Starke Vertriebsdominanz und wahrgenommene Ungleichgewichte in Entscheidungsstrukturen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kantine
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Als kritisch wurde im Rahmen der Bewertung die aus meiner Sicht sehr starke Stellung des Vertriebs im Unternehmen wahrgenommen, die im Vergleich zu anderen Bereichen als überdurchschnittlich einflussreich erschien.
Verbesserungsvorschläge
Der Vertrieb wurde im Rahmen der Bewertung als sehr einflussreicher Bereich im Unternehmen wahrgenommen. Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass vertriebsnahe Perspektiven auf höherer Ebene ein besonders starkes Gewicht haben. In diesem Zusammenhang wirkte es teilweise so, als ob Entscheidungen auf einer eher eingeschränkten Informationsbasis getroffen werden. Zudem wurde vereinzelt wahrgenommen, dass Herausforderungen oder Schwierigkeiten im vertrieblichen Umfeld entstehen, die in der weiteren Bearbeitung nicht immer klar zugeordnet werden, sodass Verantwortlichkeiten aus Sicht der Bewertung nicht durchgehend transparent erscheinen. Aus Sicht der Bewertung könnten eine stärkere Einbindung unterschiedlicher Abteilungen sowie ein breiteres Meinungsbild aus der Belegschaft zu ausgewogeneren Entscheidungen beitragen. Zudem entstand der Eindruck, dass eine klarere Abgrenzung von Zuständigkeiten zwischen den Bereichen als unterstützend für die Weiterentwicklung des Unternehmens wahrgenommen werden könnte.
Arbeitsatmosphäre
Das Arbeitsumfeld war gefühlt stark von Unsicherheit geprägt. Unabhängig vom eigenen Verhalten bestand kontinuierlich die Sorge, als Nächster das Unternehmen verlassen zu müssen. Fehler oder kritische Rückmeldungen wurden meines Erachtens kaum toleriert. Bei Mitarbeitenden, die auf ineffiziente Abläufe hingewiesen oder Kritik an Bereichen wie zum Beispiel dem Vertrieb geäußert haben, entstand teilweise der Eindruck, dass sie im Anschluss weniger in Informationen und Prozesse eingebunden wurden.“
Kommunikation
„Es entstand der Eindruck, dass ein kleiner, exklusiver Entscheidungskreis – das sogenannte EGL – zentrale Themen maßgeblich mitprägt und Informationen aus meiner Sicht vorab selektiert werden. Mitarbeitende außerhalb dieses Gremiums nehmen relevante Inhalte häufig nur über ihre jeweilige Führungskraft wahr, abhängig davon, welche Details dort weitergegeben werden. Die offizielle Kommunikation wurde insgesamt überwiegend über wenige Formate wie Betriebsversammlungen und Newsletter erlebt, die aus meiner Sicht häufig Inhalte aufgriffen, die zuvor bereits informell kursierten.“
Kollegenzusammenhalt
Die jeweiligen Rahmenbedingungen variieren je nach Abteilung deutlich und sind daher stark vom individuellen organisatorischen Umfeld abhängig.
Work-Life-Balance
Homeoffice und flexible Arbeitszeiten werden offiziell als Vorteile dargestellt. Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass die Nutzung dieser Möglichkeiten intern genau beobachtet wird und mit Erwartungsdruck verbunden sein kann, sie nur eingeschränkt zu nutzen. Auch auf höheren Führungsebenen wurde das Thema als präsent wahrgenommen; Mitarbeitende, die aus privaten Gründen im Homeoffice arbeiten, berichteten teilweise von als kritisch empfundenen Bewertungen. In der Folge wurde vereinzelt beobachtet, dass Beschäftigte Diskussionen vermeiden wollten und sich im Krankheitsfall eher vollständig abmeldeten, anstatt remote zu arbeiten
Vorgesetztenverhalten
„Eine häufige Nutzung von Homeoffice – unabhängig von den jeweiligen Gründen – wurde teilweise als mit erhöhtem Erwartungsdruck verbunden wahrgenommen, ebenso wie das Äußern von Kritik an bestehenden Abläufen oder das Einbringen von Verbesserungsvorschlägen. Insgesamt entstand der Eindruck, dass Eigeninitiative und kritisches Mitdenken nicht immer gefördert werden. Zudem schien die persönliche Positionierung gegenüber dem zentralen Entscheidungsgremium EGL aus Sicht der Bewertung einen spürbaren Einfluss auf die eigene Handlungssicherheit im Unternehmen zu haben.“
Interessante Aufgaben
Frühere Gestaltungsspielräume wurden zuletzt als deutlich eingeschränkt wahrgenommen. Die Ausgestaltung der Arbeitsweise erschien dabei stark durch die IT-Abteilung geprägt. Entscheidungen über den Einsatz bestimmter Software wirkten aus Sicht der Bewertung teilweise wenig transparent, auch in Fällen, in denen aus fachlicher Perspektive ein klarer Nutzen oder eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung gesehen wurde. Insgesamt entstand der Eindruck, dass die IT weniger als unterstützende Dienstleistungseinheit wahrgenommen wird, sondern eher als ein einflussstarker Bereich mit Nähe zum zentralen Entscheidungskreis EGL
Gleichberechtigung
Nach eigener Einschätzung entsprach die Gleichberechtigung den Erwartungen; relevante negative Aspekte sind in diesem Zusammenhang nicht aufgefallen.
Umgang mit älteren Kollegen
Siehe Gleichberechtigung.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung ist grundsätzlich modern, wird jedoch durch eine schwer überschaubare Vielfalt an Softwarelösungen aus meiner Sicht in ihrer Effektivität eingeschränkt. Auch in diesem Bereich entstand der Eindruck, dass kritisches Feedback nicht immer auf Akzeptanz stößt; selbst geringfügige Einwände wurden teilweise als mit spürbar negativer Resonanz verbunden wahrgenommen
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Einzelne Maßnahmen wie zusätzliche Mülltrennung werden als Indiz für Umweltbewusstsein dargestellt. Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass dies nicht vollständig mit strukturellen Gegebenheiten wie teilweise älteren Gebäuden und aus Sicht der Bewertung ineffizient wirkender Energienutzung übereinstimmt. Verbesserungsvorschläge aus der Belegschaft wurden dabei nach Wahrnehmung nicht immer aufgegriffen und teilweise relativiert. Zudem wirkte es vereinzelt so, als ob Initiativen mehr Aufmerksamkeit erhalten, wenn sie von externen Beratungen ausgehen oder aus einem besonders leitungsnahen Umfeld eingebracht werden.
Gehalt/Benefits
Die bestehenden Rahmenbedingungen werden intern stark hervorgehoben und wurden im Vergleich zu anderen Unternehmen aus meiner Sicht eher als branchenüblich wahrgenommen – etwa eine Kantine, Zuschüsse zur Kinderbetreuung, ein Haustarifvertrag, leistungsabhängige Boni und verschiedene Zulagen. Zusätzliche Angebote mit weitergehendem Mehrwert, wie Modelle zur Altersteilzeit, gestaltete Erholungsflächen oder ein betriebliches Fitnessstudio, wurden im Rahmen der Bewertung nicht in vergleichbarem Umfang wahrgenommen. Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass diese Leistungen auf oberster Leitungsebene sehr positiv eingeordnet werden.
Image
Nach Einschätzung der Wahrnehmung wird die Bekanntheit von Flottweg SE im Raum München eher als gering wahrgenommen und scheint sich überwiegend auf ein fachlich spezialisiertes Umfeld zu konzentrieren
Karriere/Weiterbildung
Angepasstes Verhalten und das Vermeiden von kritischen Rückmeldungen wurden aus meiner Sicht teilweise als vorteilhaft für die persönliche Entwicklung wahrgenommen. Für weitergehende Karriereschritte schienen zudem gute Beziehungen zum Vertrieb sowie ein entsprechendes Netzwerk innerhalb zentraler Entscheidungskreise eine wichtige Rolle zu spielen. Darüber hinaus entstand vereinzelt der Eindruck, dass auch externe Kontakte im branchennahen Umfeld die berufliche Entwicklung positiv beeinflussen können.


