Kontrolle, Misstrauen und toxisches Klima – leider keine Empfehlung
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Pünktliche Gehaltszahlung
- Einige nette Kolleg*innen, mit denen man sich im Stillen über die Zustände austauschen kann
- Technische Ausstattung ist grundsätzlich in Ordnung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wer einen modernen, wertschätzenden Arbeitgeber sucht, sollte sich meiner Meinung nach gut überlegen, ob Ferchau Ludwigshafen den eigenen Erwartungen entspricht. Für mich persönlich war das nicht der Fall.
Ich habe wahrgenommen, dass viele neuere Bewertungen von Neueinsteiger*innen stammen. Zudem empfand ich den Druck auf Mitarbeitende – fachlich, zeitlich und persönlich – als sehr hoch. Arbeitszeiten wirkten für mich wenig flexibel.
Das Arbeitsklima habe ich als belastend erlebt. Die aus meiner Sicht hohe Fluktuation der letzten Jahre verstärkte diesen Eindruck.
Mir ist bekannt, dass Rückmeldungen und Beschwerden an höhere Ebenen weitergegeben wurden. Nach meinem Eindruck führten diese jedoch nicht zu nachhaltigen Veränderungen.
Verbesserungsvorschläge
- Vertrauensarbeitszeit wirklich leben
- Führungskräfte-Coaching mit echter Wirkung und Nachverfolgung
- Offene Feedbackkultur etablieren
- Mitarbeitende ernst nehmen und nicht kontrollieren
- Klare Prozesse und transparente Kommunikation
- Fluktuation ernst nehmen und Ursachen analysieren
- Authentisches Employer Branding statt gesteuerter Bewertungen
- Klare Entwicklungspfade und echte Förderung der Mitarbeitenden
Arbeitsatmosphäre
Aus meiner persönlichen Wahrnehmung war die Stimmung angespannt und von Misstrauen geprägt. Ich habe ein Klima der Kontrolle statt des Vertrauens erlebt. Mehrere Kolleg*innen wirkten beobachtet und fühlten sich nicht ernst genommen. Kritische Rückmeldungen wurden nach meinem Eindruck häufig nicht als konstruktiv aufgenommen, sondern eher persönlich interpretiert.
Ich habe erlebt, dass viele Mitarbeitende unter starkem Druck standen – etwa durch unausgesprochene Erwartungen zu Überstunden, durch intensive Kontrolle im Homeoffice oder durch die Sorge, etwas Falsches zu sagen. Auch alltägliche Aufgaben wurden durch starkes Mikromanagement belastend. Dieser Druck war für mich deutlich spürbar und wirkte sich negativ auf Motivation und Wohlbefinden aus.
Kommunikation
Kommunikation fand zwar statt, blieb aus meiner Sicht jedoch oft wirkungslos. Themen wurden angesprochen und besprochen, jedoch hatte ich den Eindruck, dass die Verantwortung für Lösungen überwiegend bei den Mitarbeitenden lag. Die Führungsebene war nach meiner Erfahrung nur begrenzt in die Umsetzung eingebunden. Dadurch entstand für mich der Eindruck, dass Kommunikation eher formell erfolgte und weniger mit dem Ziel, nachhaltig etwas zu verbessern.
Kollegenzusammenhalt
Unter Kolleg*innen habe ich grundsätzlich Zusammenhalt wahrgenommen, allerdings eher im informellen Rahmen. Viele tauschten sich untereinander über ihre Eindrücke aus, jedoch mit Zurückhaltung. Offen Kritik zu äußern, erschien aus meiner Sicht mit Risiken verbunden, weshalb viele Gespräche eher im Verborgenen stattfanden.
Work-Life-Balance
Vertrauensarbeitszeit wurde kommuniziert, entsprach jedoch aus meiner Erfahrung nicht der gelebten Praxis. Pünktliches Gehen wurde spürbar kritisch wahrgenommen, und Überstunden wirkten unausgesprochen erwartet. Homeoffice war zwar möglich, wurde für mich jedoch durch regelmäßige Kontrollen als belastend empfunden.
Vorgesetztenverhalten
Den Führungsstil habe ich als stark kontrollierend wahrgenommen. Termine und Kalender wurden regelmäßig überprüft, es kam zu Nachfragen während des Homeoffice, wenn keine Termine eingetragen waren, und Kamera-Nutzung in Calls wurde erwartet. Kritik wurde aus meiner Sicht nicht immer sachlich aufgenommen.
Mitarbeitende, die ihre Meinung äußerten, hatten nach meinem Eindruck mit negativen Konsequenzen zu rechnen. Mir ist bekannt, dass ein Führungskräfte-Coaching stattgefunden hat; aus meiner Sicht führte dies jedoch zu keiner spürbaren Veränderung im Führungsverhalten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben boten grundsätzlich Potenzial, wurden jedoch nach meiner Erfahrung durch starkes Mikromanagement und fehlende Eigenverantwortung eingeschränkt. Auch bei Routineaufgaben war umfangreiche Abstimmung notwendig
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird offiziell betont. In meiner persönlichen Wahrnehmung spielten jedoch nicht ausschließlich Leistung und Engagement eine Rolle. Ich hatte den Eindruck, dass persönliche Beziehungen zur Führungsebene Einfluss auf Entscheidungen haben konnten.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung war aus meiner Sicht in Ordnung. Das Arbeiten im Homeoffice empfand ich jedoch durch regelmäßige Kontrollen und erwartete Kamera-Nutzung als wenig vertrauensbasiert.
Die kommunizierte Vertrauensarbeitszeit entsprach nicht meiner Erfahrung im Arbeitsalltag. Unabhängig vom Arbeitsbeginn bestand der Eindruck, dass lange Anwesenheit erwartet wurde. Hinweise zum früheren Gehen habe ich persönlich als kritisch wahrgenommen. Dies führte bei mir zu Druck und Frustration.
Image
Nach außen wird ein modernes und mitarbeiterfreundliches Bild vermittelt. Meine internen Erfahrungen wichen davon jedoch deutlich ab.
Ich habe zudem den persönlichen Eindruck gewonnen, dass einige der jüngeren Bewertungen eher von Neueinsteiger*innen oder Führungskräften stammen könnten, wodurch aus meiner Sicht ein sehr positives Bild entsteht, das nicht alle Erfahrungen widerspiegelt.
Karriere/Weiterbildung
Karrierewege erschienen mir wenig transparent. Weiterbildung und Entwicklung wurden aus meiner Sicht nicht aktiv gefördert. Konkrete Ziele oder Perspektiven zur Weiterentwicklung waren für mich nicht klar erkennbar.
Ich hatte den Eindruck, dass der Fokus stärker auf Kontrolle als auf Förderung lag, wodurch Eigeninitiative und Motivation gehemmt wurden.

