Enttäuschend…
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben sind die Offenheit und Transparenz der Geschäftsführung, insbesondere durch die regelmäßige Kommunikation zur aktuellen Unternehmenssituation. Ebenfalls schätze ich, dass das Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bemüht ist, keine überstürzten betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen und Arbeitsplätze möglichst zu erhalten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner Sicht werden viele aktuelle Herausforderungen pauschal mit der Krise in der Automobilindustrie begründet, ohne dass ausreichend Verantwortung für unternehmensinterne Entscheidungen übernommen wird. Besonders kritisch empfinde ich, dass im Bewerbungsprozess durch die individuelle Gehaltstabelle eine planbare Gehaltsentwicklung nahezu zugesichert wurde. Diese Perspektive wurde später jedoch ersatzlos gestrichen, ohne eine gleichwertige Alternative oder einen nachvollziehbaren Ausgleich zu schaffen. Eine transparente Kommunikation sowie verlässliche Zusagen wären hier wichtig, um das Vertrauen der Mitarbeitenden langfristig zu erhalten.
Verbesserungsvorschläge
Besinnt euch wieder auf die ursprüngliche Idee und Unternehmenskultur von Evomotiv – genau diese hat das Unternehmen für viele Mitarbeitende attraktiv gemacht. Gerade in der aktuellen Marktsituation ist es wichtig, Berufseinsteigern nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch eine echte Perspektive für ihre fachliche und persönliche Entwicklung zu bieten. Gute Leistungen sollten konsequent anerkannt und belohnt werden. Eine langfristige Mitarbeiterbindung gelingt vor allem dann, wenn Entwicklungsmöglichkeiten und Wertschätzung wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.
Arbeitsatmosphäre
Die aktuelle Situation ist aufgrund der Krise in der Automobilindustrie verständlicherweise herausfordernd. Dennoch werden Mitarbeitende häufig mit dem Spagat zwischen den Sparvorgaben des Unternehmens und den hohen Erwartungen der Kunden allein gelassen. Einerseits soll konsequent Kosten eingespart werden, andererseits wird unverändert eine hohe Leistungsbereitschaft erwartet. Eine stärkere Unterstützung sowie klarere Prioritäten seitens des Managements wären in dieser Situation wünschenswert.
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Das Unternehmen genießt insbesondere im Bereich Fahrerassistenz einen guten Bekanntheitsgrad und verfügt dort über eine etablierte Marktposition. Außerhalb dieses Umfelds ist der Bekanntheitsgrad jedoch vergleichsweise gering.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist je nach Tätigkeitsbereich unterschiedlich. Mitarbeitende mit einem hohen Anteil an Meetings und der Möglichkeit zum Homeoffice profitieren häufig von einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. In den wertschöpfenden Projektbereichen kommt es aufgrund von Termin- und Projektdruck hingegen regelmäßig zu Belastungsspitzen. Positiv hervorzuheben ist, dass Überstunden in der Regel durch Freizeitausgleich abgebaut werden können und auch die T-ZUG-Tage flexibel genutzt werden können.
Karriere/Weiterbildung
Die Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten haben sich aus meiner Sicht seit der Krise deutlich verschlechtert. Während Entwicklungsdienstleister wie Evomotiv früher häufig als Sprungbrett zu OEMs oder Zulieferern dienten, sind externe Wechsel aufgrund der aktuellen Marktlage nicht möglich. Dies ist zwar in erster Linie auf die Situation der Automobilindustrie zurückzuführen, wirkt sich jedoch unmittelbar auf die Karriereperspektiven der Mitarbeitenden aus.
Auch das Weiterbildungsangebot überzeugt bei genauerem Hinsehen nicht. Nach außen wirkt es umfangreich, in der Praxis fehlt es jedoch an fachlicher Tiefe. Externe Schulungen oder Qualifizierungen zur gezielten Weiterentwicklung technischer Kompetenzen werden nicht angeboten. Stattdessen liegt der Schwerpunkt überwiegend auf allgemeinen Soft-Skill-Themen wie Präsentationstechniken oder professionellem Auftreten. Diese Inhalte sind zwar sinnvoll, ersetzen jedoch keine fundierte fachliche Weiterbildung.
Gehalt/Benefits
Hier ein ganz klarer Kritikpunkt. Zum Arbeitsvertrag hat jeder Mitarbeiter eine „individuelle“ Gehaltsentwicklung bekommen. Dies war für viele ein Grund bei evomotiv anzufangen. Mit Beginn der Krise wurden die gehaltsentwicklung jedoch gestoppt. Juristisch mit Klauseln im Arbeitsvertrag begründbar. Moralisch jedoch äußerst fragwürdig. Vor allem für recht neue Mitarbeiter schmerzhaft, die jetzt auf unbestimmte Zeit mit dem Grundgehalt vorlieb nehmen müssen. Auch für die zukünftliche Zeit nach der Krise, ist die Gehaltsentwicklung gestrichen worden. So wird sämtliches Vertrauen in Evomotiv nachhaltig zerstört. Zudem wird individuelle Leistungsbereitschaft finanziell nicht belohnt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen engagiert sich nach außen sichtbar für Umwelt- und Sozialprojekte. Gleichzeitig wirft die Praxis, Dienstfahrzeuge in vergleichsweise kurzen Abständen zu erneuern, Fragen hinsichtlich der tatsächlichen Nachhaltigkeit auf. Darüber hinaus hat sich die strategische Ausrichtung im sozialen Bereich aus meiner Sicht spürbar verändert: Während Projekte im Rüstungssektor vor der aktuellen Krise offenbar strikt abgelehnt wurden, wird heute verstärkt versucht, entsprechende Aufträge zu gewinnen. Das ist grundsätzlich nachvollziehbar, zeigt aber, dass sich die Ausrichtung an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen orientiert. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass das Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bemüht ist, betriebsbedingte Kündigungen nach Möglichkeit zu vermeiden und bestehende Arbeitsplätze zu erhalten.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen auf Arbeitsebene ist sehr gut. Die Zusammenarbeit in den Projekten ist von gegenseitiger Unterstützung und einem starken Teamgeist geprägt. Gleichzeitig sind Zielkonflikte zwischen den administrativen Bereichen bzw. dem Management und den wertschöpfenden Projektteams spürbar.
Umgang mit älteren Kollegen
Eine direkte Altersdiskriminierung ist aus meiner Sicht nicht erkennbar. Dennoch entsteht der Eindruck, dass langjährige Berufserfahrung nicht in dem Maße wertgeschätzt wird, wie es zu erwarten wäre. Stattdessen scheint der Fokus zunehmend auf der Einstellung kostengünstiger Berufseinsteiger zu liegen, wodurch die Erfahrung und Expertise langjähriger Mitarbeitender an Bedeutung verlieren könnten.
Vorgesetztenverhalten
Insgesamt ist das Verhalten der direkten Führungskräfte in Ordnung. Allerdings entsteht der Eindruck, dass Teamleiter nur über einen begrenzten Entscheidungsspielraum verfügen und letztlich die Vorgaben des Managements umsetzen müssen. Dadurch bleibt wenig Raum für eigenständige Entscheidungen oder die Berücksichtigung individueller Belange innerhalb der Teams.
Arbeitsbedingungen
Die Gebäude und die Arbeitsausstattung übertreffen die Erwartungen. Es wird erkennbar Wert darauf gelegt, eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Positiv hervorzuheben sind zudem die kostenlosen Angebote wie Kaffee, frisches Obst und Müsli, die zum Wohlbefinden der Mitarbeitenden beitragen. Mängel gibt es lediglich bei der Internet Performance vor Ort.
Kommunikation
Die Geschäftsführung informiert die Belegschaft monatlich über die aktuelle Unternehmenssituation, was ich als transparent und vorbildlich empfinde. Gleichzeitig werden regelmäßig Mitarbeiterbefragungen durchgeführt. Allerdings entsteht der Eindruck, dass auf das Feedback der Mitarbeitenden nicht konsequent oder nachhaltig reagiert wird. Darüber hinaus ist die projektbezogene Kommunikation teilweise verbesserungswürdig, da relevante Informationen nicht immer zuverlässig bzw. korrekt weitergegeben werden.
Gleichberechtigung
Die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ist aus meiner Sicht gegeben. Der Frauenanteil entspricht in etwa der Verteilung in den Ingenieurstudiengängen. Unabhängig vom Geschlecht wirft jedoch die teilweise unterschiedliche Eingruppierung von Mitarbeitenden mit vergleichbarem Studienabschluss, ähnlicher Berufserfahrung und gleicher Leistung Fragen hinsichtlich der Nachvollziehbarkeit und Fairness auf.
Interessante Aufgaben
Die Qualität und der Anspruch der Aufgaben hängen stark vom jeweiligen Kundenprojekt ab. In einigen Projekten bieten sich interessante technische Herausforderungen, während andere durch einen sehr hohen Anteil an Meetings geprägt sind. Dadurch bleibt mitunter wenig Raum für die eigentliche Ingenieurstätigkeit, sodass das im Studium erworbene Fachwissen nicht immer sinnvoll eingesetzt werden kann.

