Die Mitarbeiter wechseln. Die Kritikpunkte nicht. ;) ≠ lauf nicht, renn bruder 2.0
Gut am Arbeitgeber finde ich
Man soll bekanntlich immer auch die positiven Dinge erwähnen:
* Parkplatz vorhanden.
* Handy kann geladen werden.
* Klima und Heizung funktionieren größtenteils.
Damit wäre die Liste aus meiner Sicht vollständig.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Art und Weise, wie manche Vorgesetzte mit ihren Mitarbeitenden umgehen.
* Dass Kritik angeblich erwünscht ist, man aber das Gefühl bekommt, sich dafür rechtfertigen zu müssen, sobald sie tatsächlich geäußert wird.
Besonders widersprüchlich ist die sogenannte Feedbackkultur. Ehrlichkeit wird gefordert, Verbesserungsvorschläge sind angeblich gewünscht und Kritik soll offen angesprochen werden. Sobald dies jedoch geschieht, entsteht schnell der Eindruck, dass nicht der Inhalt der Kritik das Problem ist, sondern die Tatsache, dass sie überhaupt geäußert wurde.
Wer Mitarbeitende nach ihrer Meinung fragt, sollte auch mit der Antwort umgehen können. Andernfalls braucht man keine Kritik einzufordern, sondern nur Zustimmung.
Manchmal wirkt es leider so, als wäre Kritik nur dann willkommen, wenn sie positiv ausfällt.
Verbesserungsvorschläge
Kritik nicht als Angriff auf das eigene Ego verstehen, sondern als Chance zur Verbesserung.
* Sich ernsthaft mit den Ursachen der Unzufriedenheit beschäftigen, statt die Verantwortung grundsätzlich bei anderen zu suchen.
* Mitarbeitende nicht gegeneinander ausspielen oder ständig miteinander vergleichen. Ein Team entsteht durch Zusammenarbeit, nicht durch Konkurrenzkampf.
* Die Mitarbeitenden wertschätzen, die trotz der aktuellen Zustände weiterhin täglich ihren Beitrag leisten.
* Probleme lösen, wenn sie angesprochen werden – nicht erst dann, wenn sie eskalieren oder nicht mehr ignoriert werden können.
* Zuhören, verstehen und handeln. Nicht zuhören, zustimmen und anschließend nichts verändern.
* Lernen, zwischen sachlicher Kritik und persönlicher Kränkung zu unterscheiden.
* Verstehen, dass Respekt keine Einbahnstraße ist und Führungspositionen nicht automatisch Autorität erzeugen.
* Akzeptieren, dass sich Mitarbeitende nicht wegen einzelner schlechter Tage beschweren, sondern weil sich bestimmte Verhaltensweisen über Jahre hinweg wiederholen.
* Die eigene Führungs-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit kritisch hinterfragen und gegebenenfalls professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen.
Abschließend wäre es hilfreich, sich die Frage zu stellen, warum sich viele Kritikpunkte seit Jahren wiederholen, während die Zahl der Mitarbeitenden, die diese Entwicklung miterlebt haben, immer kleiner wird. Irgendwann wird es schwierig, die Ursache ausschließlich bei allen anderen zu suchen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hängt leider oft von der Tagesverfassung der Führungskräfte ab. Ist die Stimmung dort schlecht, bekommen dies meist alle Mitarbeitenden zu spüren.
Ein professionelles Arbeitsumfeld sollte jedoch nicht davon abhängig sein, ob Vorgesetzte gerade gut oder schlecht gelaunt sind. Von Personen mit Führungsverantwortung sollte erwartet werden können, dass sie auch in stressigen Situationen einen respektvollen und sachlichen Umgang mit ihrem Team pflegen.
Image
Das aktuelle Image des Standorts ist kein Pech, kein Zufall und auch kein Missverständnis. Es ist das Resultat der Führungskultur, die über die letzten Jahre geschaffen wurde.
Ein Unternehmen erhält langfristig genau das Image, das es sich durch sein Verhalten erarbeitet. In diesem Fall spiegelt die Außenwirkung mittlerweile sehr gut wieder, wie die Situation intern wahrgenommen wird. Das sollte zu denken geben.
Work-Life-Balance
Während Mitarbeitende um freie Tage bitten müssen, bis zuletzt keine Planungssicherheit haben und teilweise mit Konsequenzen bei zu vielen Wünschen konfrontiert werden, nimmt sich die Führungskraft die benötigten Freiräume selbstverständlich heraus.
Eine glaubwürdige Führung setzt voraus, dass Regeln und Erwartungen für alle gleichermaßen gelten. Der aktuelle Eindruck ist jedoch, dass von Mitarbeitenden Flexibilität eingefordert wird, die auf Führungsebene selbst nicht gelebt wird. Dies wirkt weder fair noch vorbildlich und führt zu erheblichem Unverständnis im Team.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind praktisch kaum vorhanden. Früher gab es zumindest noch offizielle Positionen mit entsprechender Verantwortung und Anerkennung. Heute scheint man einen anderen Weg gefunden zu haben: Man verteilt die Verantwortung einfach kostenlos.
Wer engagiert arbeitet, zuverlässig ist und Initiative zeigt, bekommt oft nicht mehr Gehalt, keine bessere Position und keine echte Entwicklungsperspektive – sondern einfach noch mehr Aufgaben. Aus einer Beförderung wird Verantwortung ohne Titel, aus Entwicklung wird Mehrarbeit ohne Gegenleistung.
Besonders bemerkenswert ist, wie selbstverständlich erwartet wird, dass Mitarbeitende zusätzliche Bereiche übernehmen, Probleme lösen und Verantwortung tragen. Geht etwas gut, ist es selbstverständlich. Geht etwas schief, ist plötzlich ein Verantwortlicher schnell gefunden.
Der Grundsatz scheint zu lauten: Mehr Verantwortung für den Mitarbeitenden, aber möglichst keine zusätzlichen Kosten für das Unternehmen.
Eine echte Karriereperspektive ist kaum erkennbar. Statt Mitarbeitende gezielt aufzubauen und zu fördern, ausnutzen bis zum geht nicht mehr.
Gehalt/Benefits
Besonders interessant ist, dass neue Mitarbeitende teilweise mit besseren Konditionen einsteigen als Kollegen, die seit Jahren im Unternehmen arbeiten, Verantwortung übernehmen und den Laden am Laufen halten. Loyalität und Erfahrung scheinen finanziell eher bestraft als belohnt zu werden.
Natürlich wird gerne darauf verwiesen, dass man sein Gehalt durch Zusatzverkäufe verbessern kann. Das klingt in der Theorie hervorragend. In der Praxis gibt es jedoch Urlaub, Krankheit, schwache Frequenz, saisonale Schwankungen und Tage, an denen schlichtweg nicht genügend Potenzial vorhanden ist, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Diese Realität wird bei solchen Argumenten gerne ignoriert.
Ja, ein Teil hängt von der eigenen Leistung ab. Wer aktiv verkauft, motiviert ist und sich engagiert, kann mehr erreichen. Die entscheidende Frage bleibt jedoch: Warum muss man überhaupt ständig versuchen, sein Gehalt künstlich aufzubessern, damit es ansatzweise attraktiv wird?
Das eigentliche Problem ist nicht die fehlende Möglichkeit, mehr zu verdienen. Das Problem ist, dass das Grundgehalt bereits nicht überzeugt.
Aber es liegt ja immer an einem selber, nicht wahr? :D
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hmmmmmmm, naja lassen wir mal so stehen •_•
Kollegenzusammenhalt
Die Stimmung innerhalb des Teams hat sich im Vergleich zu früher deutlich verschlechtert. Aus meiner Sicht liegt dies vor allem daran, dass die bestehende Teamdynamik durch die aktuelle Führung nachhaltig beschädigt wurde.
Dass der überwiegende Teil des früheren Teams mittlerweile nicht mehr im Unternehmen ist, erscheint daher wenig überraschend. Die neueren Mitarbeitenden tragen dafür keine Verantwortung, da sie die damalige Zusammenarbeit und den Teamgeist nicht mehr erlebt haben. Dennoch ist der Unterschied deutlich spürbar und bedauerlich.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren und langjährigen Mitarbeitenden ist teilweise alles andere als professionell.
Weitere Beispiele sind nicht nötig – wer sich angesprochen fühlt, wird den Grund dafür kennen.
Respekt sollte selbstverständlich sein. Leider scheint das nicht für alle zu gelten.
Vorgesetztenverhalten
Früher war das Vorgesetztenverhalten deutlich besser. Es sollte darauf geachtet werden, dass Mitarbeitende respektvoll behandelt werden und sich nicht persönlich angegriffen fühlen. Aktuell entsteht der Eindruck, dass der Fokus sehr stark auf den Zahlen liegt, wodurch die Mitarbeitenden teilweise zu kurz kommen.
Von einer Führungskraft sollte man ein professionelles und respektvolles Verhalten erwarten. Mitarbeitende sollten ernst genommen werden, da man täglich miteinander arbeitet und sich regelmäßig im Büro begegnet.
Natürlich hat jeder einmal einen schlechten Tag oder schlechte Laune. Gerade als Führungskraft sollte man jedoch in der Lage sein, Privates und Berufliches voneinander zu trennen. Dasselbe wird auch von den Mitarbeitenden erwartet. Damit das funktioniert, muss dies jedoch von der Führungsebene vorgelebt werden.
Arbeitsbedingungen
Das Motto scheint häufig zu lauten: sparen, wo es nur geht – und sich anschließend darüber beschweren, dass etwas nicht funktioniert.
Dass Arbeitsbedingungen, Abläufe und Ergebnisse unter permanenten Sparmaßnahmen leiden, sollte eigentlich niemanden überraschen. Trotzdem wird genau das regelmäßig zum Problem erklärt, anstatt die Ursachen zu hinterfragen.
Wer dauerhaft weniger investieren möchte, sollte nicht dauerhaft mehr erwarten. Genau dieser Widerspruch prägt die Arbeitsbedingungen leider immer wieder
Kommunikation
Die interne Kommunikation lässt deutlich zu wünschen übrig. Wichtige Informationen werden oft gar nicht, verspätet oder nur an einzelne Personen weitergegeben, wodurch Missverständnisse und unnötige Probleme entstehen.
Gerade in einem Team sollte es selbstverständlich sein, dass man sich gegenseitig rechtzeitig informiert und alle Beteiligten auf demselben Stand sind. Eine offene, klare und transparente Kommunikation würde viele Schwierigkeiten vermeiden und zu einem besseren Arbeitsklima beitragen.
Von Mitarbeitenden wird erwartet, dass Informationen zuverlässig weitergegeben werden. Umso wichtiger wäre es, wenn dies auch von der Führungsebene konsequent vorgelebt und eingehalten würde.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung ist in Dillingen weniger gelebte Realität als vielmehr ein theoretisches Konzept. Die Unterschiede bei Behandlung, Wertschätzung und teilweise sogar bei den Rahmenbedingungen sind so deutlich wahrnehmbar, dass sie kaum noch ignoriert werden können.
Wer ein funktionierendes Team erwartet, sollte zunächst sicherstellen, dass für alle dieselben Maßstäbe gelten. Aktuell entsteht jedoch häufig der Eindruck, dass Sympathie und persönliche Präferenzen eine größere Rolle spielen als Fairness und Objektivität.
Dass unter solchen Voraussetzungen Unzufriedenheit entsteht und das Miteinander leidet, sollte niemanden überraschen. Die eigentliche Überraschung ist eher, dass es trotz dieser Umstände noch so oft funktioniert.
Interessante Aufgaben
An interessanten Aufgaben mangelt es grundsätzlich nicht. Allerdings schaffen es die Vorgesetzten häufig, die Motivation dafür erheblich zu mindern.
Selbst abwechslungsreiche Tätigkeiten machen auf Dauer wenig Freude, wenn das Arbeitsumfeld und der Umgang miteinander nicht stimmen. Schade, denn das Potenzial für mehr Arbeitszufriedenheit wäre durchaus vorhanden.
