht weniger darum, gemeinsam gute Lösungen zu entwickeln, sondern möglichst viele Projekte und Aufgaben zu übernehmen.
Image
Das Marketing machte definitiv einen guten Job. Nach außen sieht vieles nach Gold aus – intern merkt man allerdings schnell, dass nicht alles glänzt. In der Marketing Abteilung haben in den letzten zwei Jahren gefühlt acht Personen das Unternehmen nach dem Start verlassen – darunter auch die Leitung, die erst vor Kurzem plötzlich nicht mehr da ist.
Work-Life-Balance
Die sogenannte flexible Arbeitszeit bedeutet in der Praxis vor allem, dass 50 Stunden pro Woche durchaus erwartet bzw. ermöglicht werden. Eine echte Work-Life-Balance sehe ich nicht. Hohe Arbeitsbelastung gehört zum Alltag. Besonders problematisch finde ich die Unsicherheit, die entsteht, wenn gerade kein passendes Projekt vorhanden ist. Statt Mitarbeiter in dieser Zeit gezielt weiterzuentwickeln oder anderweitig einzusetzen, entsteht schnell die Angst: sobald kein Projekt mehr da ist, fragt man sich ziemlich schnell, wie lange der eigene Job noch sicher ist. Hire & Fire ist hier leider keine Übertreibung.
Karriere/Weiterbildung
Karriere scheint nicht ausschließlich über Leistung, Kompetenz und fachliche Fähigkeiten zu funktionieren. Aus meiner Sicht spielt die persönliche Nähe zu Führungskräften bzw. zur Geschäftsführung eine sehr große Rolle. Wer einen guten Draht zum Business Unit Lead oder zur Geschäftsführung hat, kann dadurch schneller vorankommen – unabhängig davon, ob die fachliche Leistung entsprechend herausragend ist.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist stark abhängig vom jeweiligen Team. Innerhalb der eigenen Unit funktioniert die Zusammenarbeit gut. Unternehmensweit ist die Situation deutlich schwieriger. Wenn es um interessante Projekte und Ressourcen geht, entsteht teilweise Konkurrenz – bis hin dazu, dass Projekte untereinander „weggenommen“ werden.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt keine älteren Kollegen
Arbeitsbedingungen
Die hohe Fluktuation lässt einen irgendwann schon fragen, wie sicher der eigene Arbeitsplatz eigentlich ist.
Kommunikation
Innerhalb meiner Unit funktioniert die Kommunikation grundsätzlich gut. Über die Grenzen der eigenen Unit hinweg fehlt es allerdings häufig an Transparenz. Wichtige Informationen werden teilweise nicht nachvollziehbar weitergegeben. Größere strategische Themen werden zudem gerne einmal jährlich in All-Hands von der Geschäftsführung in einer eher humorvollen präsentiert. Dadurch wird aus meiner Sicht teilweise eher die Ernsthaftigkeit wichtiger Themen verschleiert, anstatt sie klar zu kommunizieren.
Gleichberechtigung
Hier sehe ich deutliches Verbesserungspotenzial. Die Unternehmenskultur wirkt auf mich sehr männlich und stark auf jüngere Mitarbeiter ausgerichtet. Andere Perspektiven und unterschiedliche Hintergründe werden aus meiner Sicht zu wenig berücksichtigt.

