Schlechte Führung, mangelhafte Organisation und schwierige Arbeitsbedingungen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Grundsätzlich ist positiv hervorzuheben, dass eine gewisse Flexibilität bei der Arbeitszeit besteht, da man sich seine Schichten selbst einteilen kann – zumindest theoretisch. Außerdem ist die Tätigkeit als Auslieferungsfahrer an sich abwechslungsreich, da man viel unterwegs ist und regelmäßig Kundenkontakt hat. Besonders positiv aufgefallen sind mir viele jüngere Kollegen, vor allem auf Minijob-Basis, die meist hilfsbereit, freundlich und unterstützend sind, gerade wenn man neu anfängt. Auch der Einsatz von Elektrofahrzeugen ist grundsätzlich ein moderner Ansatz und zeigt zumindest nach außen ein gewisses Umweltbewusstsein.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Zuerst einmal muss ich sagen: Das sind nur meine persönlichen Erfahrungen aus meiner Zeit am Standort Bonn. Wie es an anderen Standorten ist, kann ich nicht beurteilen.
Sehr negativ ist vor allem der Umgang durch die Führungskräfte aufgefallen. Ich wurde mehrfach angeschrien, sogar bereits am Probearbeitstag, was aus meiner Sicht absolut unprofessionell ist. Generell findet oft keine respektvolle Kommunikation statt – teilweise wird man nicht einmal begrüßt oder überhaupt beachtet. Viele Vorgesetzte wirken dauerhaft schlecht gelaunt und lassen diese Stimmung deutlich an den Mitarbeitern aus.
Ein weiterer gravierender Punkt ist der Umgang mit Arbeitszeiten. Trotz Erreichen der gesetzlich erlaubten Höchstarbeitszeit von 10 Stunden wurde ich aufgefordert, weiterzuarbeiten. Das ist aus meiner Sicht ein klares No-Go und ein Verstoß gegen geltende Vorschriften.
Auch organisatorisch gibt es massive Probleme, insbesondere beim Flottenmanagement. Es gibt zu wenige Ladeplätze für die Anzahl an Fahrzeugen, sodass Autos ständig umgeparkt und gewechselt werden müssen, was zusätzliche Zeit kostet. Die Fahrzeuge laden zudem nur sehr langsam. Teilweise wird man während der Schicht sogar zu externen Schnellladesäulen geschickt, zum Beispiel auf Supermarktparkplätzen, um die Fahrzeuge dort aufzuladen. Dadurch verzögern sich Tourstarts erheblich und Lieferungen kommen später beim Kunden an.
Hinzu kommt der oft sehr schlechte Zustand der Fahrzeuge. Defekte Lichter, kaputte Türen und nicht funktionierende Ladesysteme sind keine Seltenheit. In meinem Fall wurde mir sogar erlaubt, mit einem Fahrzeug zu fahren, dessen Rücklicht beschädigt war. Wenn die Ladesysteme nicht funktionieren, muss man die Ware selbst sortieren und laden, ohne Unterstützung durch das System, was die Arbeit deutlich komplizierter und unübersichtlicher macht.
Ein weiterer großer Kritikpunkt ist die Schichtvergabe. Es ist extrem schwer, überhaupt Schichten zu bekommen. Man muss gefühlt dauerhaft das Mitarbeiterportal aktualisieren, um eine Chance zu haben. Neue Schichten sind teilweise innerhalb von 10 bis 20 Sekunden vergeben. Das führt zu einem enormen Konkurrenzdruck unter den Mitarbeitern, und es kam sogar vor, dass Kollegen untereinander „Kaufangebote“ für Schichten gemacht haben, was aus meiner Sicht ein völlig falsches System ist.
Auch das Arbeitsklima unter den Kollegen ist insgesamt schwierig. Viele Mitarbeiter wirken frustriert, und ein echter Zusammenhalt ist kaum vorhanden. Während jüngere Minijobber meist noch hilfsbereit und freundlich sind, wirken viele ältere Vollzeit- oder Teilzeitkräfte stark genervt und teilweise auch herablassend gegenüber anderen Kollegen.
Zusätzlich entsteht eine große Unsicherheit, da Kollegen teilweise ohne nachvollziehbaren Grund und aus meiner Sicht unverhältnismäßig gekündigt werden, obwohl sie gute Arbeit leisten. Insgesamt fühlt man sich weder wertgeschätzt noch fair behandelt, was letztendlich auch für mich der Grund war zu kündigen.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht sollte dringend in die Schulung der Führungskräfte investiert werden, insbesondere im Hinblick auf einen respektvollen und professionellen Umgang mit Mitarbeitern. Zudem muss sichergestellt werden, dass gesetzliche Arbeitszeiten konsequent eingehalten werden und es hier keine Ausnahmen oder Druck auf Mitarbeiter gibt. Auch das Flottenmanagement sollte deutlich verbessert werden, beispielsweise durch mehr Ladeplätze und eine bessere Planung der Fahrzeugeinsätze, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden. Ebenso ist es wichtig, die Fahrzeuge regelmäßig zu warten und in einen verkehrssicheren Zustand zu bringen. Die Schichtvergabe sollte fairer und transparenter gestaltet werden, damit nicht ein extremer Konkurrenzdruck unter den Mitarbeitern entsteht. Darüber hinaus sollte aktiv an einem besseren Arbeitsklima gearbeitet werden, um den Zusammenhalt im Team zu stärken. Zusätzlich könnte es sinnvoll sein, Testmitarbeiter einzusetzen, die von Flaschenpost geschickt werden, um den Arbeitsalltag aus Mitarbeitersicht zu erleben und dabei auch das Verhalten der Führungskräfte zu überprüfen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war insgesamt sehr angespannt und unangenehm. Durch den Umgangston der Führungskräfte herrschte oft ein negatives Klima, das sich auch auf die Mitarbeiter übertragen hat.
Image
Nach außen wirkt das Unternehmen modern, intern konnte ich diesen Eindruck nicht bestätigen.
Work-Life-Balance
Sehr problematisch. Nachdem ich bereits die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 10 Stunden erreicht hatte, wurde ich aufgefordert, trotzdem weiterzuarbeiten. Das ist ein absolutes No-Go.
Karriere/Weiterbildung
Dazu kann ich nichts Positives berichten, gibt es halt keine Angebote für
Gehalt/Benefits
Für einen Minijob durchschnittlich, jedoch stehen Aufwand und Stress aus meiner Sicht nicht im Verhältnis.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zwar werden Elektroautos genutzt, jedoch ist das Flottenmanagement sehr schlecht organisiert. Es gibt zu wenige Ladeplätze, Fahrzeuge müssen ständig gewechselt werden und laden nur langsam.
Kollegenzusammenhalt
Ein wirklicher Zusammenhalt war kaum vorhanden. Viele Kollegen sind frustriert. Jüngere Minijobber sind meist noch hilfsbereit, während viele ältere Vollzeit- oder Teilzeitkräfte eher genervt wirken und teilweise auch herablassend gegenüber neuen Mitarbeitern sind.
Umgang mit älteren Kollegen
Viele ältere Kollegen wirkten selbst stark frustriert und gaben diese Stimmung teilweise weiter. Ein positives Miteinander war eher selten.
Vorgesetztenverhalten
Aus meiner Sicht einer der größten Kritikpunkte. Respektloser Umgang, häufig schlechte Laune, keine Begrüßung und mehrfaches Anschreien von Mitarbeitern. Das Verhalten wirkt insgesamt wenig professionell und nicht führungstauglich.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind schlecht. Fahrzeuge sind oft in einem mangelhaften Zustand (kaputte Türen, beschädigte Ladesysteme). Teilweise sollte ich sogar mit einem zerbrochenen Rücklicht fahren
Kommunikation
Die Kommunikation war aus meiner Sicht unprofessionell und teilweise respektlos. Ich wurde mehrfach angeschrien, insbesondere von einem Schichtleiter – sogar schon am Probearbeitstag. Zudem wurde man teilweise nicht einmal begrüßt oder beachtet.
Gleichberechtigung
Dazu kann ich wenig Konkretes sagen, jedoch wirkte der Umgang generell nicht besonders wertschätzend.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeit als Auslieferungsfahrer ist grundsätzlich abwechslungsreich, wird aber durch die organisatorischen Probleme stark negativ beeinflusst.