Nicht empfehlenswert. Wer kann sollte andere Optionen ausloten.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das ich dort nicht mehr arbeite. Ich habe eine gute Abfindung rausgehandelt und arbeite nun in einem Unternehmen das mich tatsächlich wertschätzt. In meinem aktuellen Unternehmen habe ich alle Schulungen und Weiterbildungen und mehr erhalten, es wird aktiv in mich investiert und ich verdiene viel mehr, bei einem wesentlich besseren Arbeitsklima.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ziemlich viel. Mit Ausnahme einiger weniger Kollegen, mit denen ich gut zurecht gekommen bin, war meine Zeit dort miserabel. Wer nichts anderes findet kann hier ruhig anfangen um etwas auf dem Lebenslauf zu haben, solange man sich bei erster Gelegenheit von dem Laden verabschiedet.
Verbesserungsvorschläge
Keine Großraum-Büros, Gehaltsstruktur überarbeiten, Vorgesetzte auf den Prüfstand stellen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre in meiner Abteilung war ok. Weder sonderlich schlecht noch sonderlich gut. Nichts besonderes. Jeder ist da um zu arbeiten und mehr nicht.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist schlecht. Abteilungsintern gibt es wöchentliche Besprechungen aber abteilungsübergreifend hat niemand einen Plan was der nächste tut. Das zeigt sich auch in der strategischen Entscheidungsfindung des Unternehmens.
Kollegenzusammenhalt
Kollegialer Zusammenhalt ist ok. Es geht viel über persönliche Beziehungen anstatt um einen wirklichen Zusammenhalt in einer Abteilung. Dies liegt wohl daran, dass das Unternehmen hauptsächlich Zeitarbeiter und Studenten einstellt.
Work-Life-Balance
Dies ist relativ positiv, da es sehr flexible Homeoffice-Regelungen gibt. Da man, je nach Abteilung viel reisen muss, ist die Work-Life-Balance trotzdem schlecht. Man arbeitet im "Außendienst" lange Tage, ist regelmäßig wochenlang in Hotels und sieht von Familie und Freunden nicht viel.
Vorgesetztenverhalten
Unterste Schublade. Mein Vorgesetzter hat viel geredet, das konnte er, mehr aber auch nicht. Regelmäßig wurde ich für die teilweise katastrophalen Entscheidungen meines Vorgesetzten zur Rechenschaft gezogen, obwohl ich ihn oftmals vor den Konsequenzen seiner Entscheidungen gewarnt habe. Entscheidungen wurden heute (von meinem Vorgesetzten), trotz Warnung, getroffen und zwei Tage später durfte man sich wortwörtlich anschreien lassen, wenn sich die Konsequenzen seiner Entscheidungen gezeigt haben. Heute sagt er A, ich führe A aus, morgen ist A das schlechteste was es gibt, man muss sich in aller Öffentlichkeit beleidigen lassen und es wird entschieden B zu tun. Morgen ist B das schlechteste, man lässt sich erneut anschreien und es wird entscheiden doch A zu tun. Nächste Woche geht der Kreislauf erneut los. Mein Vorgesetzter hat einige Kollegen, nicht nur mich lauthals angeschrien, teilweise persönlich beleidigt und dies oftmals mitten im Großraum-Büro damit es auch alle anderen Abteilungen mitkriegen. Wenn ich hier schreiben würde, was ich von meinem Vorgesetzten halte, würde die Bewertung nicht freigegeben werden. Katastrophal.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben fand ich eher ernüchternd und einschläfernd. Wie es Leute schaffen jahrzehntelang diese Tätigkeit auszuüben ist mir absolut schleierhaft. Wahrscheinlich arbeiten deshalb auch hauptsächlich Studenten und Anfang 20-Jährige im Unternehmen, die sich freuen ihren ersten Arbeitsvertrag in der Tasche zu haben.
Gleichberechtigung
Es arbeiten viele ausländische Zeitarbeiter für das Unternehmen. Diese werden regelmäßig in Meetings aufgrund ihrer Herkunft beleidigt. Teilweise sogar im Beisein dieser Kollegen, da sie "eh kein Deutsch sprechen".
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt kaum ältere Kollegen. Hier arbeiten fast ausschließlich Studenten und solche die grade mit ihrem Studium fertig geworden sind. Jeder der die Chance auf einen anderen Arbeitsplatz hat, verlässt das Unternehmen fluchtartig, was auch verständlich ist.
Arbeitsbedingungen
Jeder bekommt einen Laptop und ein Handy, dies ist gut. Es gibt jedoch nur laute Großraum-Büros, in denen alle Abteilungen gemeinsam sitzen. Ich empfand dies als äußerst störend. Im Außendienst ist man auf billige Hotels angewiesen, da die Preisliste für Hotels scheinbar aus den 90ern kommt. Kollegen, die beim Vorgesetzten zum grillen eingeladen werden, dürfen mit dicken Mietwagen und guten Hotels rechnen, jeder andere ist auf Kleinstwagen für 500km Strecken und billige Hotels begrenzt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt ein Umweltmanagement weil man es aufgrund Kundenanforderungen benötigt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist mehr als nur unterdurchschnittlich. Jeder der hier arbeitet verkauft sich unter Wert, mit Ausnahme einiger weniger Abteilungsleiter, die überbezahlter kaum sein könnten. In meinem aktuellen Job verdiene ich DEUTLICH mehr.
Image
Branchenintern habe ich von Kunden nur negatives über das Unternehmen gehört. Regelmäßig gibt es Eskalations-Meetings weil die einfachsten Sache nicht funktionieren. Für ein Unternehmen in der Qualitätssicherung, ist die Qualität der Arbeit ziemlich miserabel. Außerhalb der Branche kennt man das Unternehmen nicht.
Karriere/Weiterbildung
Ganz schlecht. Wahrscheinlich liegt es an der angespannten Lage des Unternehmens. Mir wurden Schulungen verwehrt, die unabdingbar für die Ausführung meiner Tätigkeit waren und dies jahrelang. Ich wurde für Tätigkeit A ausdrücklich angestellt. Um Tätigkeit A auszuüben benötige ich eine Schulung, dies war meinem Vorgesetzten bereits vor Vertragsunterschrift bekannt. Ich habe Schulung A niemals erhalten. Stattdessen wird man im besten Falle vertröstet, im schlechtesten Falle erinnert sich der Vorgesetzte nicht mehr an das Gespräch. Es ist wichtig alles schriftlich festzuhalten, da das Erinnerungsvermögen äußerst selektiv ist.

